Lohnt sich eine Nilkreuzfahrt? Ein ehrlicher Blick auf das Angebot
Lohnt sich eine Nilkreuzfahrt? Für die meisten Ägypten-Erstbesucher ja – das Schiff bringt Sie über Nacht von Tempel zu Tempel, Sie packen einmal aus, und die Transfertage fallen weg. Für manche Reisende passt sie aber schlecht, und der Abstand zwischen einem guten und einem schwachen Schiff ist größer, als die Prospekte vermuten lassen.
Was gibt Ihnen das Schiff, was ein Hotel nicht gibt?
Was Sie kaufen, ist Lage. Standardschiffe befahren den Abschnitt zwischen Luxor und Assuan, und die beiden Tempel in der Mitte, Edfu und Kom Ombo, liegen nah am Wasser. Von einem Hotel aus bedeuten sie einen langen Transfertag mit dem Gepäck im Kofferraum und dieselbe Straße wieder zurück.
Das Zweite: Sie packen einmal aus. Zwei Wochen Ägypten heißen sonst drei oder vier Hotelwechsel, jeder mit Check-in, Kofferschleppen und einem verlorenen Nachmittag. Auf einem Schiff reist das Zimmer mit. Das Dritte ist das Timing: Schiffe erreichen Edfu und Kom Ombo früh oder spät, vor oder nach den Straßengruppen aus Luxor und Assuan, sodass die Tempel ruhiger sind, als eine Busrundreise es meist hinbekommt.
Die kurze Rechnung: 210 Kilometer, drei bis vier Nächte
Zwischen Luxor und Assuan liegen rund 210 Kilometer. Der Zug bewältigt sie in etwa drei Stunden für sehr wenig Geld, ein Auto braucht drei bis vier. Ein Kreuzfahrtschiff braucht für denselben Abschnitt drei oder vier Nächte. Die Nächte kaufen also keine Entfernung.
Das ist der Satz, an dem sich die Frage entscheidet. Sie kaufen nicht Strecke, sondern die Tempel am Ufer, die Stunden dazwischen und den Umstand, dass jemand anders den unbequemen mittleren Teil Oberägyptens für Sie organisiert. Wer das so sieht, stellt die richtige Frage: nicht wie viel Nil bekomme ich, sondern wie viel meiner Woche überlasse ich einem Fahrplan.
Daraus folgt auch, warum die Flotte nicht weiterfährt. Die regulären Schiffe arbeiten auf diesen gut 200 Kilometern und sonst nirgends. Kairo liegt nicht an der Route, und der Nassersee südlich des Hochdamms ist eine eigene Reise mit eigenen Schiffen. Mehr Nächte auf der Standardstrecke vergrößern die Karte nicht, sie verteilen dieselbe Karte anders.
Welche Tempel liegen tatsächlich am Fluss?
Weniger, als das Marketing suggeriert. Kom Ombo ist die einzige große Stätte, zu der Sie wirklich vom Schiff steigen und die Stufen von der Anlegestelle hinaufgehen. Edfu liegt landeinwärts, dorthin fahren Sie mit Pferdekutsche oder Kleinbus. In Luxor sind Karnak und der Luxor-Tempel ein paar Minuten mit dem Auto entfernt, und das Tal der Könige liegt am Westufer auf der anderen Flussseite – also ein Busvormittag wie jeder andere. In Assuan liegt Philae auf einer Insel und wird mit dem Motorboot von einem Anleger außerhalb der Stadt erreicht.
Was der Fluss nicht abdeckt, zählt ebenso. Abu Simbel liegt weit südlich von Assuan und wird über eine frühe Autofahrt von rund drei Stunden pro Richtung erreicht, oder per Kurzflug. Dendera und Abydos liegen nördlich von Luxor, und Standardschiffe fahren nicht dorthin. Wenn ein Programm eine Kreuzfahrt „inklusive Abu Simbel“ verspricht, meint es einen Bus im Morgengrauen, kein Schiff.
Wie viel Zeit einer Nilkreuzfahrt verbringt man mit Fahren?
Weniger, als man denkt. Kreuzfahrtnächte werden großzügig gezählt – Sie gehen gegen Mittag an Bord und verlassen das Schiff nach dem Frühstück –, sodass vier Nächte eher drei nutzbaren Tagen entsprechen, von denen ein Teil im Hafen liegt. Die Richtung ist wichtiger, als die meisten annehmen. Die Vier-Nächte-Fahrt stromaufwärts von Luxor nach Assuan bringt mehr Zeit auf dem Wasser und endet im ruhigeren der beiden Orte. Die Drei-Nächte-Fahrt nordwärts nach Luxor endet mit dem dichtesten Besichtigungsprogramm der Woche am belebtesten Ort.
Drei Nächte, vier Nächte, fünf Nächte: was die Zahl wirklich bedeutet
Die beiden Standardfahrten sind vier Nächte flussaufwärts von Luxor nach Assuan und drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor. Die kürzere gibt es, weil die Strömung einen Teil der Arbeit übernimmt, und sie kostet auf demselben Schiff typischerweise zehn bis fünfzehn Prozent weniger. Dieselben Tempel, umgekehrte Reihenfolge – aber keine Spiegelbilder.
Südwärts beginnen Sie mit den schweren Stätten: Karnak, der Luxor-Tempel, das Westufer mit dem Tal der Könige und dem Tempel der Hatschepsut. Danach wird es ruhiger, und Sie enden in Assuan, dem entspanntesten der drei Orte. Gegen die Strömung ist die Maschinenzeit länger und die Etappen sind langsamer, und genau das ist der Teil, den die meisten in Erinnerung behalten: lange Nachmittage an Deck, während das Ufer vorbeizieht. Für die nordwärtige Fahrt spricht ein konkreter Anschluss: Wer danach ans Rote Meer weiterreist, ist von Luxor rund vier Stunden mit dem Auto in Hurghada und spart sich den Rückweg.
Fünf, sechs oder sieben Nächte auf einem Motorschiff tauchen regelmäßig auf und verdienen eine direkte Frage statt eines Achselzuckens: Welche Nächte sind Fahrnächte, welche liegen im Hafen, und welche sind in Wahrheit Hotelnächte, die in den Kreuzfahrtpreis hineingerechnet wurden? Das sind drei verschiedene Produkte mit derselben Zahl auf der Vorderseite. Auf der Standardstrecke ist eine zusätzliche Nacht an Land in Luxor oder Assuan häufig mehr wert als eine zusätzliche Nacht an Bord, weil sie Ihnen einen Vormittag zurückgibt, den der Fahrplan sonst schluckt.
Ein Tag an Bord, ehrlich beschrieben
Der Rhythmus ist auf fast allen Schiffen derselbe. Früh aufstehen, frühstücken, mit der Gruppe von Bord zum Tempel des Tages, am späten Vormittag oder frühen Nachmittag zurück, Mittagessen an Bord, während das Schiff ablegt. Danach ein Nachmittag auf dem Sonnendeck, während das Ufer vorbeizieht, Abendessen, ein Abendprogramm, das man auslassen kann. Am nächsten Morgen von vorn.
Wer aus dem Alltag kommt und Erholung sucht, findet in diesem Ablauf genau das: Es wird für Sie gedacht, und man muss nichts entscheiden. Wer gern selbst plant, spürt denselben Ablauf als Enge. Beide Reaktionen sind verbreitet, und sie sagen mehr über den Reisenden als über das Schiff.
Realistisch bleiben bei vier Nächten zwei bis drei lange Nachmittage an Deck. Das ist gleichzeitig das Beste an der Kreuzfahrt und der Grund, warum die Wahl des Schiffes überhaupt zählt: Wer diese Stunden erwartet, merkt den Unterschied zwischen einem renovierten und einem müden Schiff jeden Tag. Wer von früh bis spät an den Stätten ist und an Bord nur schläft, kauft mit dem teureren Boot vor allem ein Bett mit Aussicht.
Die Nachteile, die man vor der Buchung kennen sollte
Schiffe liegen mehrfach nebeneinander. In Edfu, Kom Ombo und in Luxor gehen Sie oft durch die Lobbys von zwei oder drei anderen Schiffen, um ans Ufer zu kommen, und Ihr Kabinenfenster kann einen ganzen Abend lang auf einen fremden Rumpf blicken. Vorher erwähnt das niemand. Ruinös ist es nicht, aber das Foto von einem Schiff allein auf dem Wasser ist in dem einen Moment entstanden, in dem es stimmte.
Der Zeitplan gehört nicht Ihnen. Abfahrtszeiten und die Warteschlange an der Schleuse von Esna geben den Tag vor, also bekommen Sie ein bis zwei Stunden an jedem Tempel, mit Ihrer Gruppe, und damit hat es sich. Karnak hätte einen halben Tag verdient und bekommt ihn nicht. Das Abendprogramm – der Galabeya-Abend, der Bordshop, die Ruderboote, die längsseits kommen, um etwas zu verkaufen – kann man auslassen, und den Pool auf den meisten Schiffen ebenfalls: klein, kalt und von drei Decks einsehbar.
Wie gut schläft man auf einem Nilschiff?
Seekrankheit ist kein Thema. Der Nil ist flach und die Schiffe sind im Verhältnis dazu groß, es gibt keinen Seegang und keine Rollbewegung, die einem Magen zusetzt. Wer auf dem Meer Probleme hat, kann diese Sorge hier streichen.
Was es dagegen sehr wohl gibt, sind Erschütterung, Motorengeräusch und das Brummen des Generators, besonders in Kabinen am Heck und auf den unteren Decks. Wer leicht schläft, fragt ausdrücklich nach einer Kabine weit vorne und weit oben. Das macht mehr aus als die Kabinenkategorie und deutlich mehr als die Anzahl der Nächte. Fenster auf dem unteren Deck sitzen außerdem dicht über der Wasserlinie, was den Blick begrenzt, sobald das Schiff liegt.
Der zweite Punkt ist das Anlegen selbst. Eine Kabine mit Flussblick ist nicht automatisch eine Kabine mit Blick auf den Fluss: Liegt das Schiff im Päckchen, schauen Sie in den Gang eines fremden Bootes. Die Liegeplätze vergibt der Hafen und nicht der Veranstalter, eine seriöse Zusage lautet deshalb Deck, Seite und Kategorie – und nicht Aussicht an einem bestimmten Abend. Wer Ihnen die Aussicht verspricht, verkauft etwas, das er nicht besitzt.
Was unterscheidet ein gutes Schiff von einem schwachen?
Drei Dinge, und die Sterne gehören zu keinem davon. Ägyptische Schiffsklassifizierungen sind mit Hotelsternen anderswo nicht vergleichbar: Dasselbe Fünf-Sterne-Etikett trägt ein Schiff, das letzte Saison renoviert wurde, ebenso wie eines mit müden Kabinen und schwacher Klimaanlage. Fragen Sie also nach dem Datum der letzten Renovierung und danach, was sie umfasste. Fragen Sie, auf welchem Deck die Kabine liegt, denn obere Decks sind ruhiger und Fenster auf dem unteren Deck sitzen dicht über der Wasserlinie. Und fragen Sie nach dem Guide, der die Woche stärker prägt als das Schiff.
Fragen Sie, wie viele Passagiere das Schiff fasst und wie groß die Ausflugsgruppen sind. Standardschiffe reichen von einigen Dutzend Passagieren bis deutlich über hundert, und ein volles Schiff, das hinter einem Guide durch Edfu zieht, ist ein anderer Vormittag als eine kleine Gruppe. Fragen Sie, was Getränke kosten, denn sie sind selten enthalten und die Rechnung wächst. Fragen Sie, ob die Eintritte im Preis sind. Und fragen Sie ruhig direkt, ob sich die Pferde in Edfu gegen einen Kleinbus tauschen lassen. Meistens geht das, und ein Teil der Kutschpferde ist in schlechtem Zustand.
Verlangen Sie beim Renovierungsdatum ein Datum und kein Adjektiv, dazu Fotos aus der laufenden Saison von genau der Kabinenkategorie, die Sie kaufen – nicht von der besten Kabine an Bord. Nilschiffe arbeiten in einem heißen, staubigen Klima hart und altern schnell; ein Refit vor fünf Jahren ist ein anderes Schiff als ein Refit in der vergangenen Saison. Wenn niemand ein Datum nennen will, ist das die Antwort.
Was steckt im Preis, und was kommt sicher noch dazu?
Der Kreuzfahrtpreis bündelt die Kabine, alle Mahlzeiten an Bord, die geführten Tempelbesuche entlang der Strecke und die Transfers zwischen Schiff und Stätte. Genau das ist der Grund, warum sich das Format so lange gehalten hat. Es macht den direkten Vergleich mit einem Hotelpreis aber in beide Richtungen irreführend, und deshalb lohnt sich der zweite Blick auf die Posten, die regelmäßig fehlen.
Getränke sind selten enthalten, und Flaschenwasser an Bord kostet deutlich mehr als an Land, was sich über vier Nächte summiert. Eintrittsgelder sind mal im Preis und mal nicht, und die Stätten Oberägyptens sind nicht billig – eine günstigere Kreuzfahrt ohne Eintritte ist häufig die teurere Reise. Trinkgeld ist in Ägypten ein echter Kostenpunkt und kein Rundungsfehler: Guide, Fahrer und Schiffscrew bekommen ihres jeweils am Ende ihres Abschnitts.
Außerhalb des Fahrpreises liegen auf fast jedem Schiff die Zusatzausflüge: der Ausflug nach Abu Simbel ab Assuan, die Ballonfahrt über dem Westufer von Luxor im Morgengrauen und die Gräber, die im Tal der Könige separat verkauft werden, etwa Sethos I. und, im Tal der Königinnen, Nefertari. Dazu kommen der Flug oder Nachtzug zwischen Kairo und dem Süden, die internationalen Flüge, das Visum, Ihre Versicherung und der Einzelzimmerzuschlag, wenn Sie allein reisen.
Klären Sie diese Liste schriftlich, bevor Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen. Genau daran unterscheiden sich zwei Preise für dasselbe Schiff, und wer nur auf die Endsumme schaut, vergleicht zwei verschiedene Reisen miteinander.
Wer sollte stattdessen eine Dahabeya nehmen?
Eine Dahabeya ist ein kleines Segelschiff mit einer Handvoll Kabinen, das meist geschleppt wird, wenn der Wind ausbleibt, und an Sandbänken und Dörfern festmacht statt in einer Reihe von Rümpfen. Sie passt zu Menschen, die Ruhe wollen, die in kleiner Gruppe reisen oder das ganze Schiff nehmen, und die fünf Nächte oder mehr Zeit haben. Sie kostet pro Nacht erheblich mehr als ein Standardschiff, und sie lohnt sich nur, wenn die Ruhe der Punkt ist.
Seien Sie ehrlich zu diesem Handel. Dahabeyas haben keinen Aufzug, kleinere Kabinen, einfacheres Essen und einen Zeitplan, der sich nach dem Wind richtet. Viele starten in Esna statt in Luxor, Sie verlieren also ein Stück Fluss an einen Straßentransfer. Wenn jemand in Ihrer Gruppe ein Fitnessstudio, ein großes Büfett oder eine planbare Ankunftszeit will, wird er auf einem Motorschiff glücklicher. Still an Feldern vorbeizusegeln ist nicht für jeden eine gute Woche.
Was die zusätzlichen Nächte bringen, sind keine zusätzlichen Tempel – die Liste zwischen Luxor und Assuan wird nicht länger. Sie bringen Sandbänke, Dörfer, Nachmittage ohne Programm und Halte, an denen die großen Schiffe ohne Stopp vorbeifahren, etwa die Felsengräber von El Kab und die Steinbrüche von Gebel el-Silsila. Wer genau das sucht, bekommt auf einem Motorschiff nie eine gute Version davon, egal wie viel er zahlt.
Lohnt sich eine Nilkreuzfahrt für Familien mit Kindern?
Häufig ja, aber mit einer kürzeren Zahl als bei Erwachsenen. Drei oder vier Nächte sind mit Kindern weniger riskant als sieben, weil Tempelmüdigkeit bei Kindern schneller kommt. Das Schiff hat für Familien einen echten Vorteil: Das Zimmer reist mit, es gibt keine Kofferwechsel, und zwischen zwei Besichtigungen liegt immer ein Rückzugsort mit Klimaanlage statt eines Busses.
Größere Schiffe geben Platz, meist einen Pool und andere Familien an Bord. Fragen Sie schriftlich nach: Gibt es einen Pool, und läuft er in Ihrem Reisemonat? Wie sieht die Reling aus? Welche Kabinenaufteilungen gibt es für vier Personen, und sind Verbindungs- oder Dreibettkabinen verfügbar? Das sind die Punkte, an denen zwei Schiffe derselben Kategorie für eine Familie weit auseinanderliegen.
Ein Halt macht es Familien besonders leicht. Kom Ombo steht direkt am Ufer, wenige Schritte von der Anlegestelle, es gibt also weder Bus noch langen Weg in der Sonne. Nach Edfu geht es dagegen mit Pferdekutsche oder Kleinbus weiter; sehen Sie sich die Pferde an, bevor Sie einsteigen, und bitten Sie um einen Kleinbus, wenn eines schlecht gehalten wirkt. Das ist üblich und niemand nimmt es Ihnen übel. Assuan am Ende der Fahrt ist für Familien die Belohnung: kleinere Stätten, ruhigere Stadt, ein Nachmittag auf einer Feluke statt eines weiteren Tempels.
Für wen lohnt sich eine Nilkreuzfahrt eher nicht?
Für alle mit eingeschränkter Mobilität. Aufzüge sind auf Nilschiffen nicht Standard. Rechnen Sie mit Stufen zwischen den Decks, schmalen Gängen, Stegen beim Landgang und, wenn das Schiff im Päckchen liegt, mit dem Weg über zwei oder drei fremde Schiffe. Das lässt sich an Bord nicht vermeiden, und es hilft auch nicht, ein teureres Schiff zu nehmen. Diese Frage gehört vor die Schiffswahl und nicht danach.
Für Reisende mit einer Wunschliste, die über die Standardroute hinausgeht. Dendera und Abydos liegen nördlich von Luxor, und Standardschiffe fahren nicht dorthin – Abydos gut drei Autostunden nördlich, mit dem Tempel Sethos' I., der weithin als der Ort mit dem feinsten erhaltenen Reliefschnitt Ägyptens gilt. Wer diese beiden sehen will, plant Landtage ab Luxor ein, egal welches Boot er sonst wählt.
Und für alle, die im Hochsommer reisen und wirklich schwimmen wollen. Der Pool auf den meisten Schiffen ist klein, kalt und von drei Decks einsehbar. Ein Hotel in Luxor oder Assuan mit einem richtigen Pool schlägt in diesen Monaten jedes heiße Deck. Wer trotzdem im Sommer an Bord geht, sollte die Klimaanlage zum Hauptkriterium machen – das spricht klar für das größere Motorschiff und gegen die Dahabeya.
Wann sind Hotels in Luxor und Assuan die bessere Wahl?
Lassen Sie das Schiff weg, wenn Sie Zeit statt Bewegung wollen. Luxors Westufer belohnt zwei volle Tage, und keine Kreuzfahrt gibt Ihnen die. Ein Hotel in Luxor, ein Hotel in Assuan, dazwischen der Zug oder ein Auto – drei bis vier Stunden – und unterwegs ein Halt in Edfu und Kom Ombo: Das deckt dieselben Tempel nach Ihrem Zeitplan ab, meist für weniger Geld. Hotels gewinnen außerdem im Hochsommer, wenn ein richtiger Pool ein heißes Deck schlägt, und für alle mit eingeschränkter Mobilität, denn Landgänge, fremde Schiffsdecks und steile Ufertreppen lassen sich an Bord nicht vermeiden.
Die Mischform, die Leute beim zweiten Mal buchen
Es gibt eine dritte Antwort zwischen Schiff und Hotel, und sie ist meist die beste: zwei oder drei Hotelnächte in Luxor für das Westufer zu Ihren eigenen Zeiten, dann an Bord für die Etappe nach Assuan mit Edfu und Kom Ombo, wo das Schiff seinen Platz wirklich verdient, und zum Abschluss Hotelnächte in Assuan für Philae und den Ausflug nach Abu Simbel.
Sie zahlen dabei Zimmer und Kabine zugleich, bekommen aber von beidem den starken Teil: die eigenen Vormittage dort, wo die Stätten dicht liegen, und den Fahrplan dort, wo er Ihnen einen Transfertag erspart. Wer schon einmal in Ägypten war, bucht überdurchschnittlich oft genau so.
Für den Anschluss an Kairo gilt dieselbe Nüchternheit. Der Flug zwischen Kairo und Luxor dauert etwa eine Stunde, die Straße kostet fast einen ganzen Tag und zeigt Ihnen sehr wenig. Der Nachtzug ist die Alternative, wenn Sie lieber eine Hotelnacht sparen. Zur Kreuzfahrt gehört keine dieser Strecken – sie ist ein Baustein in der Mitte der Reise und nicht die Reise selbst.
Die Jahreszeit entscheidet mit, ob sich das Schiff lohnt
Von Juni bis August liegt Oberägypten deutlich über 40 °C. Das Sonnendeck ist vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag unbenutzbar, und an den Stätten gibt es kaum Schatten. Die Schiffe sind in diesen Monaten aus gutem Grund günstiger. Wer im Sommer fährt, verliert genau den Teil der Kreuzfahrt, für den man sie bucht: die Stunden an Deck.
Oktober, November, Februar und März sind die vernünftigen Monate. Ende Dezember und Anfang Januar ist das Wetter angenehm, aber die Stätten sind voll und die Liegeplätze stapeln sich – genau dann trifft Sie das Päckchen an der Anlegestelle am häufigsten, und genau dann zählt die Frage nach Deck und Seite am meisten.
Im Frühjahr kommt dazu der Chamsin: heiße Südwinde, die Staub tragen. Er kostet keine Grade, aber er nimmt der Zeit an Deck viel von ihrem Wert, und er lässt Ballonfahrten über dem Westufer ausfallen. Wer eine Ballonfahrt fest eingeplant hat, legt sie früh in den Aufenthalt und nicht auf den letzten Morgen.
Was ein gutes Angebot vom schwachen trennt
Lassen Sie sich schriftlich geben, was Sie kaufen: den Schiffsnamen und was bei einem Schiffstausch passiert, die Kabinenkategorie mit Deck und Seite, die Zahl der Nächte und die Richtung, welche Eintritte enthalten sind, ob Abu Simbel dazugehört, welche Mahlzeiten und Getränke an Bord inbegriffen sind, die Transfers an beiden Enden, die Reiseleitung samt Sprache, den Einzelzimmerzuschlag sowie Anzahlung und Stornobedingungen im Wortlaut.
Ein Schiffswechsel kommt vor, etwa wenn ein Boot außerplanmäßig zum Refit geht. Deshalb gehört vor der Anzahlung geklärt, ob Sie in diesem Fall eine gleichwertige Kabine auf einem vergleichbaren Schiff oder eine Erstattung bekommen. Dieselbe Sternekategorie ist dabei keine Zusage, denn Nilschiffe werden nach lokalen Kriterien eingestuft, und zwei Schiffe derselben Kategorie können weit auseinanderliegen.
Eine Frage beschreibt den Veranstalter besser als jede Schiffsbeschreibung: Was passiert, wenn die Warteschlange an der Schleuse von Esna einen Nachmittag kostet – wird das Programm verschoben, gekürzt oder über die Straße nachgeholt? Wer darauf klar antwortet, hat Luft in der Route eingeplant. Wer ausweicht, hat sie nicht.
Und prüfen Sie, mit wem Sie den Vertrag schließen. Pauschalreise ist in Deutschland ein Rechtsbegriff aus dem Reisevertragsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch; daran hängen die Haftung für die Reise als Ganzes, der kostenfreie Rücktritt bei unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen am Zielort und die Insolvenzsicherung. Wer direkt bei einem Unternehmen mit Sitz in Ägypten bucht, hat dessen Vertrag und dessen Bedingungen. Beides kann in Ordnung sein – aber es ist nicht dasselbe, und man sollte es vor der Anzahlung wissen.
Also: Lohnt sich eine Nilkreuzfahrt?
Für die meisten auf einer ersten Ägyptenreise ja. Die Kreuzfahrt löst den schwierigsten Teil Oberägyptens – zwischen den Stätten zu wechseln, ohne Tage an Transfers zu verlieren – und sie tut es über Nacht, zu ruhigeren Stunden. Als Urlaub betrachtet ist sie gewöhnlich: Transport mit Betten und Büfett, kein Reiseziel. Mit dieser Erwartung, und mit einem Schiff, das nach Renovierung und Guide statt nach Sternen ausgewählt wurde, ist es gut angelegtes Geld. Wenn Sie lange Tage am Westufer wollen oder mit Treppen kämpfen, buchen Sie stattdessen Hotels.
Wenn Sie eine Reihenfolge für die Entscheidung brauchen, nehmen Sie diese: zuerst die Saison, dann das Format, dann Richtung und Zahl der Nächte, dann der Leistungsumfang, dann die Reiseleitung, dann die Kabine – und ganz zuletzt der Schiffsname. Fast jede enttäuschte Nilkreuzfahrt geht auf einen Fehler weit oben in dieser Liste zurück und fast nie auf die Wahl zwischen zwei Schiffen derselben Kategorie.
Häufige Fragen
Ist das Essen auf Nilkreuzfahrtschiffen gut?+
Es ist sicher und wiederholt sich. Die Schiffe servieren internationale Büfetts mit ein paar ägyptischen Gerichten, gekocht für einen Saal gemischter Nationalitäten – also ist nichts schlecht und wenig einprägsam. Getränke sind selten enthalten, und Flaschenwasser an Bord kostet weit mehr als an Land. Besondere Ernährungswünsche lassen sich meist erfüllen, wenn der Veranstalter rechtzeitig vor dem Einschiffen Bescheid weiß.
Was ist die schlechteste Jahreszeit auf dem Fluss?+
Juni bis August. Oberägypten liegt deutlich über 40 °C, das Sonnendeck ist vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag unbenutzbar, und an den Stätten gibt es kaum Schatten. Die Schiffe sind dann aus gutem Grund billiger. Ende Dezember und Anfang Januar sind angenehm, aber voll, und die Liegeplätze stapeln sich. Oktober, November, Februar und März sind die vernünftigen Monate.
Kann ich das Schiff im Hafen allein verlassen?+
Meistens ja. Die Schiffe machen in Luxor und Assuan nahe der Corniche fest, und in die Stadt zu laufen ist normalerweise unproblematisch – sagen Sie an der Rezeption Bescheid, wann Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen. Notieren Sie den Namen Ihres Schiffes und der Nachbarschiffe, denn die Liegeplätze verschieben sich im Lauf des Tages, und das Schiff, über das Sie an Land gegangen sind, liegt bei der Rückkehr vielleicht nicht mehr dort.
Lohnen sich die an Bord verkauften Zusatzausflüge?+
Manche. Der Ausflug nach Abu Simbel ist den frühen Start wert, falls Sie ihn nicht schon gebucht haben. Die Ton-und-Licht-Shows in Karnak und Philae sind theatralisch und teuer, und die meisten hätten lieber den Schlaf. Massagen an Bord, Einkäufe im Shop und der Bordfotograf lassen sich leicht ablehnen, und zweimal abzulehnen ist völlig normal.
Kommt es vor, dass Schiffe gar nicht fahren?+
Gelegentlich. Niedrigwasser, eine lange Warteschlange an der Schleuse von Esna oder ein technisches Problem können ein Schiff liegen lassen; der Veranstalter bringt die Gruppe dann auf der Straße zu den Stätten. Das Programm überlebt, die Fahrt nicht. Es ist selten, aber gut zu wissen, dass die Tempel der garantierte Teil der Woche sind und der Fluss nicht.
Wird man auf einer Nilkreuzfahrt seekrank?+
Praktisch nie. Der Nil ist flach und die Schiffe sind im Verhältnis dazu groß, es gibt also keinen Seegang. Was Sie spüren, sind Erschütterung, Motorengeräusch und der Generator, vor allem in Kabinen am Heck und auf den unteren Decks. Wer leicht schläft, bittet um eine Kabine weit vorne und weit oben – das hilft deutlich mehr als die Kabinenkategorie.
Lohnt sich eine Nilkreuzfahrt mit Kindern?+
Ja, aber kürzer. Drei oder vier Nächte funktionieren besser als sieben, weil Tempelmüdigkeit bei Kindern schneller kommt. Der große Vorteil ist, dass das Zimmer mitreist und zwischen zwei Besichtigungen ein klimatisierter Rückzugsort steht statt eines Busses. Fragen Sie vor der Buchung schriftlich nach Pool und Reling sowie nach Verbindungs- oder Dreibettkabinen. Kom Ombo ist der familienfreundlichste Halt, weil er direkt an der Anlegestelle liegt.
Lohnen sich mehr als vier Nächte an Bord?+
Auf einem Motorschiff auf der Standardstrecke selten. Die Liste der Tempel zwischen Luxor und Assuan wird nicht länger, und zusätzliche Nächte verteilen dieselbe Karte nur anders. Eine zusätzliche Nacht an Land in Luxor oder Assuan gibt Ihnen dagegen einen Vormittag zurück, den der Fahrplan sonst schluckt. Anders ist es bei einer Dahabeya: Dort sind fünf Nächte etwa das Minimum und eine Woche die bequeme Länge, weil Segeln langsamer ist.
Nilkreuzfahrt oder Hotels in Luxor und Assuan – was ist günstiger?+
Meistens die Hotelvariante, aber der Vergleich hinkt, wenn man ihn nur über den Übernachtungspreis führt. Im Kreuzfahrtpreis stecken alle Mahlzeiten an Bord, die geführten Besuche entlang der Strecke und die Transfers zwischen Schiff und Stätte. Nicht enthalten sind dagegen fast immer Getränke, oft die Eintritte und in aller Regel Abu Simbel, die Ballonfahrt und das Trinkgeld. Lassen Sie sich diese Posten schriftlich aufführen, sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Reisen.
Offizielle Quellen
Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.
Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.
Reise planen
Nennen Sie uns Ihre Termine, wir kalkulieren sie
Ein echtes Programm mit echten Preisen, meist innerhalb von 24 Stunden. Nichts ist gebucht und nichts wird berechnet, bis Sie zustimmen.
Drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor, mit Philae, Kom Ombo, Edfu, dem Tal der Könige und zum Schluss Karnak. Vollpension an Bord, und die Besichtigungen laufen als gemischte Gruppe von rund fünfzehn Personen.
Vier Nächte flussaufwärts von Luxor nach Assuan: Karnak- und Luxor-Tempel am ersten Nachmittag, das Tal der Könige, Edfu, Kom Ombo und Philae. Durchgehend Vollpension, die Besichtigungen in einer gemischten Gruppe von rund fünfzehn Personen.