Welche Nilkreuzfahrt ist die beste? Es kommt darauf an, was Sie wollen
Welche Nilkreuzfahrt die beste ist, beantwortet ehrlicherweise keine Rangliste. Auf dem Nil fahren drei sehr unterschiedliche Arten von Booten dieselbe kurze Strecke zu denselben Tempeln, und wer das falsche Format bucht, ist aus Gründen enttäuscht, die vorher absehbar waren. Was Sie brauchen, sind Kriterien: Schiffsgröße, Lage der Kabine, das Datum der letzten Renovierung und eine klare Vorstellung davon, was im Preis steckt.
Warum es „die beste“ Nilkreuzfahrt nicht gibt
Die touristische Strecke des Nils ist kurz, und die Orte daran liegen fest: Luxor am einen Ende, Assuan am anderen, dazwischen Esna, Edfu und Kom Ombo. Fast jedes Schiff fährt dieselbe Strecke und hält an denselben Stellen. Abu Simbel ist ein eigener Ausflug ab Assuan und kein Halt der Kreuzfahrt.
Das Boot ändert also nicht, was Sie sehen, sondern wie sich die Stunden dazwischen anfühlen. Auf einem großen Schiff ist der Fluss die Kulisse, die Sie von der Lounge oder vom Sonnendeck aus betrachten, und die Tage laufen dicht und vorhersehbar. Auf einem kleinen Segelboot ist der Fluss die Sache selbst, und das Tempo ist lockerer.
Daraus folgt die eigentliche Frage: Wählen Sie das Schiff nach dem Reisen aus, nicht nach dem Besichtigen. Wer ein großes Luxusschiff bucht und dabei auf Stille und einsame Sandbänke hofft, hat die häufigste Art gefunden, auf dem Nil enttäuscht zu werden.
Die Strecke, über die Sie entscheiden, ist kürzer als gedacht
Zwischen Luxor und Assuan liegen rund 210 Kilometer. Der Zug bewältigt sie in etwa drei Stunden für sehr wenig Geld. Ein Kreuzfahrtschiff braucht für denselben Abschnitt drei oder vier Nächte. Die Nächte kaufen also keine Entfernung. Sie kaufen die Tempel am Ufer und die Stunden dazwischen, und sobald man es so sieht, verändert sich die Frage: Sie lautet nicht, wie viel Nil Sie bekommen, sondern wie viel Ihrer Woche Sie einem Fahrplan überlassen.
Das erklärt auch, warum die Flotte nicht weiterfährt. Die regulären Schiffe arbeiten auf diesen gut 200 Kilometern und sonst nirgends. Kairo liegt nicht an der Route; Langstreckenfahrten von dort gibt es allenfalls als gelegentliche Charter zu hohen Preisen, weil Staustufen und flache Abschnitte die Fahrt für Standardschiffe unpraktisch machen. Der Nassersee südlich des Hochdamms ist eine eigene Reise mit eigenen Schiffen und gehört nicht zu dem, worüber Sie hier entscheiden.
Für die Schiffswahl heißt das zweierlei. Erstens: Mehr Nächte vergrößern die Karte nicht, sie verteilen dieselbe Karte anders. Zweitens: Weil die Strecke bei allen gleich ist, entscheidet tatsächlich nur das Format, die Kabine, die Reiseleitung und der Leistungsumfang darüber, ob Ihre Woche gut wird. Genau diese vier Punkte lassen sich vor der Buchung prüfen, und die Sternezahl nicht.
Drei Bootstypen, drei verschiedene Reisen
Das große Motorschiff ist der Normalfall auf dem Nil und ein schwimmendes Hotel: feste Kabinen, gemeinsame Innenräume, offenes Deck oben und ein Tagesablauf, den eine Gruppe dieser Größe einhalten muss. Es liefert verlässliche Klimaanlage, ruhige Fahrt und die meiste Bequemlichkeit fürs Geld. Dafür legen Sie an denselben Kais an wie alle anderen und erreichen die Tempel zu denselben Stunden.
Die Dahabeya ist das andere Ende: ein kleines Segelboot mit einer Handvoll Kabinen, ohne Pool, ohne Aufzug, ohne Abendprogramm. Sie macht an Sandbänken und Dörfern fest, die die großen Schiffe nicht erreichen, und nachts hören Sie Wasser statt Generator. Sie ist langsamer, weil sie auf Wind und Schlepp angewiesen ist, kostet pro Person meist mehr und hat weniger an Bord. Wenn der Fluss der Grund für die Reise ist, ist sie das bessere Boot.
Dazwischen liegt das kleine Motorschiff. Es behält den verlässlichen Fahrplan eines Motorschiffs, hat aber deutlich weniger Menschen an Bord: ruhigere Decks, kürzere Schlangen an der Gangway, ein leiserer Speisesaal. Bezahlt wird das auch. Ob es den Unterschied wert ist, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie an Bord verbringen und nicht an den Stätten.
Der vierte Weg: Schiffe internationaler Flusskreuzfahrtreedereien
Neben den ägyptischen Betreibern fahren auf dem Nil auch Schiffe internationaler Flusskreuzfahrtreedereien. Sie betreiben ihre Nilschiffe selbst und verkaufen die Fahrt als fertiges Programm ihrer eigenen Marke. Technisch ist das ein Motorschiff wie die anderen, kommerziell ist es ein anderes Produkt.
Was sich dadurch ändert, ist vor allem die Organisation. Die Gruppe steht bei Abfahrt fest, die Reiseleitung gehört zur Reederei, der Ablauf ist aus dem Heimatmarkt heraus geplant, und Sie haben einen einzigen Ansprechpartner für die gesamte Reise. Wer Verlässlichkeit über alles stellt und sich nicht mit mehreren Buchungen befassen möchte, fährt damit gut.
Der Preis dafür ist Spielraum. Die Route ist das Produkt, und Sie kaufen sie ganz oder gar nicht: keine zusätzliche Nacht in Assuan, kein zweiter Vormittag am Westufer, keine Umstellung der Reihenfolge. Am Fluss selbst ändert das nichts. Es sind dieselben Tempel zu denselben Stunden.
Richtung und Nächte entscheiden mehr als die Sternezahl
Kreuzfahrtnächte werden großzügig gezählt. Sie gehen gegen Mittag an Bord und verlassen das Schiff nach dem Frühstück, vier Nächte entsprechen also eher drei nutzbaren Tagen und drei Nächte eher zwei. Ein Teil davon liegt außerdem im Hafen und nicht in Fahrt. Wer zwei Angebote vergleicht, vergleicht zuerst diese Rechnung und danach den Preis.
Die beiden Standardfahrten sind vier Nächte flussaufwärts von Luxor nach Assuan und drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor. Die kürzere gibt es, weil die Strömung einen Teil der Arbeit übernimmt, und sie kostet auf demselben Schiff typischerweise zehn bis fünfzehn Prozent weniger. Dieselben Tempel, umgekehrte Reihenfolge, aber keine Spiegelbilder.
Südwärts beginnen Sie mit den schweren Stätten: Karnak, der Luxor-Tempel, das Westufer mit dem Tal der Könige und dem Tempel der Hatschepsut. Danach wird es ruhiger, und Sie enden in Assuan, dem entspanntesten der drei Orte. Nordwärts läuft die Woche andersherum und endet mit dem dichtesten Besichtigungsprogramm am belebtesten Ort, an dem Sie nach dem Frühstück von Bord gehen.
Gegen die Strömung ist die Maschinenzeit länger und die Etappen sind langsamer. Das ist kein Mangel, sondern genau der Teil, den die meisten in Erinnerung behalten: lange Nachmittage an Deck, während das Ufer vorbeizieht. Wenn der Fluss der Grund für die Buchung ist, ist die Fahrt nach Süden die Richtung mit mehr davon. Für die nordwärtige Fahrt spricht ein konkreter Anschluss: Wer danach ans Rote Meer weiterreist, ist von Luxor rund vier Stunden mit dem Auto in Hurghada und spart sich den Rückweg.
Wie viele Nächte das jeweilige Format überhaupt braucht
Drei und vier sind die Zahlen, die Sie bei Motorschiffen am häufigsten sehen. Fünf und sechs tauchen regelmäßig auf und verdienen eine direkte Frage statt eines Achselzuckens: Welche Nächte sind Fahrnächte, welche liegen im Hafen, und welche sind in Wahrheit Hotelnächte, die in den Kreuzfahrtpreis hineingerechnet wurden? Das sind drei verschiedene Produkte mit derselben Zahl auf der Vorderseite.
Eine Dahabeya braucht für dieselbe Strecke mehr Nächte, weil Segeln langsamer ist als eine Maschine. Fünf Nächte sind ungefähr das Minimum, eine Woche die bequeme Länge. Die zusätzlichen Nächte bringen keine zusätzlichen Tempel, denn die Liste zwischen Luxor und Assuan wird nicht länger. Sie bringen Sandbänke, Dörfer, Nachmittage ohne Programm und Halte, an denen die großen Schiffe ohne Stopp vorbeifahren, etwa die Felsengräber von El Kab und die Steinbrüche von Gebel el-Silsila.
Auf einem Motorschiff auf der Standardroute gilt dagegen: Mehr Nächte auf demselben Abschnitt sind selten mehr Fluss. Eine zusätzliche Nacht an Land in Luxor oder Assuan ist dort häufig mehr wert als eine zusätzliche Nacht an Bord, weil sie Ihnen einen Vormittag zurückgibt, den der Fahrplan sonst schluckt. Wenn Ihnen jemand sieben motorisierte Nächte auf der Standardstrecke anbietet, fragen Sie genau, was in diesen Nächten passiert, bevor Sie dafür bezahlen.
Die Kabine entscheidet mehr als der Prospekt
Fragen Sie nach Deck und Seite, nicht nur nach der Kategorie. Obere Decks sind ruhiger als die Kabinen in der Nähe der Maschine am Heck. Untere Kabinen liegen näher am Wasser und näher am Motorengeräusch. Und welche Seite Sie haben, entscheidet über Sonne und Aussicht, sobald das Schiff festgemacht hat.
Der wichtigere Punkt ist das Anlegen. An den größeren Anlegern liegen die Schiffe längsseits am Ufer. An den kleineren liegen oft mehrere Schiffe im Päckchen nebeneinander, sodass Ihr Kabinenfenster in den Gang eines fremden Schiffes schaut und Sie durch zwei, drei andere Boote an Land gehen. Das ist auf dem Nil normal, kein Veranstalter kann etwas anderes versprechen, und man weiß es besser vorher.
Eine Kabine mit „Flussblick“ ist deshalb nicht automatisch eine Kabine mit Blick auf den Fluss. Fragen Sie ausdrücklich, was die Kabine sieht, wenn das Schiff liegt, und nicht, was sie sieht, wenn es fährt.
Die Liegeplätze vergibt außerdem der Hafen und nicht der Veranstalter. Eine seriöse Zusage lautet deshalb: dieses Deck, diese Seite, diese Kategorie. Eine Zusage über die Aussicht an einem bestimmten Abend kann Ihnen niemand geben, und wer es trotzdem tut, verkauft Ihnen etwas, das er nicht besitzt.
Schlafen, essen und die Geräusche, an die vorher niemand denkt
Der Nil ist flach und die Schiffe sind im Verhältnis dazu groß, Seekrankheit ist also kein Thema. Erschütterung, Motorengeräusch und das Brummen des Generators sind es sehr wohl, besonders in Kabinen am Heck und auf den unteren Decks. Wer leicht schläft, fragt nach einer Kabine weit vorne und weit oben. Das macht mehr aus als die Kabinenkategorie und deutlich mehr als die Anzahl der Nächte.
Das Essen ist der zweite Punkt, den Prospekte zu hoch aufhängen. Die Schiffe servieren dreimal täglich internationale Büfetts mit ein paar ägyptischen Gerichten, gekocht für einen Saal gemischter Nationalitäten. Nichts davon ist schlecht, und wenig bleibt in Erinnerung. Ab dem dritten Tag haben es die meisten gesehen, und das ist ein sachliches Argument über die Länge der Fahrt und keine Nörgelei.
Besondere Ernährungsbedürfnisse lassen sich fast immer erfüllen, aber nur, wenn der Veranstalter rechtzeitig vor dem Einschiffen Bescheid weiß und nicht erst beim ersten Abendessen. Melden Sie sie schriftlich an, zusammen mit allem anderen, was für Ihre Kabine gelten soll. Eine Kombüse und ein Speisesaal bedienen alle an Bord zur selben Zeit.
Was „5 Sterne“ auf dem Nil bedeutet
Nilschiffe werden in Ägypten nach lokalen Kriterien eingestuft. Diese Sterne sind nicht dieselbe Währung wie europäische Hotelsterne, und der Vergleich führt in die Irre. Fünf Sterne auf dem Fluss sind eine landesinterne Einstufung und kein globaler Standard.
Zwei Schiffe mit derselben Sternezahl können weit auseinanderliegen. Der Unterschied ist meist nicht die Kategorie, sondern wie lange die letzte Renovierung her ist. Nilschiffe arbeiten in einem heißen, staubigen Klima hart und altern schnell. Ein Refit vor fünf Jahren ist ein anderes Schiff als ein Refit in der vergangenen Saison.
Dahabeyas fallen häufig ganz aus dem Sternesystem heraus, weil dessen Kriterien Einrichtungen voraussetzen, die diese Boote nie hatten. Nehmen Sie die Sterne als grobe Einordnung innerhalb Ägyptens und beurteilen Sie das Boot danach, wer es betreibt, wann es zuletzt renoviert wurde und was Reisende aus der laufenden Saison berichten.
Die Reiseleitung schlägt das Schiff
Wenn Sie über das Schiff hinaus nur eine Sache prüfen, prüfen Sie, wer führt. Ein ausgebildeter Ägyptologe verändert, was die Tempel Ihnen geben, stärker als jede Kabinenkategorie. Dieselbe Stunde in Edfu ist mit der richtigen Erklärung eine andere Stunde, und das lässt sich durch kein Schiff ausgleichen.
Fragen Sie danach, wie viele Gäste auf eine Reiseleitung kommen. Standardschiffe reichen von einigen Dutzend Passagieren bis deutlich über hundert, und ein volles Schiff, das hinter einer einzigen Reiseleitung durch Edfu zieht, ist ein anderer Vormittag als eine kleine Gruppe. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen sich zwei Schiffe derselben Kategorie ehrlich unterscheiden lassen.
Fragen Sie außerdem nach Zeit. Der Fahrplan bestimmt, wie lange Sie an jeder Stätte sind, in der Regel ein bis zwei Stunden pro Tempel. Karnak hätte einen halben Tag verdient und bekommt ihn nicht; eine Gruppe, die zur Abfahrt zurück sein muss, hat dort meist rund neunzig Minuten, und die decken die zentrale Achse ab und wenig daneben. Im Tal der Könige gilt das Standardticket für drei Gräber aus dem an diesem Tag geöffneten Satz, und einzelne berühmte Gräber kosten ohnehin ein eigenes Ticket.
Fragen Sie zuletzt, ob sich Besuche außerhalb des größten Andrangs legen lassen. Manche Veranstalter können die Reihenfolge innerhalb eines Tages verschieben, andere nicht. Es kostet nichts, das vorher zu klären, und es ist der Unterschied zwischen einem Tempel um elf Uhr und demselben Tempel um sieben.
Was im Preis steckt und was regelmäßig fehlt
Der Kreuzfahrtpreis bündelt die Kabine, alle Mahlzeiten, die Führungen an Bord und die Transfers zwischen Schiff und Stätte. Genau das ist der Grund, warum sich das Format so lange gehalten hat: Der unbequeme mittlere Teil der Route wird für Sie erledigt, statt jeden Morgen neu verhandelt zu werden. Es macht den direkten Vergleich mit einem Hotelpreis aber in beide Richtungen irreführend.
Zwei Posten fehlen regelmäßig. Getränke sind selten enthalten, und Flaschenwasser an Bord kostet deutlich mehr als an Land, was sich über vier Nächte summiert. Eintrittsgelder sind mal im Preis und mal nicht, und die Stätten Oberägyptens sind nicht billig. Eine günstigere Kreuzfahrt ohne Eintritte ist häufig die teurere Reise.
Zusatzausflüge liegen auf fast jedem Schiff außerhalb des Fahrpreises. Dazu gehören der Ballonflug über dem Westufer von Luxor und der Ausflug nach Abu Simbel ab Assuan, der bei jedem Programm rund drei Stunden Fahrt pro Richtung oder einen Kurzflug bedeutet. Wenn eine Kreuzfahrt mit dem Zusatz inklusive Abu Simbel wirbt, meint sie einen Bus im Morgengrauen und kein Schiff.
Trinkgelder sind der dritte Punkt, den Veranstalter unterschiedlich handhaben. Klären Sie alle vier Posten ausdrücklich, bevor Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen, denn genau daran unterscheiden sich zwei Preise für dasselbe Schiff. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Die Fragen, die vor jeder Buchung geklärt sein sollten
Wann wurde das Schiff zuletzt renoviert, und was genau umfasste die Renovierung? Verlangen Sie ein Datum, kein Adjektiv, und Fotos aus der laufenden Saison von genau der Kabinenkategorie, die Sie kaufen — nicht von der besten Kabine an Bord. Fragen Sie, wann die Fotos entstanden sind. Wenn niemand ein Datum nennen will, ist das die Antwort.
Was deckt der Preis ab? Mahlzeiten, Getränke, Eintritte, Reiseleitung, der Ausflug nach Abu Simbel und Trinkgelder werden von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich gehandhabt, und genau daran unterscheiden sich zwei Angebote für dasselbe Schiff. Eine günstigere Kreuzfahrt ohne Eintritte ist häufig die teurere Reise.
Und wer führt? Ein Ägyptologe als Reiseleitung ist der größte einzelne Faktor dafür, wie viel Ihnen die Tempel geben. Fragen Sie außerdem, wie viele Gäste auf eine Reiseleitung kommen. Lassen Sie sich all das schriftlich geben, bevor Sie etwas anzahlen.
Drei Fragen gehören ergänzt, die selten gestellt werden. Erstens: In welche Richtung fährt das Schiff, und an welchem Ort endet die Reise? Zweitens: Welche Nächte sind Fahrnächte? Drittens: Was passiert, wenn die Warteschlange an der Schleuse von Esna einen Nachmittag kostet — wird das Programm verschoben, gekürzt oder über die Straße nachgeholt? Eine klare Antwort darauf sagt Ihnen mehr über den Veranstalter als jede Schiffsbeschreibung.
Die Saison entscheidet mit, welches Schiff das richtige ist
Von Juni bis August liegt Oberägypten deutlich über 40 °C. Das Sonnendeck ist vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag unbenutzbar, und an den Stätten gibt es kaum Schatten. Die Schiffe sind in diesen Monaten aus gutem Grund günstiger. Wer trotzdem im Sommer fährt, sollte die Frage nach dem Format anders beantworten als im Winter: Eine verlässliche Klimaanlage und ein gut gekühlter Innenraum zählen dann mehr als Atmosphäre, und das spricht klar für das größere Motorschiff.
Oktober, November, Februar und März sind die vernünftigen Monate. Ende Dezember und Anfang Januar ist das Wetter angenehm, aber die Stätten sind voll und die Liegeplätze stapeln sich — genau dann trifft Sie das Päckchen an der Anlegestelle am häufigsten, und genau dann zählt die Frage nach Deck und Seite am meisten.
Auf den Pool sollten Sie sich in keiner Jahreszeit verlassen. Auf den meisten Schiffen ist er klein, kalt und von drei Decks einsehbar. Wer im Sommer wirklich schwimmen will, ist mit einem Hotel in Luxor oder Assuan besser bedient als mit einem Deck auf dem Fluss. Und wenn ein Pool für Ihre Reise wichtig ist, fragen Sie ausdrücklich, ob er in Ihrem Reisemonat in Betrieb ist.
Umgekehrt verschiebt die kühlere Jahreszeit den Vorteil in Richtung der kleinen Boote. Auf einer Dahabeya spielt sich der Großteil der Reise an Deck ab, und das funktioniert im Winter deutlich besser als im Hochsommer. Wer eine Dahabeya erwägt, sollte sie in die angenehmen Monate legen, denn hier hängt mehr vom Wetter ab als auf einem klimatisierten Motorschiff.
Beweglichkeit, Kinder und die Fragen, die dann Vorrang haben
Aufzüge sind auf Nilschiffen nicht Standard. Rechnen Sie mit Stufen zwischen den Decks, schmalen Gängen, Stegen beim Landgang und, wenn das Schiff im Päckchen liegt, mit dem Weg über zwei oder drei fremde Schiffe. Wer in der Beweglichkeit eingeschränkt ist, fährt mit Hotels in Luxor und Assuan und einem Wagen häufig besser — und sollte diese Frage vor der Schiffswahl stellen und nicht danach.
Unter den drei Formaten ist die Dahabeya hier das schwierigste Boot. Stufen, schmale Seitendecks und kleine Beiboote für den Landgang gehören zum Typ und lassen sich nicht wegbuchen. Auch an den Stätten selbst hilft kein Schiff: Das Tal der Könige ist ein heißer, staubiger Kessel mit steilen Grabeingängen, und Karnak ist groß und weitgehend ohne Schatten.
Mit Kindern sind drei oder vier Nächte weniger riskant als sieben, weil Tempelmüdigkeit bei Kindern schneller kommt als bei Erwachsenen. Größere Schiffe geben Platz, meist einen Pool und andere Familien an Bord. Fragen Sie schriftlich nach: Gibt es einen Pool, und läuft er in Ihrem Reisemonat? Wie sieht die Reling aus? Welche Kabinenaufteilungen gibt es für vier Personen, und sind Verbindungs- oder Dreibettkabinen verfügbar?
Ein Halt macht es Familien besonders leicht. Kom Ombo steht direkt am Ufer, wenige Schritte von der Anlegestelle, es gibt also weder Bus noch langen Weg in der Sonne. Nach Edfu geht es dagegen mit Pferdekutsche oder Kleinbus weiter; sehen Sie sich die Pferde an, bevor Sie einsteigen, und bitten Sie um einen Kleinbus, wenn eines schlecht gehalten wirkt. Das ist üblich und niemand nimmt es Ihnen übel.
Wann gar kein Schiff die richtige Antwort ist
Lassen Sie das Schiff weg, wenn Sie Zeit statt Bewegung wollen. Luxors Westufer belohnt zwei volle Tage, und keine Kreuzfahrt gibt Ihnen die. Ein Hotel in Luxor, ein Hotel in Assuan und dazwischen ein Fahrtag mit Halt in Edfu und Kom Ombo decken dieselben Tempel nach Ihrem Zeitplan ab, häufig für weniger Geld und mit dem besseren Zimmer.
Dasselbe gilt, wenn Ihre Wunschliste über die Standardroute hinausgeht. Dendera und Abydos liegen nördlich von Luxor, und Standardschiffe fahren nicht dorthin. Wer diese beiden sehen will, plant Landtage ab Luxor ein, egal welches Boot er sonst wählt.
Die Mischform ist die Variante, die Leute beim zweiten Mal buchen. Zwei oder drei Hotelnächte in Luxor für das Westufer zu Ihren eigenen Zeiten, dann an Bord für die Etappe nach Assuan mit Edfu und Kom Ombo, wo das Schiff seinen Platz wirklich verdient, und zum Abschluss Hotelnächte in Assuan für Philae und den Ausflug nach Abu Simbel. Sie zahlen Zimmer und Kabine zugleich, bekommen dafür von beidem den starken Teil.
Und rechnen Sie damit, dass der Fluss nicht der garantierte Teil der Woche ist. Niedrigwasser, eine lange Warteschlange an der Schleuse von Esna oder ein technisches Problem können ein Schiff liegen lassen; der Veranstalter bringt die Gruppe dann über die Straße zu den Stätten. Das ist selten, aber es ist gut zu wissen, dass die Tempel gesichert sind und die Fahrt auf dem Wasser nicht.
Warum wir keine Kabinenzahlen und Preise veröffentlichen
Auf unseren Schiffsseiten finden Sie keine Kabinenzahl, keinen Decksplan, kein Baujahr, keinen Preis und keine Abfahrtstage. Das ist kein Versäumnis, sondern eine Regel. Nilflotten wechseln den Besitzer, gehen zum Refit aus dem Dienst, werden auf andere Abschnitte verlegt und gelegentlich umbenannt.
Eine Beschreibung, die vor zwei Jahren stimmte, kann heute in jedem Detail falsch sein, und bei einer Buchung dieser Größe ist eine falsche Zahl schlimmer als gar keine. Wir wären auch bei jeder unabhängigen Seite skeptisch, die solche Angaben ungeprüft führt.
Was Sie stattdessen bekommen: eine ehrliche Beschreibung des Bootstyps, der Route und der Fragen, die sich lohnen. Die aktuelle Ausstattung, den Zustand, die Verfügbarkeit und den Preis prüft unser Partner vor Ort direkt beim Betreiber, bevor Ihnen etwas zugesagt wird — und sagt Ihnen auch, wenn ein Schiff nicht zu dem passt, was Sie beschrieben haben.
So entscheiden Sie am Ende
Beantworten Sie zuerst eine Frage: Wie viele Stunden werden Sie an Bord verbringen? Wer von früh bis spät an den Stätten ist und an Bord nur schläft, kauft mit dem teureren Boot ein Bett mit Aussicht. Wer lange Nachmittage an Deck plant, spürt den Unterschied jeden Tag.
Dann entscheiden Sie über das Format: Bequemlichkeit und Verlässlichkeit sprechen für ein großes Schiff, Nähe zum Fluss und wenige Menschen für eine Dahabeya, ein Kompromiss aus beidem für ein kleines Motorschiff. Erst danach vergleichen Sie einzelne Schiffe, und dann anhand von Renovierungsdatum, Kabinenlage und Leistungsumfang.
Wer zum ersten Mal nach Ägypten fährt, liegt mit einem größeren Schiff selten falsch. Die Stätten selbst sind heiß, voll und körperlich fordernd, und eine verlässliche Klimaanlage am Abend zählt mehr, als die meisten vorher glauben. Wer den Fluss selbst sucht, sollte zur Dahabeya greifen und den Komfortverlust bewusst in Kauf nehmen.
Wenn Sie eine Reihenfolge brauchen, nehmen Sie diese: Saison, Format, Richtung und Nächte, Leistungsumfang, Reiseleitung, dann Kabine, und ganz zuletzt der Schiffsname. Fast jede enttäuschte Nilkreuzfahrt geht auf einen Fehler weit oben in dieser Liste zurück, und fast nie auf die Wahl zwischen zwei Schiffen derselben Kategorie.
Häufige Fragen
Welche Nilkreuzfahrt ist die beste?+
Es gibt keine Rangliste, weil alle Schiffe dieselbe kurze Strecke zwischen Luxor und Assuan zu denselben Tempeln fahren. Das Boot entscheidet nicht, was Sie sehen, sondern wie sich die Zeit dazwischen anfühlt. Wählen Sie zuerst das Format — großes Schiff, kleines Schiff oder Dahabeya — und vergleichen Sie danach einzelne Schiffe anhand von Renovierungsdatum, Kabinenlage und Leistungsumfang.
Welches Schiff ist für die erste Ägyptenreise empfehlenswert?+
Für die meisten Erstbesucher ein größeres Motorschiff. Die Stätten sind heiß, voll und körperlich fordernd, und eine verlässliche Klimaanlage sowie eine Kabine in Hotelqualität zählen abends mehr, als man vorher denkt. Wer dagegen vor allem Ruhe und Nähe zum Fluss sucht, ist auf einer Dahabeya besser aufgehoben — und gibt dafür Komfort auf.
Drei oder vier Nächte: welche Fahrt ist die bessere?+
Vier Nächte fahren flussaufwärts von Luxor nach Assuan, drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor. Die kürzere ist auf demselben Schiff typischerweise zehn bis fünfzehn Prozent günstiger, weil die Strömung hilft. Die südwärtige Fahrt beginnt mit den schweren Stätten in Luxor und endet im ruhigeren Assuan, und sie gibt Ihnen mehr Stunden an Deck. Die nordwärtige lohnt sich vor allem, wenn Sie danach ans Rote Meer weiterreisen.
Sind fünf Sterne auf dem Nil dasselbe wie fünf Sterne im Hotel?+
Nein. Nilschiffe werden in Ägypten nach lokalen Kriterien eingestuft, und diese Sterne sind nicht mit europäischen oder nordamerikanischen Hotelsternen vergleichbar. Zwei Schiffe mit derselben Sternezahl können weit auseinanderliegen. Aussagekräftiger sind das Datum der letzten Renovierung, aktuelle Fotos der konkreten Kabinenkategorie und Berichte aus der laufenden Saison.
Welche Kabine soll ich nehmen?+
In der Regel ein oberes Deck und weg von der Maschine am Heck. Fragen Sie, welche Seite bei den üblichen Liegeplätzen zum Ufer zeigt: Liegt das Schiff im Päckchen neben anderen, schauen Sie sonst in den Gang eines fremden Schiffes statt auf den Fluss. Das Reservierungsteam des Betreibers kann das meist beantworten, ein allgemeines Buchungsportal in der Regel nicht.
Was ist im Kreuzfahrtpreis meist nicht enthalten?+
Getränke sind selten enthalten, und Flaschenwasser an Bord kostet deutlich mehr als an Land. Eintrittsgelder sind mal im Preis und mal nicht. Zusatzausflüge liegen auf fast jedem Schiff außerhalb des Fahrpreises, darunter der Ballon über dem Westufer von Luxor und der Ausflug nach Abu Simbel ab Assuan. Trinkgelder handhaben die Veranstalter unterschiedlich. Klären Sie diese vier Punkte schriftlich, bevor Sie zwei Angebote vergleichen.
Lohnt sich eine Dahabeya gegenüber einem normalen Kreuzfahrtschiff?+
Wenn Ihnen Ruhe, wenige Mitreisende und langsame Tage wichtig sind, wird das Boot Teil der Reise statt nur Transport zwischen Tempeln. Geht es Ihnen vor allem um die Stätten und ist das Boot Nebensache, sehen Sie dieselben Tempel auf einem Motorschiff günstiger. Der Aufpreis kauft Atmosphäre und Platz, keine zusätzlichen Besichtigungen. Rechnen Sie außerdem mit mehr Nächten: Fünf sind etwa das Minimum, eine Woche die bequeme Länge.
Warum stehen auf Ihren Schiffsseiten keine Kabinenzahlen oder Preise?+
Weil wir sie nicht unabhängig prüfen können und eine falsche Zahl schlimmer ist als gar keine. Nilflotten wechseln den Besitzer, werden renoviert, verlegt und umbenannt, und veröffentlichte Angaben veralten schnell. Ausstattung, Zustand, Verfügbarkeit und Preis prüft unser Partner vor Ort beim Betreiber, bevor Ihnen etwas zugesagt wird.
Offizielle Quellen
Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.
Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.
Reise planen
Nennen Sie uns Ihre Termine, wir kalkulieren sie
Ein echtes Programm mit echten Preisen, meist innerhalb von 24 Stunden. Nichts ist gebucht und nichts wird berechnet, bis Sie zustimmen.
Drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor, mit Philae, Kom Ombo, Edfu, dem Tal der Könige und zum Schluss Karnak. Vollpension an Bord, und die Besichtigungen laufen als gemischte Gruppe von rund fünfzehn Personen.
Vier Nächte flussaufwärts von Luxor nach Assuan: Karnak- und Luxor-Tempel am ersten Nachmittag, das Tal der Könige, Edfu, Kom Ombo und Philae. Durchgehend Vollpension, die Besichtigungen in einer gemischten Gruppe von rund fünfzehn Personen.