Tutanchamun-Grab im Tal der Könige: lohnt sich das Extraticket?
Das Tutanchamun-Grab trägt die Nummer KV62 und liegt im Tal der Könige am Westufer von Luxor. Zwei Dinge sollten Sie vorher wissen. Im Standardticket ist es nicht enthalten, sondern braucht ein eigenes. Und es ist klein: bemalt ist nur die Grabkammer. Seine Mumie liegt noch dort. Die berühmten Grabbeigaben stehen dagegen im Großen Ägyptischen Museum bei Gizeh, eine Tagesreise weiter nördlich. Diese Seite hilft Ihnen zu entscheiden, ob das Extraticket Ihr Geld wert ist.
Wer war Tutanchamun, und warum kennt ihn jeder?
Tutanchamun war ein König des Neuen Reiches, er kam als Kind auf den Thron und starb jung, nach einer kurzen Regierungszeit. Gemessen an Ramses II. oder Sethos I. hat er wenig gebaut und wenig hinterlassen. Für die Ägypter der folgenden Jahrhunderte war er nicht einmal ein Name, den man weitergab: In der Königsliste im Tempel von Abydos fehlt er, gemeinsam mit Hatschepsut, Echnaton und Eje. Die Herrscher rund um die Amarna-Zeit wurden aus dem offiziellen Gedächtnis gestrichen, und er gehörte dazu.
Berühmt ist er wegen eines Fundes, nicht wegen seiner Regierung. Ausgerechnet der König, den man vergessen wollte, bekam das eine Grab im Tal, das die Räuber der Antike im Wesentlichen übersahen. Das erklärt einen guten Teil der Enttäuschung, mit der Besucher aus KV62 herauskommen: Sie erwarten das Grab eines großen Pharaos und stehen in dem kleinen Grab eines kurz regierenden Königs, in dem zufällig noch alles stand.
Sein Name trägt die Geschichte seiner Zeit in sich. Er kam als Tutanchaton auf den Thron, mit dem Sonnengott Aton darin, den sein Vorgänger Echnaton über alle anderen Götter gestellt hatte, und er hieß später Tutanchamun, als der alte Reichsgott Amun wieder in sein Recht gesetzt wurde. Wer das weiß, liest den kleinen Raum am Westufer anders. Er gehört zu einem Bruch in der ägyptischen Geschichte, nicht zu deren Höhepunkt.
Das Extraticket: was es kostet und was nicht dazugehört
Das allgemeine Eintrittsticket für das Tal der Könige wird im Besucherzentrum am Parkplatz verkauft. Es lässt Sie auf das Gelände und in drei Gräber Ihrer Wahl, aus denen, die an dem Tag geöffnet sind. Das Tutanchamun-Grab gehört nicht dazu. KV62 braucht ein eigenes Ticket, erhältlich am selben Schalter, und dasselbe gilt für Sethos I. (KV17) und Ramses V./VI. (KV9).
Einen Preis nennen wir hier nicht. Die Beträge für die kostenpflichtigen Gräber ändern sich häufig. Jede Zahl aus einem älteren Beitrag ist mit einiger Wahrscheinlichkeit überholt. Fragen Sie am Schalter. Eines sollten Sie vorher wissen. Die Tickets haben dort einen festen Preis, Vordrängeln gibt es nicht, und kein Veranstalter bringt Sie schneller oder billiger hinein. Auf einer organisierten Reise kauft sie am Morgen derjenige, der bei Ihnen ist.
Rechnen Sie das Extraticket in Ihr Gesamtbudget für das Westufer ein, statt es als Kleinigkeit zu behandeln. Zusatztickets summieren sich schnell, wenn Sie drei davon nehmen, und der vierte und fünfte Abstieg an einem Vormittag bringt weniger, als die Preisliste vermuten lässt. Die nüchterne Regel lautet: ein kostenpflichtiges Grab dazu, nicht drei, und vorher entscheiden, wofür genau.
Wo KV62 liegt und wie der Besuch praktisch abläuft
Der Eingang liegt im Hauptarm des Tals, unweit von Ramses V./VI. (KV9). Das ist kein Zufall der Wegführung, sondern der Grund, warum das Grab so lange unentdeckt blieb: Der Abraum aus dem später darüber geschlagenen Grab deckte den Einstieg zu. Wer davorsteht, sieht wenig mehr als eine Treppe im Talboden, eingefasst von einer niedrigen Mauer, zwischen den großen, offen aufgehenden Eingängen der Nachbargräber leicht zu übersehen.
Der Ablauf ist immer derselbe. Sie kaufen im Besucherzentrum am Parkplatz das allgemeine Ticket, dazu das Zusatzticket für KV62 und, falls Sie fotografieren wollen, die Fotogenehmigung. Eine kleine Elektrobahn fährt das letzte Stück bis zum Eingang der Schlucht, zu Fuß sind es etwa zehn Minuten ohne jeden Schatten. Am Grab selbst wird das Zusatzticket gesondert kontrolliert, also halten Sie es griffbereit und stecken es nicht zu den bereits abgerissenen.
Drinnen sind Sie allein mit dem Raum. Guides dürfen in den Gräbern nicht erklären; sie briefen Sie draußen an den beschatteten Tafeln und warten dann. Stellen Sie Ihre Fragen also oben, bevor Sie hinabsteigen, sonst stehen Sie unten vor Wänden, die sich nicht von selbst erklären. Der Abstieg ist kurz und flach im Vergleich zu den tiefen Gräbern des Tals, ein Steg führt durch die Kammer, und der ganze Besuch ist eine Sache von Minuten.
Was Sie im Tutanchamun-Grab tatsächlich sehen
Das Tutanchamun-Grab ist das kleinste der berühmten Gräber im Tal, und bemalt ist ausschließlich die Grabkammer. Sie gehen einen kurzen Weg hinein, stehen vor einem Raum, und das ist der Besuch. Wer aus dem Tal der Könige die langen absteigenden Korridore von Sethos I. oder Ramses III. im Kopf hat, empfindet KV62 als karg. Viele kommen mit dem Gefühl heraus, für ein eigenes Ticket zu wenig bekommen zu haben.
Was es hat, hat sonst keines: Tutanchamuns Mumie liegt noch im Grab. Fast alle anderen Königsmumien sind 2021 ins Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation in Kairo umgezogen, seine ist geblieben. Das ist der eigentliche Grund hineinzugehen. Sie stehen in der Kammer, in der er gefunden wurde, mit ihm noch darin. Das ist eine andere Erfahrung als eine Vitrine, auch wenn es weniger zu sehen gibt.
Die Mumie liegt heute in einer klimatisierten Vitrine, und der steinerne Sarkophag ist ebenfalls im Grab geblieben. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge, und viele Besucher trennen sie nicht: Der Sarg aus Gold und die ineinandergeschachtelten vergoldeten Schreine, die ihn umgaben, gehören zum Fund und stehen heute im Museum bei Gizeh. Im Grab sehen Sie den Stein, die Wände und den König selbst.
Was an den Wänden der Grabkammer steht
Die Grabkammer ist auf goldgelbem Grund bemalt, und das ist der erste Eindruck, den fast jeder mitnimmt: Der Raum wirkt wärmer als die grauweißen Korridore der großen Gräber. Die Figuren sind groß und stehen weit auseinander, wenige pro Wand. Es gibt hier kein dichtes Textband, das sich über zwanzig Meter Korridor zieht, sondern ein paar Szenen, die Sie in wenigen Minuten überblicken.
Die bekannteste zeigt den Nachfolger Eje, wie er am mumifizierten König die Mundöffnung vollzieht, jenen Ritus, der dem Toten Sprache, Atem und Sinne zurückgeben soll. Ungewöhnlich ist nicht der Ritus, sondern dass ein Nachfolger so prominent im Grab seines Vorgängers auftritt. Die übrigen Wände bringen stark verkürzte Auszüge aus den Jenseitsbüchern, also dasselbe Thema wie überall im Tal: die Fahrt der Sonne durch die Stunden der Nacht und den König, der von Göttern empfangen wird.
Eine Besonderheit fällt vielen erst auf, wenn man sie darauf hinweist. Auf dem Putz sitzen bräunliche Flecken, Spuren mikrobiellen Wachstums, die entstanden sind, weil die Wände noch nicht durchgetrocknet waren, als das Grab geschlossen wurde. Sie gelten als Hinweis darauf, dass die Bestattung in Eile geschah. Seit dem Fund sind sie dokumentiert und haben sich seither nicht weiter ausgebreitet.
Wer vorher in Ramses V./VI. oder Ramses III. war, erkennt die Bildsprache sofort wieder und sieht sie hier auf einen einzigen Raum zusammengedrängt. Genau darin liegt der Reiz für Leute, die sich für die Malerei interessieren: KV62 ist die Kurzfassung dessen, was die anderen Gräber über hunderte Quadratmeter ausbreiten. Für alle anderen ist es einfach ein kleiner Raum.
Warum das Grab so klein ist
Königsgräber im Tal entstanden über Jahre, oft über Jahrzehnte. Ein König, der dreißig Jahre regierte, ließ dreißig Jahre lang graben, verputzen und bemalen, und das Ergebnis ist ein Bauwerk mit Korridoren, Pfeilerhallen und Seitenkammern. Tutanchamun starb jung und nach kurzer Regierungszeit. Sein Grab ist das, was in dieser knappen Zeit fertig wurde, und es hat den Zuschnitt, der zu dieser Zeit passt.
In der Ägyptologie gilt es als wahrscheinlich, dass KV62 gar nicht als Königsgrab angelegt war, sondern ein kleineres, bereits vorhandenes Grab, das für die Bestattung kurzfristig hergerichtet wurde. Der Grundriss spricht dafür: eine Treppe, ein kurzer Korridor, eine Vorkammer, die Grabkammer, eine Seitenkammer. Kein langer Abstieg, keine Pfeilerhalle, und bemalt wurde nur der eine Raum, in dem der Sarkophag stand.
Das erklärt auch die Bilder, die Sie vom Fund kennen. Die Aufnahmen der Ausgrabung zeigen Kammern, die bis unter die Decke vollgestellt waren: Betten übereinander, Streitwagen zerlegt, Truhen aufeinander. Der Grabschatz eines Königs musste in einen Raum, der dafür nicht gebaut war. Was auf den Fotos wie überbordender Reichtum aussieht, ist zu einem Teil schlicht Platzmangel.
Für Ihren Besuch hat das eine praktische Folge. Sie besichtigen hier kein Bauwerk, sondern einen Ort. Wer mit der Erwartung hineingeht, Architektur zu sehen, wird enttäuscht. Wer hineingeht, um in dem Raum zu stehen, in dem 1922 alles noch stand, bekommt genau das.
Der Fund von 1922 und was Carter vorfand
Howard Carter fand KV62 im Jahr 1922 nahezu unversehrt, und die Gründe dafür sind unspektakulär. Das Grab war klein, es wurde schnell versiegelt, und es verschwand unter dem Abraum eines später darüber geschlagenen Grabes. Diebe waren in der Antike auch hier gewesen, aber sie kamen nicht weit, und das Grab wurde wieder verschlossen. Danach lag es unter Schutt, während die Arbeiter im Tal ihre Hütten darüber bauten.
Fast jedes andere Grab hier wurde ausgeraubt, oft binnen weniger Jahrzehnte nach der Bestattung. Die Priester einer späteren Zeit gaben es schließlich auf, die einzelnen Gräber zu verteidigen, und brachten die Königsmumien in wenigen versteckten Depots zusammen. Deshalb ist das Tal der Könige heute Architektur und Malerei und kein Schatzhaus. Der Fund von 1922 ist die Ausnahme, die die Regel überhaupt erst bekannt gemacht hat.
Das Räumen dauerte bis in die frühen 1930er-Jahre. Rund fünftausend Objekte wurden einzeln verzeichnet, fotografiert, gesichert und abtransportiert, und dieses Vorgehen war für seine Zeit ungewöhnlich sorgfältig. Es ist der Grund, warum wir heute wissen, was wo stand, und warum sich der Fund im Museum überhaupt als Ensemble zeigen lässt und nicht nur als eine Reihe schöner Einzelstücke.
Was das für Ihren Besuch bedeutet, ist schlicht: Das Grab, das Sie betreten, ist das Ergebnis dieser Arbeit. Es ist leer, weil es sorgfältig geleert wurde. Die zehn Jahre, die das gekostet hat, sind derselbe Vorgang, der die Objekte für Sie erhalten hat.
Die Schätze sind nicht hier
Das ist der Punkt, an dem die meisten Erwartungen kippen. Die Maske, das Gold, die Schreine, die Streitwagen — nichts davon ist im Grab. Der vollständige Fund, rund fünftausend Objekte, steht im Großen Ägyptischen Museum bei Gizeh. Dort wird er zum ersten Mal wieder zusammen gezeigt, seit Carters Team das Grab zwischen 1922 und den frühen 1930er-Jahren räumte.
Das Museum ist deshalb nicht die Alternative zum Tutanchamun-Grab, sondern die andere Hälfte davon. Dort bekommen Sie die Betten, das Leinen und die Gehstöcke neben dem Gold, und genau das ist der Wert: Das Ensemble sagt weit mehr über die Bestattung aus als die Maske allein. Wer beides sieht, versteht KV62 rückwirkend. Wer nur das Grab sieht, sieht einen kleinen bemalten Raum.
Planen Sie das Museum entsprechend. Es liegt am Wüstenrand bei Gizeh, rund zwei Kilometer von den Pyramiden entfernt. Drei Stunden sind dort die Untergrenze für einen ersten Besuch, denn die Tutanchamun-Räume liegen am Ende des Wegs, nicht am Anfang. Der Eintritt läuft normalerweise über Zeitfenster, die vorab online gebucht werden, und in der Hochsaison sind sie früh weg.
Grab und Museum in einer Reise verbinden
Die beiden Hälften liegen weit auseinander. Zwischen Kairo und Luxor sind es auf der Straße rund 650 Kilometer und neun bis zehn Stunden. Der Flug dauert etwa eine Stunde, und es gibt mehrere am Tag; der Nachtzug ist billiger und spart eine Hotelnacht, die Abteile sind einfach und der Schlaf lückenhaft. Für die Planung heißt das: Museum und Grab sind zwei verschiedene Reisetage, nicht zwei Stopps an einem Vormittag.
Auf die Reihenfolge kommt es weniger an, als viele denken, aber sie verändert das Erlebnis. Die meisten Rundreisen beginnen in Kairo, also sehen Sie zuerst das Museum und danach das Grab. Das funktioniert gut: Sie kennen die Objekte, und der kleine Raum am Westufer bekommt seine Bedeutung, weil Sie wissen, was einmal darin stand. Fahren Sie umgekehrt, liefert das Museum die Auflösung nach, was ebenfalls trägt.
Ein Fehler taucht immer wieder auf: den Museumstag mit dem Plateau von Gizeh und noch einem dritten Ziel zu füllen. Ein Pyramidenvormittag und ein ernsthafter Museumsnachmittag sind bereits ein voller Tag. Am Luxor-Tag gilt dasselbe in klein. Das Tal der Könige bei Öffnung, danach der Hatschepsut-Tempel, ein drittes Ziel je nach Kraft — und KV62 als kurzer Zusatz mittendrin, nicht als eigener Programmpunkt.
Für wen sich das Tutanchamun-Grab lohnt
Wenn Sie das Museum in Gizeh bereits gesehen haben oder noch sehen werden, lohnt es sich. Das Grab schließt dann eine Geschichte ab, die anderswo begonnen hat. Der kleine Raum stört nicht mehr, weil Sie wissen, was einmal darin stand. Dasselbe gilt, wenn der Name der Grund Ihrer Reise ist — dann fahren Sie nicht ans Westufer und lassen ausgerechnet dieses Grab aus.
Wenn Sie dagegen zum ersten Mal im Tal sind, eine begrenzte Zahl von Stunden und ein begrenztes Budget für Zusatztickets haben, gibt es bessere Käufe. Ramses V./VI. (KV9) gibt von den kostenpflichtigen Gräbern am meisten fürs Geld. Es ist ein weites, helles Grab mit einer astronomischen Decke, auf der die Himmelsgöttin Nut zu sehen ist. Sethos I. (KV17) ist das längste und tiefste im Tal und das schönste, entsprechend teuer. Beide zeigen Ihnen mehr gemalte Fläche als KV62.
Das eine kostenpflichtige Extra, das wir uneingeschränkt empfehlen, liegt gar nicht hier. Es ist das Grab der Nefertari im Tal der Königinnen, rund zehn Autominuten entfernt, mit eigenem Eintritt und eigenem Zusatzticket. Die Farbe ist besser erhalten als alles andere am Westufer. Der Besuch ist in der Praxis auf etwa zehn Minuten begrenzt, und er ist teuer. Wenn gemalte Dekoration der Grund ist, weshalb Sie nach Luxor gekommen sind, ist es das Geld wert.
Es gibt noch eine Gruppe, für die sich KV62 klar lohnt, und sie wird selten genannt: Reisende, die schlecht zu Fuß sind oder Hitze schwer vertragen. Das Grab ist kurz und flach, verglichen mit dem langen, steilen Abstieg von Sethos I. Wer nur ein oder zwei Gräber schafft und den berühmten Namen trotzdem nicht auslassen möchte, bekommt hier das beste Verhältnis von Anstrengung zu Erlebnis im ganzen Tal.
Fotografieren: eigene Regeln, die sich ändern
In den meisten Gräbern dürfen Sie fotografieren, mit einem Fototicket, das am Eingang gekauft wird. Fragen Sie am Schalter, ob Ihr Handy mit abgedeckt ist oder nur Kameras. Kein Blitz, keine Stative, nichts an Wände oder Glas anlehnen.
Tutanchamun, Sethos I. und Nefertari werden davon gesondert behandelt und hatten das Fotografieren zeitweise ganz verboten oder eine eigene Genehmigung verlangt. Verlassen Sie sich nicht darauf, was ein Blog letztes Jahr geschrieben hat. Die Regeln haben sich mehr als einmal geändert, und das Personal setzt die jeweils geltende durch. Dasselbe gilt für die Tutanchamun-Säle im Museum. Auch dort waren die Regeln strenger als im Rest des Hauses.
Technisch ist KV62 ohnehin schwierig. Es ist dunkel, das Licht kommt aus wenigen Punkten, die Vitrine spiegelt, und ohne Blitz und Stativ bleibt Ihnen eine hohe Empfindlichkeit und eine ruhige Hand. Rechnen Sie nicht damit, die Wände mitzunehmen. Zwei oder drei Aufnahmen, den Rest der Zeit schauen — das ist in diesem Grab die bessere Rechnung als anderswo, weil Sie ohnehin nur Minuten drin sind.
Wann Sie hingehen sollten
Früh. Die Anlage öffnet gegen 6 Uhr, und die ersten Reisegruppen treffen ab etwa 8 Uhr ein. Die Gräber sind in Fels geschlagen, ohne Luftzug. Drinnen ist es heißer und enger als im offenen Tal, das an einem Sommernachmittag selbst rund 40 Grad erreicht. Ein Gang, der um halb sieben angenehm ist, ist um zehn unangenehm.
Für die Reihenfolge gilt derselbe Trick wie im ganzen Tal: an den ersten Gräbern vorbeigehen, am hinteren Ende anfangen und sich zurückarbeiten. Drei Gräber plus ein kostenpflichtiges Extra dauern etwa zweieinhalb Stunden. Die meisten verbinden den Vormittag mit dem Hatschepsut-Tempel und einer dritten Stätte. Zum Mittagessen sind sie zurück. Von den Hotels am Ostufer sind es 30 bis 45 Minuten mit dem Auto, über die Brücke südlich der Stadt.
Die Jahreszeit zählt fast so viel wie die Uhrzeit. November bis Februar ist am Westufer angenehm, mit warmen Tagen und kühlen Morgenstunden. März und Oktober sind machbar, wenn Sie früh anfangen und am späten Vormittag fertig sind. Mai bis September ist hart, und im Hochsommer geht es beim frühen Start nicht mehr um die Ruhe, sondern darum, sich nicht zu überfordern.
Der Andrang folgt weniger dem Kalender als dem Fahrplan der Nilkreuzfahrten. Liegen mehrere Schiffe gleichzeitig in Luxor, füllen sich das Tal und Hatschepsut bis zum späten Vormittag, ganz gleich in welchem Monat. Einen veröffentlichten Fahrplan, nach dem Sie das planen könnten, gibt es nicht. Die erste Stunde nach der Öffnung ist ruhig, unabhängig davon, was die Schiffe machen — das ist der ganze Grund für das frühe Aufstehen.
Muss man vorher buchen?
Nein. Alle Tickets für das Tal der Könige werden am Tag vor Ort verkauft, und ausverkauft ist nie. Das Risiko ist nicht die Verfügbarkeit, sondern die Schließung: Einzelne Gräber werden ohne Vorankündigung für Konservierungsarbeiten geschlossen, manchmal monatelang.
Ist KV62 der Grund für Ihren Besuch, prüfen Sie ein paar Tage vorher den Stand. Sonst erfahren Sie am Schalter, dass es an Ihrem Datum zu ist. Für das Große Ägyptische Museum gilt das Gegenteil. Dort läuft der Eintritt über Zeitfenster, die vorab online gebucht werden. Das regeln Sie vor dem Abflug, nicht am Morgen.
Auf einer organisierten Reise übernimmt das der Veranstalter, und es ist eine der wenigen Stellen, an denen sich das wirklich auszahlt: Jemand vor Ort weiß, welche Gräber diese Woche offen sind, und kann das Programm am Vorabend noch verschieben. Wer selbst plant, sollte KV62 nicht zum Angelpunkt eines ganzen Tages machen, sondern als das behandeln, was es ist — ein kurzer Zusatz auf einem Vormittag, der auch ohne ihn funktioniert.
Konservierung: warum KV62 gesondert behandelt wird
Das Tutanchamun-Grab ist eines der am genauesten beobachteten Gräber Ägyptens, und das Problem ist der Besucher selbst. Atemfeuchte, Körperwärme und eingetragener Staub setzen bemaltem Putz in einer geschlossenen Felskammer zu, besonders in einem so kleinen Raum, durch den an einem Vormittag viele Menschen gehen. Daher der Steg, die Absperrungen und die Zurückhaltung, mit der das Personal Sie weiterschiebt.
Daraus folgen zwei Dinge, die Reisende regelmäßig überraschen. Erstens die wechselnden Fotoregeln, die keine Schikane sind, sondern eine Stellschraube unter mehreren. Zweitens die Möglichkeit, dass das Grab ohne Ankündigung geschlossen wird, wenn gearbeitet werden muss. Beides ist der Preis dafür, dass ein Raum, der nie für Publikum gedacht war, überhaupt betreten werden darf.
Am Eingang des Tals, in der Nähe des Hauses, in dem Carter während der Grabung wohnte, steht außerdem eine maßstabsgetreue Nachbildung der Grabkammer. Sie wurde angelegt, um Druck vom Original zu nehmen, und ist für Leute interessant, die die Wände in Ruhe und bei gutem Licht ansehen wollen. Ob sie an Ihrem Tag zugänglich ist, klären Sie vor Ort; verlassen Sie sich nicht darauf, dass sie geöffnet hat.
Der Fluch des Pharao: woher die Geschichte kommt
Die Geschichte ist fast so alt wie der Fund und stammt aus der Presse der 1920er-Jahre. Die Entdeckung war eine Weltnachricht, die Berichterstattung war exklusiv vergeben, und die übrigen Zeitungen mussten sich etwas anderes einfallen lassen. Ein Fluch, der jeden treffe, der die Ruhe des Königs störe, ließ sich ohne Zugang zur Grabung schreiben und verkaufte sich hervorragend.
Im Grab selbst wurde keine Inschrift gefunden, die einen Fluch ausspricht. Für einen Zusammenhang zwischen dem Grab und dem Tod einzelner Beteiligter gibt es keinen Beleg; der Fund beschäftigte über ein Jahrzehnt lang viele Menschen, von denen einige in dieser Zeit starben, wie das in jeder größeren Gruppe der Fall ist. Als Stoff hat sich die Sache trotzdem gehalten, und sie ist Teil des Grundes, warum dieser Name jedem etwas sagt.
Für den Besuch spielt das keine Rolle, außer dass Ihnen die Geschichte am Westufer und im Museum begegnen wird, gern erzählt und selten eingeordnet. Nehmen Sie sie als das, was sie ist: ein Stück Mediengeschichte aus den 1920er-Jahren, nicht ägyptische Religionsgeschichte.
Häufige Missverständnisse über das Tutanchamun-Grab
Das erste und teuerste: die Goldmaske im Grab zu erwarten. Sie ist im Großen Ägyptischen Museum bei Gizeh, zusammen mit dem übrigen Fund. Wer das Extraticket kauft, um die Maske zu sehen, kauft das falsche Ticket. Das zweite Missverständnis geht in die andere Richtung: Die Mumie ist nicht in Kairo. Anders als fast alle Königsmumien ist sie im Grab geblieben.
Das dritte betrifft die Lage. Das Tal der Könige liegt nicht bei den Pyramiden, sondern am Westufer von Luxor, gut 600 Straßenkilometer südlich von Kairo. Grab und Fund liegen also in zwei verschiedenen Städten, und wer beides sehen will, braucht beide Stationen in seiner Reiseroute.
Das vierte ist ein rein deutsches Problem mit zwei ähnlichen Namen. Nefertari war eine Gemahlin Ramses II., und ihr Grab liegt im Tal der Königinnen am Westufer. Nofretete war die Gemahlin Echnatons, und ihre berühmte Büste steht in Berlin. Beide haben mit Tutanchamuns Grab nichts zu tun, werden aber regelmäßig damit in einen Topf geworfen.
Und ein fünftes, das bei der Reiseplanung Geld kostet: Ausstellungen in Europa, die den Namen tragen, sind nicht automatisch Ausstellungen mit Originalen. Es hat beides gegeben, Schauen mit echten Objekten und Schauen mit Nachbildungen. Schauen Sie nach, was genau gezeigt wird, bevor Sie Ihre Erwartung an eine Reise nach Ägypten daran ausrichten.
Was Sie für den Vormittag mitnehmen sollten
Wasser für jede Person und mehr, als Ihnen im Hotel vernünftig erscheint, eine Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Schuhe, die auf staubigen Stufen greifen. Der Boden zwischen den Gräbern ist uneben, und jeder Grabeingang bedeutet eine Rampe oder Stufen hinunter und denselben Weg wieder hinauf. Feste Schuhe zählen hier mehr als an den Tempeln.
Dazu kleine Scheine: für die Toiletten, für die Elektrobahn und für den Fall, dass Sie das Angebot eines Grabwächters annehmen, der eine Absperrung anhebt oder mit der Taschenlampe auf ein Detail leuchtet. Sie dürfen freundlich und bestimmt nein sagen, und es passiert nichts. Eine kleine eigene Taschenlampe ist erlaubt und hilft an dunklen Stellen, Blitzlicht dagegen nicht.
Was Sie nicht brauchen: Stativ, große Kameratasche und ein volles Tagesprogramm. Auf dem Gelände gibt es nichts Vernünftiges zu essen, planen Sie das Frühstück also vor der Abfahrt oder nehmen Sie etwas mit. Und lassen Sie Zeitpuffer. Wer den Vormittag auf die Minute plant, verliert im Tal genau die halbe Stunde, für die er so früh aufgestanden ist.
Häufige Fragen
Ist das Tutanchamun-Grab im Standardticket enthalten?+
Nein. Das allgemeine Ticket für das Tal der Könige deckt drei Gräber aus einer wechselnden Auswahl ab. KV62 wird getrennt verkauft, ebenso Sethos I. (KV17) und Ramses V./VI. (KV9). Alle Tickets gibt es am selben Schalter im Besucherzentrum am Parkplatz.
Liegt Tutanchamuns Mumie noch im Grab?+
Ja. Fast alle Königsmumien sind ins Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation in Kairo umgezogen. Seine ist in KV62 geblieben. Seine Grabbeigaben dagegen stehen im Großen Ägyptischen Museum bei Gizeh. Das Grab ist also Architektur, Wandmalerei und die Mumie. Die Objekte liegen eine Tagesreise weiter nördlich.
Wo ist die Goldmaske des Tutanchamun?+
Im Großen Ägyptischen Museum bei Gizeh, zusammen mit dem übrigen Fund aus dem Grab. Im Tal der Könige ist sie nicht und war sie seit der Räumung des Grabes nie. Wer das Zusatzticket für KV62 kauft, um die Maske zu sehen, wird enttäuscht. Grab und Fund liegen in zwei verschiedenen Städten.
Wie lange dauert der Besuch von KV62?+
Kurz. Es ist das kleinste der berühmten Gräber, und bemalt ist nur die Grabkammer. Viel mehr als hineingehen, stehen bleiben und herauskommen ist es nicht. Rechnen Sie mit Minuten, nicht mit einer halben Stunde. Die Zeit im Tal geht für die drei Gräber des Standardtickets drauf, nicht für dieses.
Darf man im Tutanchamun-Grab fotografieren?+
Das hat sich mehrfach geändert. In den meisten Gräbern genügt eine am Eingang gekaufte Fotogenehmigung, doch Tutanchamun, Sethos I. und Nefertari werden gesondert behandelt und hatten das Fotografieren zeitweise ganz untersagt oder eine eigene Genehmigung verlangt. Fragen Sie am Tag selbst am Schalter, statt sich auf einen älteren Blogbeitrag zu verlassen. Blitz und Stativ sind in jedem Fall ausgeschlossen.
Sollte ich lieber ins Große Ägyptische Museum gehen?+
Das ist keine Entweder-oder-Frage, wenn Ihre Reise ohnehin Kairo und Luxor enthält. Das Museum zeigt den vollständigen Fund, das Grab zeigt den Ort. Schaffen Sie wirklich nur eines und der Name ist der Grund, nehmen Sie das Museum. Dort stehen rund fünftausend Objekte, hier ein kleiner Raum.
Stimmt die Geschichte vom Fluch des Pharao?+
Nein. Eine Fluchinschrift wurde im Grab nicht gefunden, und für einen Zusammenhang zwischen dem Grab und dem Tod einzelner Beteiligter gibt es keinen Beleg. Die Geschichte entstand in der Presse der 1920er-Jahre, als die Berichterstattung über den Fund exklusiv vergeben war und die übrigen Zeitungen eigene Schlagzeilen brauchten. Erzählt wird sie vor Ort trotzdem gern.
Ist das Grab bei Platzangst oder eingeschränkter Beweglichkeit machbar?+
Das Tal ist insgesamt anstrengender als die meisten Stätten. Der Boden ist uneben, und jedes Grab bedeutet eine Rampe oder Stufen hinunter und denselben Weg wieder hinauf. KV62 ist klein und damit kurz. Gegenüber dem langen, steilen Abstieg von Sethos I. ist es deutlich leichter. Die Enge und die fehlende Luftbewegung stören manche allerdings mehr als die Tiefe. Sagen Sie es Ihrem Veranstalter vorher, damit das Tempo eingeplant wird.
Offizielle Quellen
Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.
Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.
Die Route, die die meisten zuerst nehmen, in der Länge, für die sie gemacht ist: Gizeh und das Große Ägyptische Museum, dann ein Flug nach Luxor und vier Nächte auf dem Nil bis Assuan.
Kein Schiff auf dieser Reise. Gizeh und das Große Ägyptische Museum, eine Nacht in Luxor für beide Ufer, zwei Nächte am Roten Meer und dann zurück nach Kairo für die Zitadelle, das koptische Kairo und die Königsmumien.
Fünf Nächte in Kairo, verteilt auf die Zeit vor und nach einer Fahrt über vier Nächte von Luxor nach Assuan. Die Tage in Kairo sind privat, nur Ihre Gruppe und eine Reiseleitung; die Besichtigungen vom Schiff aus teilen Sie sich mit einer kleinen Gruppe.