Berg Sinai: der Nachtaufstieg und was er wirklich verlangt
Der Berg Sinai, auf Deutsch auch Mosesberg, liegt im Landesinneren des Südsinai, und an seinem Fuß steht das Katharinenkloster. Bestiegen wird er fast immer nachts: Abfahrt kurz vor Mitternacht, zwei bis drei Stunden im Dunkeln bergauf, Gipfel zum Sonnenaufgang. Diese Seite beschreibt, wie diese Nacht abläuft und was Sie dafür brauchen. Und warum ein Teil der Besucher unten wieder ankommt und findet, es habe sich nicht gelohnt.
Wo der Berg Sinai liegt und wie Sie hinkommen
Der Sinai ist eine Halbinsel östlich des Sueskanals, ein Dreieck zwischen zwei Golfen, und gehört geografisch zu Asien. Der Berg Sinai steht in seinem gebirgigen Süden, weit weg von der Küste. Es ist eine Granitlandschaft, die mit dem Bild vom Roten Meer nichts zu tun hat. Unten am Berg liegt das Katharinenkloster, und um beides herum hat sich der kleine Ort Sankt Katharina gebildet.
Angefahren wird der Berg Sinai von der Küste. Von Dahab sind es rund zwei Stunden auf der Straße, von Sharm El Sheikh rund drei Stunden durch leere Wüste. Von Taba aus ist es ein ernsthafter Tagesausflug mit sehr frühem Start. Kontrollen sind auf den Sinai-Straßen Routine und kosten Zeit, die sich nicht vorhersagen lässt — behalten Sie Ihren Reisepass bei sich und bauen Sie Puffer in jeden Plan ein, der später mit einem Flug endet.
Einen eigenen Flughafen hat Sankt Katharina für Sie nicht. Wer aus Europa anreist, landet praktisch immer in Sharm El Sheikh und fährt von dort landeinwärts; alles andere ist ein Umweg. Der Ort selbst ist klein: ein paar einfache Unterkünfte, Läden und die Straße zum Kloster. Wer hier eine Infrastruktur wie in einem Badeort erwartet, hat das falsche Bild im Kopf. Das ist ein Bergdorf in der Wüste, und genau darin liegt sein Reiz.
Unterschätzen Sie die Fahrt nicht, weil die Zahl klein aussieht. Zwei Stunden auf einer Sinai-Straße sind nicht zwei Stunden auf einer Autobahn: Die Strecke steigt an, die Straße ist kurvig, und vor jedem Kontrollpunkt kann eine Warteschlange stehen. Rechnen Sie deshalb bei jedem Transfer mit einem Aufschlag, und legen Sie den Rückflug nicht auf den Vormittag nach der Bergnacht. Dieser eine Planungsfehler kostet mehr Menschen den Ausflug als schlechtes Wetter.
Warum ausgerechnet dieser Berg: Überlieferung und Nüchternheit
Der deutsche Name sagt es: Mosesberg. Nach der Überlieferung von Judentum, Christentum und Islam empfing Mose hier die Gebote, und aus dieser Überlieferung heraus ist alles entstanden, was heute am Berg steht — das Kloster am Fuß, der Weg hinauf, der Betrieb rund um den Sonnenaufgang. Für Millionen Menschen ist das einer der bedeutendsten Orte überhaupt, und dieses Gewicht spüren Sie an einem gewöhnlichen Ausflugsmorgen kaum, weil zu viele Menschen gleichzeitig dort oben stehen.
Ehrlich bleiben heißt hier: Die Gleichsetzung dieses Gipfels mit dem Berg der biblischen Erzählung ist Tradition, kein archäologischer Nachweis. Andere Berge der Region sind über die Jahrhunderte ebenfalls vorgeschlagen worden, und die Diskussion ist nicht entschieden. Das schmälert den Ort nicht. Es verschiebt nur, worum es bei einem Besuch geht: um eine über sehr lange Zeit gelebte Verehrung an einem bestimmten Punkt in der Landschaft, nicht um einen Beweis.
Das hat eine praktische Folge für Ihre Erwartung. Gehen Sie wegen der Geschichte und wegen der Wüstenlandschaft hin, nicht wegen eines stillen spirituellen Moments — den bekommen Sie in einer Nacht, in der sich Hunderte Menschen denselben Sonnenaufgang teilen, mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht. Wer den ruhigen Moment sucht, findet ihn eher an einem der Nachbargipfel oder bei einer Nacht im Ort, wenn die Ausflugsbusse wieder an der Küste sind.
Von Dahab, Sharm El Sheikh oder Taba: der richtige Ausgangspunkt
Dahab ist der bequemste Ausgangspunkt. Rund zwei Stunden Fahrt heißt: Sie steigen später ins Auto und kommen früher zurück, und der Schlafverlust fällt spürbar kleiner aus. Dahab ist ohnehin der Ort auf dem Sinai, an dem Wandern, Wüste und Berge zum normalen Programm gehören, und dort ist es am leichtesten, einen Ausflug zu finden, der nicht rein nach Stückzahl organisiert ist.
Sharm El Sheikh ist der häufigste Ausgangspunkt, weil dort die meisten Gäste wohnen und der Flughafen liegt. Der Preis dafür ist die Fahrzeit: rund drei Stunden je Richtung durch leere Wüste, zusätzlich zu Aufstieg, Wartezeit am Gipfel und Abstieg. Wer aus Sharm fährt, ist gut zwölf Stunden unterwegs und oft länger, und verliert eine komplette Nacht. Das ist machbar, aber es ist kein Ausflug, den man nebenbei zwischen zwei Tauchtage legt.
Taba ist der weiteste der drei. Von dort ist der Berg ein ernsthafter Tagesausflug mit sehr frühem Start, und wer nur ein, zwei Nächte in Taba hat, sollte sich fragen, ob er dafür den halben Aufenthalt im Fahrzeug verbringen will. Sinnvoller ist Taba als Glied einer längeren Sinai-Reise, mit einer Etappe weiter südlich nach Dahab und von dort ins Landesinnere.
Und es gibt den vierten Weg, den die wenigsten buchen und der oft der beste ist: von der Küste am Nachmittag hinauffahren, in Sankt Katharina übernachten, und die Nacht dort beginnen, wo der Berg steht. Sie sparen die Anfahrt in der Dunkelheit, Sie sind vor dem Aufstieg ein paar Stunden auf Höhe gewesen, und Sie können das Kloster am folgenden Tag mit wachem Kopf ansehen statt am Ende einer durchwachten Nacht.
Wie der Nachtaufstieg tatsächlich abläuft
Die üblichen Ausflüge fahren gegen Mitternacht an der Küste los. So gehen Sie im Dunkeln hinauf und erreichen den Gipfel zum Sonnenaufgang. Der Aufstieg dauert zwei bis drei Stunden. Den größten Teil davon nimmt der Kamelpfad, ein breiter, gleichmäßig ansteigender Weg, der sich um den Berg legt. Das letzte Stück ist eine lange Treppe aus groben, unregelmäßigen Steinstufen, und die geht jeder zu Fuß.
Oben ist es kalt. Der Gipfel liegt über 2.000 Metern, und vor Sonnenaufgang friert man dort auch im August. Sie stehen und warten, meist zwischen vielen anderen Menschen: Die Menge auf dem Gipfel kann groß und laut sein, weil alle Ausflüge derselben Uhr folgen. Danach geht es dieselbe Strecke wieder hinunter, und der Abstieg ist für die Knie härter als der Aufstieg — Sie machen ihn im Hellen, müde, nach einer durchwachten Nacht.
Rechnen Sie die Nacht einmal in Stunden durch, bevor Sie buchen, denn die Summe überrascht die meisten. Von der Küste aus: zwei bis drei Stunden Fahrt, zwei bis drei Stunden Aufstieg, eine mehr oder weniger lange Wartezeit im Kalten am Gipfel, zwei Stunden Abstieg, dann das Kloster, dann dieselbe Fahrt zurück. Sie sind nicht vier Stunden unterwegs, sondern den größten Teil eines Tages, und den einen Teil davon ohne Schlaf.
Der Weg selbst ist technisch harmlos. Niemand klettert, es gibt keine ausgesetzten Stellen, und der Kamelpfad ist breit genug, dass man nebeneinander gehen kann. Was ihn anstrengend macht, ist die Kombination: Dunkelheit, an der Ihre Augen den Untergrund schlecht lesen, loses Geröll auf dem Pfad, die stetige Steigung ohne echte flache Abschnitte und am Ende die Stufen, die unregelmäßig hoch sind. Ein gleichmäßiges, langsames Tempo bringt Sie besser hinauf als Etappen im Wechsel aus Eile und Pause.
Am Weg stehen einfache Stände, an denen Tee, Wasser und manchmal Decken angeboten werden. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass an Ihrem Tag geöffnet ist, und rechnen Sie damit, bar zu zahlen. Gehen Sie außerdem davon aus, dass es unterwegs keine Toiletten in dem Sinne gibt, den Sie von zu Hause kennen.
Die Stunden am Gipfel und der Abstieg im Hellen
Die Wartezeit oben ist der Teil, den Ausflugsbeschreibungen gern überspringen. Sie kommen im Dunkeln an, Sie setzen sich auf kalten Granit, und dann vergeht Zeit, bis der Himmel hell wird. Es ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob Sie richtig angezogen sind: Wer im Aufstieg geschwitzt hat und dann eine Stunde still sitzt, kühlt schnell aus. Ziehen Sie die warme Schicht an, bevor Sie frieren, nicht danach.
Der Sonnenaufgang selbst dauert kürzer, als die Vorfreude vermuten lässt. Was ihn trägt, ist nicht der Ball am Horizont, sondern das Licht, das nach und nach über die Granitrücken ringsum läuft, ein Gebirge in Braun, Rot und Grau, ohne Grün, ohne Wasser, ohne Straße. Wer diese Landschaft mag, bekommt in wenigen Minuten viel. Wer eine Aussicht mit Wiedererkennungswert erwartet, findet einen weiten, kargen Blick und fragt sich, wofür die Nacht war.
Der Abstieg im Hellen ist die Belohnung für alle, die aufmerksam bleiben: Sie sehen zum ersten Mal, wo Sie in der Nacht gegangen sind, und der Weg ist bei Tageslicht ein ganz anderer Eindruck. Er ist zugleich der Abschnitt mit den meisten kleinen Verletzungen. Müde Beine, loses Geröll und ein Gefälle, das nie aufhört, sind zusammen der Grund, weshalb Knöchel und Knie hier leiden. Gehen Sie kurze Schritte, halten Sie das Tempo ruhig, und benutzen Sie Stöcke, wenn Sie damit umgehen können.
Planen Sie danach nichts Anspruchsvolles mehr. Der Rest des Tages gehört der Rückfahrt, dem Kloster, wenn es an Ihrem Datum geöffnet ist, und dem Schlaf. Tauchgänge am selben Tag sind eine schlechte Idee, und ein Flug am selben Abend ist einer der zuverlässigsten Wege, sich den Ausflug zu verderben.
Was Sie dabeihaben sollten
Eine Stirnlampe. Sie gehen mehrere Stunden im Dunkeln über unebenen Untergrund, und ein Handy in der Hand ist dafür keine Lösung. Dazu eine richtige warme Schicht, nicht eine dünne Jacke. Wüste und Berge kühlen nach Einbruch der Dunkelheit stark aus, und der Gipfel ist im Morgengrauen ganzjährig kalt.
Feste Schuhe mit Profil, weil die letzten Stufen grob und ausgetreten sind. Mehr Wasser, als Sie für eine Nachtwanderung veranschlagen würden. Bargeld in kleinen Scheinen, weil oben am Berg und in den kleineren Betrieben nicht überall Karten genommen werden. Und so wenig Gepäck wie möglich — alles, was Sie mitnehmen, tragen Sie fünf bis sechs Stunden.
Denken Sie in Schichten statt in einem dicken Stück. Sie werden im Aufstieg warm und am Gipfel kalt, und nur mit mehreren Lagen können Sie darauf reagieren: ein Funktionsshirt, eine Fleece- oder Isolationsschicht, dazu eine wind- und wasserabweisende Jacke. Mütze und dünne Handschuhe wiegen fast nichts und machen die Wartezeit am Gipfel zu einer anderen Stunde. Wer im Winter geht, braucht deutlich mehr davon, nicht nur das Gleiche noch einmal.
Was sonst mitkommt: eine Ersatzbatterie oder Powerbank, weil Kälte Akkus schneller leert, als Sie erwarten; etwas zu essen für die Wartezeit, weil zwischen Abendessen und Frühstück viele Stunden liegen; eine wiederbefüllbare Flasche, denn Leitungswasser ist in Ägypten nicht zum Trinken; ein Schal oder Tuch gegen Staub und Wind. Wenn Sie anschließend das Kloster besuchen, packen Sie etwas ein, das Schultern und Knie bedeckt — es ist ein aktiver Ort des Gebets, und zurückhaltende Kleidung ist dort selbstverständlich.
Und die eine Sache, die fast alle vergessen: Sonnenschutz für den Rückweg. Sie gehen im Dunkeln hinauf und denken an Kälte, aber Sie steigen bei vollem Licht ab, in großer Höhe, ohne einen einzigen Baum am Weg. Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung gehören in denselben Rucksack wie die Fleecejacke.
Wer den Aufstieg besser auslässt
Wer Knieprobleme hat, spürt sie beim Hinuntergehen deutlich stärker als beim Hinaufgehen — das ist der häufigste Grund, weshalb Menschen hinterher sagen, sie hätten es lieber gelassen. Ähnliches gilt bei Problemen mit dem Gleichgewicht oder bei stark eingeschränkter Nachtsicht: Ein Weg über loses Geröll im Schein einer Stirnlampe verzeiht wenig, und Hilfe ist unterwegs begrenzt verfügbar.
Kleine Kinder gehören ehrlicherweise nicht auf diesen Ausflug. Es ist nicht die Strecke, sondern die Uhrzeit: Mitternacht abfahren, im Kalten warten, auf müden Beinen absteigen. Ältere Kinder, die gewohnt sind zu wandern, kommen gut zurecht, wenn die Familie das Tempo bestimmt und nicht die Gruppe. Fragen Sie beim Veranstalter vorher, ob die Gruppe zusammenbleiben muss oder ob Sie in Ihrem eigenen Rhythmus gehen dürfen.
Auch wer nach einer anstrengenden Kultur- oder Tauchwoche an der Küste ankommt, sollte die Rechnung ehrlich machen. Eine durchwachte Nacht kostet den folgenden Tag, manchmal auch den übernächsten. Wenn Ihre Reise ohnehin eng getaktet ist, ist der Berg Sinai der Programmpunkt, der am meisten nimmt und am wenigsten verzeiht.
Für alle diese Fälle gibt es eine vernünftige Antwort, die nicht Verzicht heißt: bei Tageslicht nach Sankt Katharina fahren, das Kloster und die Berglandschaft ansehen, vielleicht ein Stück des Weges hinaufgehen und wieder umkehren. Das ist ein guter halber bis ganzer Tag, es kostet keine Nacht, und Sie sehen dieselbe Landschaft, nur wach.
Das Katharinenkloster am Fuß des Berges
Das Kloster liegt unterhalb des Berges und ist der zweite Grund, weshalb Menschen hierher fahren. Die meisten Ausflüge hängen es an den Abstieg an, wenn die Gruppe schon seit Stunden auf den Beinen ist. Rechnen Sie damit, dass Sie es müde sehen. Entscheiden Sie vorher, ob Ihnen das reicht oder ob Sie eine Nacht in Sankt Katharina einlegen wollen.
Diese Seite nennt bewusst keine Öffnungszeiten und keine Eintrittsregelung. Der Zugang zu Kloster und Berg war in der Vergangenheit wiederholt von Schließungen und Beschränkungen betroffen, und eine Reise-Website ist dafür die falsche Quelle. Lassen Sie sich vor der Festbuchung von Ihrem Veranstalter oder vor Ort bestätigen, dass die Stätte an Ihrem Datum geöffnet ist und Genehmigungen ausgestellt werden.
Was Sie über den Ort wissen sollten, bevor Sie hingehen: Es ist ein aktives orthodoxes Kloster und eines der ältesten durchgehend bewohnten der Welt, mit einer bedeutenden Bibliothek und einer bedeutenden Ikonensammlung. Es ist kein Museum, das für Besucher gebaut wurde, sondern ein Ort, an dem gelebt und gebetet wird und der Besuch zulässt. Die für Besucher zugänglichen Bereiche sind entsprechend begrenzt, und die Zeitfenster sind es auch.
Rechnen Sie zudem damit, dass an manchen Tagen und rund um religiöse Feiertage gar nicht geöffnet ist. Das ist der eigentliche Grund, weshalb so viele Besucher hier enttäuscht werden: Sie buchen die Bergnacht wegen des Sonnenaufgangs und nehmen das Kloster als selbstverständliche Zugabe an, und dann steht die Gruppe am Morgen vor einem geschlossenen Tor. Wer das Kloster wirklich sehen will, plant es als eigenen Programmpunkt an einem geprüften Datum und nicht als Anhängsel.
Tagesausflug oder eine Nacht in Sankt Katharina
Es gibt drei Wege, diesen Ort zu besuchen, und die meisten Reisenden kennen nur den ersten. Erstens: der Nachtausflug von der Küste, mit Aufstieg im Dunkeln, Sonnenaufgang, Abstieg, Kloster und Rückfahrt. Das ist der Standard, der am meisten verkauft wird, und er ist zugleich die anstrengendste Variante, weil die Fahrzeit auf beiden Seiten der Nacht liegt.
Zweitens: der Tagesausflug ohne Aufstieg. Bei Tageslicht hinfahren, das Kloster besuchen, die Landschaft sehen, zurückfahren. Deutlich weniger anstrengend, gut geeignet für Familien und alle, denen nächtliches Wandern nichts gibt, und für das Kloster ist es die bessere Variante, weil Sie es wach ansehen.
Drittens: eine oder zwei Nächte im Ort. Diese Variante kostet Sie eine Übernachtung und gibt Ihnen dafür fast alles zurück, was den Standardausflug schwierig macht — Sie brechen ausgeruht auf, Sie sind nicht an die Uhr einer Gruppe gebunden, Sie können den Aufstieg verschieben, wenn das Wetter nicht mitspielt, und Sie erleben Sankt Katharina in den Stunden, in denen keine Busse da sind. Wer im Hochsinai wandern will, braucht diese Basis ohnehin.
Unsere Empfehlung, wenn Sie uns nach einer fragen: Wenn Sie ohnehin in Dahab wohnen und fit sind, ist der Nachtausflug vertretbar. In allen anderen Fällen, und besonders von Sharm oder Taba aus, ist eine Nacht in Sankt Katharina das bessere Geschäft. Sie zahlen eine Unterkunft mehr und bekommen dafür einen Reisetag zurück, den Sie sonst verschlafen hätten.
Wann im Jahr Sie gehen sollten
Der Hochsinai läuft auf einem anderen Kalender als die Küste. Frühjahr und Herbst sind die vernünftige Zeit, grob März bis Mai und September bis November. Die Temperaturen sind gehbar, ohne dass die Nacht zur Prüfung wird. Der Sommer ist oben zwar heiß, aber immer noch kühler als an der Küste. Ihr Aufstieg findet ohnehin nachts statt.
Der Winter ist die harte Jahreszeit. Die Nächte in Sankt Katharina gehören zu den kältesten in ganz Ägypten, und auf den Gipfeln liegt Schnee. Wer im Januar hinaufgeht, braucht deutlich mehr an warmer Kleidung als eine Fleecejacke aus dem Strandkoffer. Am Berg Sinai gilt für den Gipfel jederzeit dieselbe Regel. Im Morgengrauen ist es dort kalt, egal welchen Monat Ihr Flugticket trägt.
Denken Sie außerdem an den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, der sich über das Jahr spürbar verschiebt. Im Winter geht die Sonne spät auf, die Abfahrt an der Küste liegt also später und die Nacht ist kürzer, dafür ist die Wartezeit oben die kälteste des Jahres. Im Sommer beginnt der Tag früh, und Sie fahren entsprechend früher los. Verlassen Sie sich bei der Abfahrtszeit nicht auf eine Zahl aus einem älteren Reisebericht, sondern auf das, was Ihr Veranstalter für Ihr Datum nennt.
Zwei weitere Dinge verschieben den Ablauf, ohne dass sie im Wetterbericht stehen: der Ramadan, der jedes Jahr auf andere Kalendertage fällt und Öffnungszeiten und Arbeitsrhythmus vor Ort verändert, und die orthodoxen Feiertage, die für das Kloster maßgeblich sind. Beides lässt sich vorher klären und ist im Nachhinein nicht mehr zu reparieren.
Der Sinai-Stempel: eine Einreiseregel, die hier zählt
Am Flughafen Sharm El Sheikh und am Landübergang Taba gilt eine Besonderheit. Ankommende bekommen unter Umständen statt eines vollen Touristenvisums eine kostenlose Sinai-Einreiseerlaubnis. Sie gilt kurz und ist kein vollwertiges ägyptisches Visum. Abgedeckt ist ein festgelegter Abschnitt des östlichen Sinai. Das ist die Küste von Taba über Nuweiba und Dahab bis Sharm, dazu die Straße zum Katharinenkloster.
Für einen Ausflug zum Berg Sinai reicht sie also im Grundsatz. Für Kairo, Luxor oder eine Nilkreuzfahrt reicht sie nicht, und vielfach wird berichtet, dass sie auch den Nationalpark Ras Mohammed und Tauchausflüge nicht einschließt. Wenn Ihre Reise über die Halbinsel hinausgeht, nehmen Sie das reguläre Visum. Die Bedingungen ändern sich, prüfen Sie sie vor der Buchung am offiziellen E-Visa-Portal.
Entscheidend ist, dass diese Weiche bei der Ankunft gestellt wird und nicht am Morgen des Ausflugs. Wer am Schalter die kostenlose Erlaubnis bekommt und drei Tage später merkt, dass er doch nach Kairo oder auf ein Tauchboot möchte, hat ein Problem, das sich vor Ort nur umständlich lösen lässt. Überlegen Sie deshalb vor dem Abflug, was Ihre Reise noch vorhat, und entscheiden Sie danach — nicht danach, was am Flughafen schneller geht.
Kontrolliert wird nicht am Kloster, sondern an den Kontrollpunkten auf den Straßen, wenn Sie das erlaubte Gebiet verlassen. Der Fehler fällt deshalb typischerweise mitten in einem Tagesausflug auf, an einer Stelle, an der niemand mehr etwas ändern kann. Führen Sie Ihren Reisepass mit, wenn Sie das Hotelgelände verlassen, und fragen Sie bei jedem gebuchten Ausflug nach, wohin genau er führt.
Sicherheit: Südsinai und Nordsinai sind nicht dasselbe
Behandeln Sie die Halbinsel als zwei Gebiete, die sich nur einen Namen teilen. Der Süden mit Sharm, Dahab und der Straße nach Sankt Katharina ist die Reiseregion und stark bewacht. Die Straße zum Kloster wird täglich von Touristenfahrzeugen befahren. Der Nordsinai ist eine völlig andere Sache und keine Reiseregion.
Wie die Lage an Ihrem Reisedatum eingeschätzt wird, sagt Ihnen diese Seite nicht, weil das niemand seriös vorhersagen kann. Was wir Ihnen sagen können, ist, wo Sie nachsehen: Das Auswärtige Amt veröffentlicht laufend aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Ägypten, einschließlich der Sinai-Halbinsel im Einzelnen. Lesen Sie sie selbst, bevor Sie Geld festlegen, und noch einmal kurz vor Abflug.
Die Hinweise des Auswärtigen Amts sind Region für Region geschrieben. Der Abschnitt, den Sie brauchen, steht nicht in der Einleitung, sondern in den regionalen Passagen im Sicherheitsteil — dort werden Gebiete benannt. Achten Sie auf das Datum der letzten Aktualisierung, das ist die wichtigste einzelne Information auf der Seite. Notieren Sie sich dieses Datum zusammen mit dem Wortlaut, der Ihre Region betrifft; beim nächsten Aufruf sehen Sie dann in Sekunden, ob sich überhaupt etwas geändert hat.
Wer mit österreichischem oder Schweizer Pass reist, sieht beim eigenen Außenministerium nach. Die Länder schreiben nicht immer dasselbe, und für Ihren Versicherungsschutz zählt in aller Regel die Einschätzung Ihres eigenen Landes. Sagen Sie Ihrer Versicherung außerdem, dass ein Sinai-Abschnitt zur Reise gehört, und zwar bevor Sie abschließen. Ein Ausflug, der Sie aus Ihrem Hotelgebiet herausführt, kann anders bewertet werden als Ihr Hotelstandort, und Wüsten- und Überlandfahrten sind genau dieser Fall.
Mehrtägiges Trekking im Hochsinai: die ruhigere Alternative
Der Sinai ist das eigentliche Wandergebiet Ägyptens, und zwar richtiges Wandern. Beduinische Guides führen ab Sankt Katharina mehrtägige Routen durch die umliegenden Granitberge, mit Kamelen für das schwere Gepäck. Sie gehen mit leichtem Rucksack, schlafen unter freiem Himmel oder in einfachen Lagern und sehen eine Landschaft, die auf dem Standardausflug nur als Silhouette im Dunkeln vorkommt.
Die Tage sind lang und steil. Ein Gipfeltag kann 1.000 Höhenmeter aus einem Dorf heraus überwinden, das selbst schon bei rund 1.600 Metern liegt, und das mehrere Tage hintereinander auf grobem Untergrund. Wer das buchen will, sollte zu Hause in die Berge gegangen sein und wissen, wie sich der dritte Tag am Stück anfühlt. Es ist keine Wanderung, die man mit dem Vorsatz beginnt, unterwegs fit zu werden.
Die Jahreszeiten sind dieselben wie für den Berg Sinai, nur strenger: Frühjahr und Herbst, grob März bis Mai und September bis November. Im Hochwinter sind die Nächte hier die kältesten in ganz Ägypten, mit Schnee auf den Gipfeln, und der Sommer ist oben zwar erträglicher als an der Küste, für lange Tage im Freien aber heiß.
Der Vergleich mit dem berühmten Aufstieg fällt eindeutig aus, wenn es Ihnen ums Gehen geht. Der Mosesberg ist der bekannteste und mit Abstand der vollste Gipfel der Region. Die ruhigeren Gipfel in der Nachbarschaft geben für denselben Aufwand mehr zurück, weil Sie dort nicht in einer Kolonne gehen und oben nicht mit Hunderten anderen stehen. Praktisch heißt das auch: Sie brauchen eine Basis im Ort und einen ortskundigen Guide, keinen Bus von der Küste.
Was Sie vor der Buchung klären sollten
Fragen Sie zuerst nach dem Ablauf in Stunden: Abfahrtszeit, Fahrzeit je Richtung, geplante Ankunft am Gipfel, Zeit für das Kloster, geplante Rückkunft. Ein Anbieter, der diese fünf Zahlen für Ihr Datum nennen kann, hat den Ausflug im Griff. Wer nur mit dem Sonnenaufgang wirbt, hat ihn vielleicht nicht.
Fragen Sie zweitens, was tatsächlich enthalten ist: Transfer, Reiseleitung, Eintritte, Verpflegung — und was Sie vor Ort in bar dazuzahlen. Preise nennen wir auf dieser Seite bewusst nicht, weil Eintritte, Gebühren und Ausflugspreise am Sinai sich ändern und jede Zahl aus einem älteren Beitrag wahrscheinlich veraltet ist. Eine schriftliche Aufschlüsselung ist mehr wert als ein niedriger Startpreis.
Fragen Sie drittens nach Gruppengröße und Tempo. Ob Sie in einer Gruppe von zwölf oder von sechzig gehen, entscheidet über die Nacht mehr als jedes Ausrüstungsdetail, und ob die Gruppe zusammenbleiben muss, entscheidet darüber, ob Sie in Ihrem eigenen Rhythmus gehen dürfen. Klären Sie auch, ob ein Guide mit der langsamsten Teilgruppe geht — das ist der Punkt, an dem sich ein ordentlich organisierter Ausflug von einem Transportgeschäft unterscheidet.
Und klären Sie viertens den Fall, dass Kloster oder Berg an Ihrem Datum nicht zugänglich sind. Was passiert dann: Ersatztermin, Teilerstattung, anderes Programm? Das ist eine unangenehme Frage vor der Buchung und eine sehr teure danach.
Zu unserer eigenen Rolle, damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben: Wir schreiben die Seiten und stellen den Kontakt zu einem Reiseunternehmen in Ägypten her, das die Reise plant und durchführt — mit einem Bodenveranstalter in Kairo und örtlichen Fahrern und Guides auf dem Sinai. Sie buchen und zahlen dort, und dessen Bedingungen gelten. Ein Sinai-Abschnitt wird auf Anfrage kalkuliert statt über eine Kasse verkauft, weil Ausgangspunkt, Übernachtung und der Anschluss an einen Kairo- oder Nilabschnitt den Zuschnitt verändern.
Lohnt sich die Nacht?
Ehrlich: der Berg Sinai lohnt sich nicht für jeden. Manche finden den Sonnenaufgang über den Granitbergen bewegend und zählen ihn zum Stärksten ihrer Ägyptenreise. Andere beschreiben hinterher eine unbequeme Nacht ohne Schlaf, einen vollen Gipfel und eine Aussicht, die diesen Preis nicht wert war. Beide Gruppen sind gleich groß. Welcher Sie angehören, hängt weniger vom Berg ab als davon, wie Sie mit Kälte, Menschenmengen und Schlafentzug umgehen.
Wenn es Ihnen um das Gehen geht und nicht um den Namen, gibt es eine Alternative. Beduinische Guides führen ab Sankt Katharina mehrtägige Routen durch die umliegenden Granitberge, mit Kamelen für das schwere Gepäck. Die Tage sind lang und steil — ein Gipfeltag kann 1.000 Höhenmeter aus einem Dorf heraus überwinden, das selbst schon bei rund 1.600 Metern liegt. Die ruhigeren Gipfel in der Nachbarschaft geben für denselben Aufwand mehr zurück als der berühmteste.
Und wenn Sie nach all dem unsicher sind, ist das ein brauchbares Ergebnis. Der Berg Sinai ist keiner der Orte, die man in Ägypten gesehen haben muss, sondern einer, der Ihnen viel gibt, wenn Sie ihn aus dem richtigen Grund besuchen, und wenig, wenn Sie ihn abhaken. Die Landschaft steht auch bei Tageslicht da. Die Nacht ist eine Entscheidung, keine Pflicht.
Häufige Fragen
Sind Berg Sinai und Mosesberg dasselbe?+
Ja. Mosesberg ist der im Deutschen gebräuchliche Name für denselben Berg im Südsinai, an dessen Fuß das Katharinenkloster steht. Arabisch heißt er Gebel Musa. Sie werden alle drei Bezeichnungen in Programmen und auf Schildern finden, und gemeint ist jedes Mal derselbe Aufstieg.
Wie fit muss man für den Aufstieg sein?+
Fit genug für zwei bis drei Stunden stetiges Bergaufgehen bei Nacht, danach denselben Weg zurück. Technisch ist nichts daran schwierig, der Kamelpfad ist breit und gleichmäßig. Die Belastung kommt aus der Summe: Dunkelheit, Kälte, Höhe, kein Schlaf und ein Abstieg auf müden Beinen. Wer Knieprobleme hat, spürt sie beim Hinuntergehen deutlich stärker als beim Hinaufgehen.
Wie hoch ist der Berg Sinai, und wie kalt wird es oben?+
Der Gipfel liegt über 2.000 Metern. Konkrete Gradzahlen nennen wir nicht, weil sie von Jahreszeit, Wind und Nacht abhängen, aber die Regel ist einfach: Vor Sonnenaufgang ist es dort oben kalt, auch im August. Im Winter kommt Schnee auf den Gipfeln dazu, und die Nächte in Sankt Katharina gehören zu den kältesten in ganz Ägypten. Planen Sie mit mehreren Schichten, nicht mit einer Jacke.
Kann man den Berg Sinai auch tagsüber besteigen?+
Die verkauften Ausflüge sind fast alle auf den Sonnenaufgang ausgerichtet, weshalb im Dunkeln gegangen wird. Wer im Ort übernachtet, ist flexibler und kann den Aufstieg anders legen. Beachten Sie dann, dass es am Weg keinen Schatten gibt und Sonne, Höhe und Trockenheit bei Tageslicht ihren eigenen Preis haben. Klären Sie so etwas vor Ort mit einem ortskundigen Guide und nicht im Alleingang.
Ist der Aufstieg für Kinder oder ältere Reisende geeignet?+
Das Problem ist nicht die Strecke, sondern die Uhrzeit. Mitternacht abfahren, im Kalten warten und auf müden Beinen absteigen ist für kleine Kinder keine gute Idee. Ältere Kinder, die gewohnt sind zu wandern, kommen gut zurecht, wenn die Familie das Tempo bestimmt. Für ältere Reisende gilt dasselbe wie für alle mit empfindlichen Knien: Der Abstieg ist der harte Teil, und ein Tagesausflug zum Kloster ohne Aufstieg ist eine vollwertige Alternative.
Kann man auf einem Kamel hinaufreiten?+
Der übliche Weg heißt Kamelpfad, und Kamele arbeiten dort. Ob an Ihrem Tag geritten wird und bis wohin, klären Sie vor Ort. Das wechselt, und wir nennen hier keine Preise. Die letzten Stufen zum Gipfel geht in jedem Fall jeder zu Fuß. Ein Kamel bringt Sie nicht bis nach oben.
Kann man den Berg Sinai von Kairo aus besuchen?+
Praktisch nicht als Tagesausflug. Der Berg liegt im Südsinai, mehrere Fahrstunden von der nächsten Küstenstadt entfernt, und Kairo liegt noch einmal deutlich weiter weg. Sinnvoll ist er von Dahab oder Sharm El Sheikh aus, als Nachtausflug oder mit einer Übernachtung in Sankt Katharina. Wer von Kairo kommt, plant ihn als eigenen Reiseabschnitt ein, nicht als Ausflug.
Was kostet der Aufstieg?+
Diese Seite nennt keinen Preis. Eintritte, Gebühren und Ausflugspreise am Sinai ändern sich. Jede Zahl aus einem älteren Beitrag ist wahrscheinlich veraltet. Lassen Sie sich vom Veranstalter aufschlüsseln, was im Ausflug enthalten ist: Transfer, Guide, Eintritte, Verpflegung. Fragen Sie dazu, was Sie vor Ort in bar zahlen.
Offizielle Quellen
Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.
Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.
Die Route, die die meisten zuerst nehmen, in der Länge, für die sie gemacht ist: Gizeh und das Große Ägyptische Museum, dann ein Flug nach Luxor und vier Nächte auf dem Nil bis Assuan.
Kein Schiff auf dieser Reise. Gizeh und das Große Ägyptische Museum, eine Nacht in Luxor für beide Ufer, zwei Nächte am Roten Meer und dann zurück nach Kairo für die Zitadelle, das koptische Kairo und die Königsmumien.
Fünf Nächte in Kairo, verteilt auf die Zeit vor und nach einer Fahrt über vier Nächte von Luxor nach Assuan. Die Tage in Kairo sind privat, nur Ihre Gruppe und eine Reiseleitung; die Besichtigungen vom Schiff aus teilen Sie sich mit einer kleinen Gruppe.