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Sphinx in Ägypten: die Große Sphinx von Gizeh besuchen

Kairo · Gizeh

Sphinx in Ägypten: die Große Sphinx von Gizeh besuchen

Die Sphinx in Ägypten, genauer die Große Sphinx von Gizeh, ist ein Löwe aus Kalkstein mit Menschenkopf, direkt aus dem Fels am Rand des Plateaus von Gizeh herausgearbeitet, wenige Schritte nördlich von Chephrens Aufweg. Sie ist kleiner, als die meisten erwarten, und sie liegt in einer Grube — was das Fotografieren verändert. Die meisten Besucher geben ihr zehn Minuten und gehen wieder, ohne verstanden zu haben, was sie da angesehen haben.

Was genau ist die Große Sphinx von Gizeh?

Ihr Kern ist ein einziger Felsblock. Die Sphinx wurde nicht aus Blöcken aufgemauert, sondern aus dem Plateau von Gizeh herausgeschnitten: Rund um eine Kalksteinkuppe hob man eine hufeisenförmige Grube aus. Sie ist rund 73 Meter lang und etwa 20 Meter hoch, ein liegender Löwe mit Menschenkopf und königlichem Kopftuch. Weil sie in dieser Grube liegt und nicht auf einem Sockel steht, blicken Sie von der heutigen Aussichtsterrasse leicht auf sie herab.

Das Gestein ist das Problem und zugleich die Erklärung für alles, was Sie sehen. Die Schichten sind unterschiedlich hart: Der Kopf steckt in einem zäheren oberen Band, der Körper im weicheren, bröckelnden Stein darunter. Deshalb ist das Gesicht in passablem Zustand, während die Flanken seit der Antike immer wieder geflickt, neu verkleidet und erneut geflickt wurden. Vieles am unteren Körper, den Sie heute fotografieren, ist Restaurierungsmauerwerk — teils antik, teils aus dem 20. Jahrhundert.

Aus dem Umstand, dass sie eine Skulptur und kein Bauwerk ist, folgen zwei Dinge, die man auf der Terrasse im Kopf behalten sollte. Erstens lässt sich die Sphinx nicht versetzen, nicht abbauen und nicht neu errichten; was immer an ihr getan wird, geschieht an Ort und Stelle und obenauf auf der letzten Ausbesserung. Zweitens ist die Grube um sie herum keine dekorative Fassung, sondern die Steinbruchwand, die übrig blieb, als man die Figur aus dem Plateau freischnitt. Sie sehen die Statue und das Loch, aus dem sie kam, im selben Blick.

Wer ließ die Sphinx bauen, und wann?

Die übliche Zuschreibung lautet Chephren, ein König der 4. Dynastie; damit wäre die Sphinx rund 4.500 Jahre alt. Die Belege sind mittelbar, aber stark. Die Grube wurde zusammen mit Chephrens Aufweg als Teil seiner Anlage aus dem Fels geschnitten, der Tempel vor der Sphinx ist auf dieselbe Weise gebaut wie sein Taltempel nebenan, und die Kernblöcke beider Bauten scheinen beim Aushub der Grube angefallen zu sein.

Der ehrliche Vorbehalt: Keine einzige Inschrift aus jener Zeit nennt einen Bauherrn. Nicht eine. Manche Ägyptologen plädieren für Cheops, Chephrens Vater, wegen der Proportionen des Gesichts und der Anordnung auf dem Plateau. Andere schlagen Djedefre vor, Chephrens Vorgänger. Das ist eine echte Fachdebatte und keine Außenseiterposition, und sie ist offen. Kaum ein Fachmann bestreitet dagegen die grobe Epoche: das Alte Reich, sehr wahrscheinlich die 4. Dynastie.

Es hilft zu wissen, woraus dieses Argument eigentlich besteht, denn dieselben Befunde werden auf dem Plateau auch für sehr viel kühnere Behauptungen bemüht. Es gibt keinen datierten Gründungsfund, keine Bauherreninschrift, keinen Papyrus, der den Auftrag nennt. Was es stattdessen gibt, ist Zusammenhang: die Geometrie der Grube im Verhältnis zum Aufweg, der gemeinsame Steinbruch und die gemeinsame Bauweise der beiden Tempel davor, und das Fehlen von irgendetwas auf dem Plateau aus einer anderen Epoche, das so ein Werk plausibel hervorgebracht hätte. Das ist ein Argument aus dem Gesamtbefund der Stätte — schwächer als ein Text und deutlich stärker als eine Vermutung.

Wofür stand die Sphinx?

Niemand hat es aufgeschrieben, und wer Ihnen das Gegenteil mit fester Stimme erzählt, füllt eine Lücke. Die ehrliche Antwort lautet: Ein Löwe mit Königskopf ist ein sehr geradliniges Stück ägyptischer Herrschaftssymbolik. Die Kraft und die Sonnenbezüge des Löwen werden mit dem Gesicht und dem Kopftuch eines Herrschers verbunden. So gelesen ist die Sphinx eine Aussage über das Königtum in dem größten Maßstab, den das Plateau zuließ, gesetzt an die Stelle, an der die Wüste auf das Fruchtland trifft und an der der Weg in Chephrens Anlage begann.

Die zweite verbreitete Lesart macht sie zum Wächter der Nekropole, nach Osten gewandt, genau dort, wo die Lebenden sich den Toten näherten. Das passt zur Lage, es passt dazu, wie spätere Ägypter mit dem Monument umgingen, und es ist eine vernünftige Folgerung, keine belegte Tatsache. Die sinnvolle Position ist, dass die Sphinx beides zugleich leistet, Wächter und Königsbild, und dass die beiden Deutungen in ägyptischen Begriffen gar nicht miteinander konkurrieren.

Belegt ist dagegen, was danach geschah. Im Neuen Reich wurde die Sphinx als eigene Gottheit verehrt, ein Jahrtausend oder mehr nach ihrer Entstehung, und die kleinen Kapellen, Opferstellen und Stelen, die sich um sie sammelten, gehören zu diesem späteren Kult und nicht zum ursprünglichen Konzept. Das Monument bekam seine religiöse Bedeutung also zum Teil dadurch, dass es lange genug bestand, bis ein viel späteres Ägypten ihm eine erfand. Das ist die interessantere Tatsache, und auf der Terrasse hört man sie fast nie.

Wie nannten die Ägypter sie?

Nicht Sphinx. Das Wort ist griechisch, entlehnt von einem Wesen der griechischen Mythologie, das weiblich war, Flügel hatte und Rätsel liebte, und es wurde einer ganz anderen ägyptischen Figur von Besuchern übergestülpt, die spät kamen und benannten, was sie vorfanden. Ägyptische Sphingen sind in aller Regel männlich und königlich und haben mit Rätseln nichts zu tun. Der Name hält sich seit zweitausend Jahren und wird nicht mehr weichen, aber er beschreibt den Betrachter und nicht das Betrachtete.

Der Name des Neuen Reiches lautete Horemachet, Horus im Horizont, von griechischen Autoren später als Harmachis wiedergegeben. Er steht im Text der Stele zwischen den Pranken, dort mit weiteren Sonnennamen verbunden. Die Verbindung sagt mehr als die einzelnen Wörter: Das Monument wurde als eine Erscheinungsform des Sonnengottes an jener Stelle des Horizonts verstanden, an der die Sonne aufgeht — genau der Richtung, in die das Gesicht zeigt.

Auf Arabisch heißt sie Abu al-Hol, meist mit Vater des Schreckens übersetzt. Das ist der Name, den Sie von Fahrern und am Ticketschalter hören werden, und es lohnt sich, ihn wiederzuerkennen, wenn er fällt. Drei Namen, drei Kulturen, ein Gegenstand — und keiner der drei ist das, was die Menschen sagten, die sie aus dem Fels schlugen, denn aus ihrer eigenen Zeit ist nichts überliefert, was es uns verraten könnte.

Was ist mit der Nase passiert?

Napoleons Soldaten haben sie nicht abgeschossen. Die Nase fehlte bereits, als europäische Reisende die Sphinx im 18. Jahrhundert zeichneten, Jahrzehnte vor der Ankunft der französischen Expedition. Den Briten und verirrten Schießübungen hängt man dieselbe Geschichte an, mit ebenso dürftiger Beweislage. Als Anekdote eines Reiseführers taugt das. Geschichte ist es nicht.

Der einzige Bericht mit Gewicht stammt von einem ägyptischen Historiker des 15. Jahrhunderts. Er hielt fest, ein Sufi habe das Gesicht in den 1370er-Jahren verstümmelt, weil die Menschen der Figur Opfergaben brachten. Nehmen Sie das als die beste verfügbare Überlieferung, nicht als gesicherte Tatsache. Der Bart ist eine eigene Sache: Fragmente liegen in Kairo und im British Museum, und Fachleute streiten bis heute darüber, ob er ursprünglich war oder später ergänzt wurde.

In der Nasengeschichte steckt ein größerer Punkt. Die Schäden an diesem Monument gehen ganz überwiegend auf Wetter, Salz und Zeit zurück, nicht auf Soldaten oder Bilderstürmer — und ausgerechnet die Stellen, die man am liebsten dramatisch erklärt, sind die, die eine dramatische Erklärung am wenigsten brauchen. Ein Gesicht, aus geschichtetem Kalkstein geschnitten, über Jahrtausende offen der Witterung ausgesetzt, mit einem vorspringenden Detail an der empfindlichsten Stelle: Dafür braucht es keine Armee, damit die Nase verschwindet.

Den Kopf lesen: Kopftuch, Bart und Farbe

Fangen Sie beim Kopftuch an, denn es ist das deutlichste erhaltene Detail, und fast niemand sieht es sich richtig an. Es ist ein Nemes, das plissierte Königskopftuch, dessen Falten über den Scheitel nach hinten laufen und dessen zwei Lappen vorn auf die Schultern fallen. Diese Lappen geben dem Kopf auf Fotos seine Breite und sind der Grund, warum das Gesicht breiter wirkt, als es ist. Das Nemes ist Königstracht, und genau deshalb liest man die Figur als König und nicht als Gott.

Über der Stirn würden Sie die Königskobra erwarten, die übliche Begleiterin des Nemes auf einem Königskopf. Dort ist heute beschädigte Oberfläche. Der Bart ist die zweite Leerstelle: ein langer, gerader, geflochtener Zeremonialbart der Art, wie Könige ihn tragen, dessen Fragmente in zwei Museumssammlungen gelandet sind und über dessen Datierung weiter gestritten wird. Sehen Sie sich die Unterseite des Kinns an, dann erkennen Sie die Fläche, an der er ansetzte.

Das Letzte, wonach Sie suchen sollten, ist Farbe. An dem Gesicht wurden Pigmentspuren festgestellt, und sie sind wichtig, weil das Bild, das wir von ägyptischen Monumenten im Kopf haben, nackter Stein ist. Nackt war er nicht. Eine bemalte Sphinx, das Nemes gestreift, das Gesicht in einem kräftigen flächigen Ton, ist ein ganz anderer Gegenstand als das verwitterte Beige vor Ihnen auf der Terrasse — und sie kommt dem näher, was das Alte Reich tatsächlich vor Augen hatte.

Warum wird über die Verwitterung gestritten?

Stellen Sie sich an die Grube, und Sie sehen tiefe senkrechte Spalten und eine gerundete, wellige Verwitterung an den Wänden und an den Flanken der Sphinx. Anfang der 1990er-Jahre argumentierte ein Geologe, dieses Muster sei von starkem Regen geschaffen worden — das würde die Entstehung Jahrtausende vor das Alte Reich zurückschieben. Die These ist eine Minderheitenposition, abgelehnt von den meisten Geologen und Ägyptologen, die den Ort untersucht haben. Aber sie ist der Grund, warum die Debatte online nicht abreißt.

Die Antwort der Fachwelt ist unspektakulärer und besser belegt. Der Kalkstein ist geschichtet und ungleich hart, verwittert also in Bändern, gleich welche Kraft am Werk ist. Salz, das im Inneren des Gesteins auskristallisiert, richtet den größten Schaden an, unterstützt von Wind, Sand und Wasser, das in der Grube steht. Ägypten war in den Jahrhunderten um das Alte Reich zudem feuchter. Und nichts sonst auf dem Plateau deutet auf eine Gesellschaft hin, die Jahrtausende früher zu dieser Arbeit fähig gewesen wäre.

Der letzte Satz trägt die eigentliche Last, und genau er wird in der Debatte meist übersprungen. Eine Arbeit dieser Größe setzt Steinbrecher voraus, Aufseher, Verpflegung, Werkzeug, Abraum und einen Staat, der das bezahlt — und all das hinterlässt Spuren. In Gizeh sind diese Spuren aus der 4. Dynastie: Arbeitersiedlungen, Bäckereien, Friedhöfe, Werkzeugspuren, die beiden Tempel aus dem Stein, den man aus der Grube holte. Ein Monument, das Jahrtausende älter wäre, hätte von alldem nichts hinterlassen dürfen. Das ist viel verlangt von einem Loch im Boden direkt neben einer Baustelle.

Die anderen Geschichten, die Sie auf der Terrasse hören werden

Am hartnäckigsten hält sich die Halle der Aufzeichnungen. Die Behauptung, unter der Sphinx liege eine Kammer mit verlorenem Wissen, stammt aus den Sitzungen eines amerikanischen Hellsehers des 20. Jahrhunderts und nicht aus irgendeiner Grabung, und es wurde mehrfach danach gesucht, ohne Ergebnis. Messungen erfassen durchaus Hohlräume und Anomalien im Fels, was in ausgebrochenem, zerklüftetem Kalkstein genau das ist, was man erwarten würde. Keine davon hat etwas erbracht, das die wahrscheinliche Datierung oder den Zweck des Monuments verändert.

Die zweite Familie sind die astronomischen Behauptungen. Sie besagen, die Löwengestalt verweise auf einen Himmelszustand Jahrtausende vor dem Alten Reich und datiere das Werk damit in jene Zeit. Das Problem ist nicht die Astronomie, die ist schlichte Rechnerei, sondern die Annahme, die Ägypter hätten unser heutiges Sternbildschema geteilt und darin ein Datum verschlüsseln wollen. Kein ägyptischer Text sagt das. Eine Rechnung ist kein Beleg dafür, dass jemand das Errechnete beabsichtigt hat.

Die dritte ist die interessanteste, weil ihr eine echte Beobachtung zugrunde liegt. Der Kopf wirkt tatsächlich klein für den Körper, und eine Minderheit von Fachleuten hat argumentiert, er sei nachgearbeitet worden, aus einem früheren größeren Kopf oder aus einem anderen Original. Das ist eine Debatte über Proportionen und Werkzeugspuren, geführt in der Fachliteratur, und sie ist nicht von derselben Art wie die beiden anderen. Es lohnt, zu unterscheiden, gegen welche Argumente ein breiter Konsens steht und welche schlicht ungeklärt sind. Die Frage an jeden, der Ihnen so etwas erzählt, lautet immer gleich: Was ist der Beleg?

Was ist die Traumstele zwischen den Pranken?

Zwischen den Vorderpranken steht eine hohe Granitplatte, aufgestellt und beschriftet von Thutmosis IV. um 1400 v. Chr. Ihr Text erzählt, wie er als Prinz im Schatten der Sphinx schlief und ihm der Thron versprochen wurde, wenn er den Sand fortschaffe, der sie erstickte. Ob der Traum stattfand, ist weniger wichtig als das, was die Stele belegt: Im Neuen Reich war die Sphinx bereits uralt, bereits bis zum Hals verschüttet und bereits ein Wallfahrtsort.

Sand ist die ganze Geschichte dieses Monuments. Er verschlang den Körper wieder und wieder, und wieder und wieder wurde er ausgegraben, zuletzt in einer vollständigen Freilegung im 20. Jahrhundert. Die Verschüttung ist auch der Grund, warum der Körper so gut erhalten blieb. Schauen Sie von der Terrasse nicht nur auf die Statue, sondern auch auf die Wände der Grube: Die Steinbruchspuren zeigen Ihnen, wie das Ganze entstanden ist.

Die Stele ist zugleich ein Stück Politik, und sie anders zu lesen wäre naiv. Ein König, der Anlass hatte zu erklären, warum ihm der Thron zustand, ließ ein Denkmal errichten, auf dem der Sonnengott ihm genau das im Traum verspricht, und stellte es an den auffälligsten heiligen Platz, den es gab. Das macht den Text nicht wertlos. Es macht ihn zu einem Zeugnis dafür, was die Sphinx den Menschen tausend Jahre nach ihrer Entstehung bedeutete — und das ist mehr, als wir darüber wissen, was sie denen bedeutete, die sie schufen.

Sand, Verschüttung und die Mühe des Freilegens

Das Plateau verschüttet, dauernd und ohne Zutun. Wind trägt Sand in die Grube, die Mulde hat keinen natürlichen Abfluss, und sich selbst überlassen füllt sie sich. Die Sphinx hat mehr Zeit ihres Daseins in irgendeinem Maß verschüttet verbracht als frei stehend, und das wiederkehrende Muster der ägyptischen und späteren Geschichte lautet: ein Herrscher oder eine Institution legt sie frei, es folgt eine Zeit der Vernachlässigung, der Sand kommt zurück. Die Stele Thutmosis' IV. hält eine solche Freilegung fest. Sie war weder die erste noch die letzte.

Genau deshalb ist der Körper in besserem Zustand, als die Dauer der Freilegung vermuten ließe. Sand schmirgelt, solange er sich bewegt, und schützt, sobald er liegt: Verschütteter Kalkstein ist aus dem Wind, aus dem Regen und, entscheidend, aus dem Blick derer, die Baumaterial suchen. Dieselbe Logik erklärt, warum der granitene Taltempel nebenan überdauerte, während die Pyramiden ihre Verkleidung verloren. Es ist eines der wenigen Kapitel der Erhaltungsgeschichte von Gizeh, für das ein Besucher den Beleg an Ort und Stelle sehen kann.

Die letzte vollständige Freilegung im 20. Jahrhundert ist der Grund, warum Sie das ganze Tier überhaupt sehen, und sie hat die Probleme des Monuments eher verändert als gelöst. Freiliegender Stein verwittert, und eine nach oben offene Grube sammelt Regenwasser, das nirgendwohin abfließt. Grundwasser und Salz sind die aktuellen Sorgen der Konservierung, und an Entwässerung und Oberfläche wird mehr oder weniger ununterbrochen gearbeitet. Was auf Ihren Fotos wie störendes Gerüst aussieht, ist meist genau diese Arbeit.

Die Ausbesserungen: was Sie tatsächlich fotografieren

Sehen Sie an den Flanken und den Pranken entlang, und Sie erkennen Lagen rechteckiger Blöcke, die wie Mauerwerk an den Körper gelegt sind. Das ist Restaurierungsmauerwerk, und es ist sehr viel davon vorhanden. Die frühesten Ergänzungen stammen aus der Antike, vom Neuen Reich an, als das Monument längst Wallfahrtsort und damit instandhaltungswürdig war; in griechisch-römischer Zeit kam weiteres hinzu; und das 20. Jahrhundert legte noch einmal kräftig nach. An weiten Teilen des unteren Körpers sehen Sie Ausbesserungen von Ausbesserungen.

Die modernen Kampagnen sind keine reine Erfolgsgeschichte, und es lohnt zu wissen, warum die Oberfläche so fleckig wirkt. Ein Teil der Arbeiten aus der Mitte des Jahrhunderts verwendete Zement, der härter und weniger durchlässig ist als der umgebende Kalkstein — er schloss Salze ein und setzte den Originalstein unter Spannung, statt ihn zu schützen. Spätere Arbeiten gingen vorsichtiger vor und ersetzten ungeeignetes Material durch weicheren, verträglicheren Kalkstein und Kalkmörtel. Das Ergebnis ist ein Körper, der mehrere Jahrhunderte unterschiedlicher Auffassungen darüber trägt, wie man ihn richtig repariert.

Nichts davon macht die Sphinx zu einer Fälschung, und genau diesen Schluss ziehen manche Besucher voreilig. Der Kopf, der Hals, der obere Körper und die gesamte Form sind aus dem gewachsenen Fels geschnitten. Ergänzt ist eine Haut über dem weichsten Gestein. Praktisch heißt das für Ihren Besuch nur eines: Je näher Sie den unteren Körper betrachten, desto mehr wird er zum Bauwerk und desto weniger bleibt er Skulptur. Zu wissen, was wovon ist, macht den größten Teil des Unterschieds zwischen Hinsehen und Abfotografieren aus.

Wie passt sie zu Chephrens Pyramidenbezirk?

Die Sphinx ist kein Einzelmonument, und sie als solches zu lesen ist der häufigste Fehler. Direkt vor ihr, im Osten, liegen die Ruinen des Sphinxtempels. Unmittelbar südlich davon steht Chephrens Taltempel, ein strenger Bau aus Granit und Alabaster, der besterhaltene Taltempel des Alten Reiches, in etwa zehn Minuten zu durchschreiten. Von dort steigt der Aufweg nach Westen zu Chephrens Pyramide.

In dieser Reihenfolge ergibt das Plateau plötzlich Sinn: Anlegestelle am Fluss, Taltempel, Aufweg, Pyramide — und die Sphinx liegt neben der Route. Der moderne Zugang zur Sphinx beginnt meist am Taltempel, Sie bekommen die Abfolge also, ob Sie es planen oder nicht. Lassen Sie das Tempelinnere nicht aus, nur um schneller auf der Terrasse zu stehen.

Die Verbindung zwischen der Sphinx und diesen beiden Tempeln ist nicht nur gedanklich, sondern körperlich, und sie ist die beste Tatsache der ganzen Stätte. Die Kernblöcke beider Bauten scheinen aus der Sphinxgrube zu stammen, so wie diese ausgehoben wurde. Steinmetze schnitten die Grube, ließen den Löwen in ihrer Mitte stehen und verbauten den abgetragenen Stein in den Gebäuden davor. Das Loch und die Bauwerke sind derselbe Arbeitsvorgang, und wer an der Nahtstelle steht, sieht beide Hälften davon auf einmal.

Wo sollten Sie stehen, und wann ist das Licht am besten?

Die Sphinx blickt genau nach Osten. Die Morgensonne trifft das Gesicht deshalb frontal, und das Licht ist in den ersten beiden Stunden nach Öffnung am besten. Ab dem Nachmittag liegt das Gesicht im eigenen Schatten, und Sie fotografieren gegen die Sonne. Die Terrasse davor ist der einzige Platz, den die meisten Besucher betreten dürfen. Der Boden der Grube und der Bereich zwischen den Pranken sind normalerweise gesperrt, doch die Zugangsregeln ändern sich — fragen Sie am Tag selbst nach.

Auf der Terrasse zählt die Position mehr als die Ausrüstung. Ein paar Meter nach Norden oder Süden entscheiden darüber, welche Pyramide hinter dem Kopf steht. Das weite Panorama von der Wüstenstraße hinter dem Plateau ist gut für die Pyramiden und schlecht für die Sphinx, die auf diese Entfernung mehr oder weniger verschwindet. Zur Jahreszeit: November bis Februar ist angenehm; von Mai bis September ist das Plateau schon am späten Vormittag eine Zumutung.

Der Weg entlang der Nordseite der Grube ist der zweite Standort, der sich lohnt, und der, an dem die meisten Gruppen vorbeilaufen. Von dort bekommen Sie das Profil, die volle Länge des Körpers und die Schichtung in den Flanken, die den Zustand des Monuments besser erklärt als jede Frontalansicht. Außerdem ist es dort meist leerer als auf der Terrasse, weil dieser Standort eben nicht das Foto liefert, dessentwegen alle gekommen sind.

Fotografieren an der Sphinx, ohne fremde Fotos mitzunehmen

Das technische Problem heißt Kontrast. Ein helles Monument in einer Grube unter einem sehr grellen ägyptischen Himmel überfordert ein Telefon, das man machen lässt: Entweder brennt der Himmel weiß aus, oder das Gesicht wird zur flachen Maske. Tippen Sie auf den Stein, um darauf zu belichten, nehmen Sie einen blassen Himmel in Kauf, und die Oberfläche behält ihre Struktur. Diese eine Korrektur trennt ein brauchbares Bild von dem, das hier die meisten versehentlich machen.

Das gestalterische Problem ist, dass alle an derselben Stelle stehen und auf dasselbe Tier zeigen. Die Abhilfen sind klein und wirksam: ein paar Meter nach Norden oder Süden gehen, bis die Pyramide dort hinter dem Kopf sitzt, wo Sie sie haben wollen, statt zu nehmen, was die Position der Menge hergibt; das Profil vom nördlichen Weg aufnehmen; und wenigstens eine Aufnahme so nah machen, dass das geflickte Mauerwerk am Körper als Mauerwerk zu erkennen ist. Genau dieses letzte Bild wird in einem Jahr noch interessant sein.

Die Regeln zu Stativen, professioneller Ausrüstung und allem Fliegenden ändern sich an ägyptischen Stätten und werden ungleichmäßig durchgesetzt. Fragen Sie also, statt anzunehmen, und rechnen Sie bei Drohnen mit einem klaren Nein: Der Betrieb über archäologischen Stätten ist nicht gestattet, und schon die Einfuhr ist geregelt. Aus der Hand zu fotografieren ist völlig normal, daran nimmt niemand Anstoß. Und der Sand ist fein und überall — wechseln Sie im Wind kein Objektiv und nehmen Sie ein Tuch mit.

Wie lange dauert es, und was machen die meisten falsch?

Zwanzig bis dreißig Minuten an der Sphinx genügen, mit dem Taltempel eine Stunde. Der häufige Fehler ist, sie zuerst anzusteuern, gleich zu Beginn des Plateaubesuchs, wenn Andrang und Schlepper am stärksten sind und das Licht noch nichts hergibt. Andersherum vorzugehen oder gleich zur Öffnung da zu sein, macht einen spürbaren Unterschied.

Der zweite Fehler ist das Foto. Der Kussschnappschuss mit verkürzter Perspektive wurde einige Millionen Mal gemacht und kostet auf einer vollen Terrasse eine Viertelstunde Herumschieben. Das lohnt sich nicht. Rechnen Sie nahe dem Eingang mit ständigen Angeboten für Kamelritte und ungefragte Fotos; ein knappes, wiederholtes Nein funktioniert besser als Verhandeln.

Der dritte Fehler ist keine Frage der Planung, sondern der Erwartung, und er ist derjenige, der Besuche verdirbt. Menschen kommen mit dem Bild eines Kolosses allein in offener Wüste und finden eine verwitterte, geflickte Skulptur in einer Mulde, mit einer Stadt im Rücken und einer Menschenmenge daneben. Wer das vorher weiß, gibt dem tatsächlichen Monument eine faire Chance. Wer es nicht weiß, hat zehn Minuten Enttäuschung — und ungefähr so viel bekommt die Sphinx von den meisten Besuchern.

Anreise, Tickets und die beiden Zugänge

Gizeh liegt am Westrand des Stadtgebiets von Kairo, die Entfernung vom Zentrum ist also kurz und die Fahrt ist es nicht. Rund 20 Kilometer bedeuten früh am Morgen eine halbe Stunde und zur falschen Zeit deutlich über anderthalb. Der Verkehr baut sich am späten Vormittag auf und noch einmal vom Nachmittag bis in den Abend. Eine frühe Abfahrt ist dramatisch schneller als eine um zehn — das zweite Argument für den Start im Morgengrauen, zusätzlich zu Licht und Andrang.

Das Plateau hat mehr als einen Zugang. Der untere liegt am Ende bei der Sphinx, im Ort Nazlet el-Samman, das ältere Haupttor oben am Hang. Der übliche Weg von unten führt Sie durch Chephrens Taltempel hinaus auf die Sphinxterrasse, und genau deshalb durchqueren so viele Menschen das besterhaltene Bauwerk des Alten Reiches, ohne es zu bemerken. Die Regelungen für Zugänge und für die Bewegung auf dem Gelände wurden in den letzten Jahren mehr als einmal geändert. Die Metro hält in Gizeh, aber nicht am Plateau; der letzte Abschnitt bleibt eine Fahrt über der Straße, und Fahrdienst-Apps funktionieren in Kairo gut.

Zu Preisen drucken wir bewusst nichts, denn jede Zahl wäre binnen eines Jahres falsch. Die Struktur ist stabil: Die Sphinx ist normalerweise vom allgemeinen Plateau-Ticket gedeckt und wird nicht einzeln verkauft, während das Innere der Pyramiden und einzelne Gräber eigene, deutlich teurere Karten kosten. Ermäßigungen gibt es üblicherweise gegen einen internationalen Studentenausweis. Nehmen Sie Bargeld in kleinen Scheinen mit und rechnen Sie Bakschisch ein. Was geöffnet, abgesperrt oder gesondert bepreist ist, ändert sich ohne Vorwarnung — kaufen Sie am Tag selbst an der Kasse und fragen Sie dort, statt sich auf irgendeine vorab geschriebene Beschreibung zu verlassen, diese eingeschlossen.

Hitze, Untergrund und der Besuch bei eingeschränkter Mobilität

Das Plateau ist anstrengend zu begehen, und die Sphinx liegt an seinem äußersten Ende. Der Boden besteht aus Sand, gebrochenem Fels und geflicktem altem Stein, mit Kanten, Stufen und ohne verlässliches Geländer. Geschlossene Schuhe mit etwas Profil sind hier wichtiger als irgendwo sonst in Gizeh; Sandalen sind ein Fehler. Genauso ein Fehler ist es, ohne Hut, Sonnenbrille und mehr Wasser anzutreten, als Sie für nötig halten — besonders von Mai bis September, wenn die Blendung vom hellen Stein genauso ermüdet wie die Hitze.

Auf der Strecke gibt es so gut wie keinen Schatten. Die einzige Ausnahme ist der Taltempel, dessen Wände wirklichen Schatten werfen und dessen Granit bis in den Vormittag hinein kühl bleibt. Im Sommer sind fünf Minuten Stillstehen dort mehr wert als fast jede andere Verwendung von fünf Minuten auf dem Plateau. Die Terrasse selbst liegt vollständig frei. Auch das spricht dafür, die erste Stunde nach Öffnung jeder anderen Tageszeit vorzuziehen.

Bei eingeschränkter Mobilität lautet die ehrliche Auskunft: Der übliche Zugang zur Sphinx führt über unebenen Stein und lässt sich nicht einfach umgehen. Die Zugangsregelungen in Gizeh ändern sich von Jahr zu Jahr, und zu verschiedenen Zeiten gab es Alternativen. Sprechen Sie das deshalb bei der Buchung an und nicht am Tor, und fragen Sie am Tag selbst vor Ort nach, statt nach irgendeinem schriftlichen Bericht zu planen. Am Eingang ein Nein zu hören, ist ein schlechter Moment, um die Einschränkung zu entdecken.

Andere Sphingen in Ägypten, und worin sich diese unterscheidet

Die Form ist verbreitet, und dieses Exemplar ist die Ausnahme — was dem Eindruck, den die meisten Besucher mitnehmen, genau entgegensteht. Sphingen kommen in der ägyptischen Kunst über Jahrtausende vor, meist in einer Größe, die in einen Hof passt, und meist in Mehrzahl. In Luxor führt eine gepflasterte Prozessionsstraße auf rund 2,7 Kilometern nach Karnak, gesäumt von mehreren Hundert von ihnen: menschenköpfig am Luxor-Ende, widderköpfig am Karnak-Ende, die meisten aus der Regierungszeit des Nektanebos I., rund tausend Jahre nach dem Baubeginn in Luxor.

In Memphis, an der Straße unterhalb von Sakkara, steht eine Sphinx aus Alabaster im Freien, neben dem umgestürzten Koloss Ramses' II. Sie lohnt einen langsamen Rundgang, auch weil Alabaster sich anders verhält als der Kalkstein von Gizeh: wärmer, weicher, an den Kanten im starken Licht fast durchscheinend. In Alexandria gibt es eine Handvoll weiterer, von anderswo hergebracht und einige davon aus dem Hafen gehoben; sie erzählen mehr über die spätere Geschichte Ägyptens als über pharaonische Bildhauerei.

Vor diesem Hintergrund ist das Besondere an der Figur von Gizeh nicht die Idee, sondern die Methode und der Maßstab. Jede andere Sphinx, die Sie in Ägypten sehen werden, wurde aus einem Block gearbeitet, den man brach, bewegte und dann bearbeitete. Diese hier entstand, indem man die Landschaft ringsum abtrug und die Statue im Loch stehen ließ. Nichts sonst in Ägypten wurde in dieser Größe so gemacht — und das, nicht die fehlende Nase, ist die Sache, die man hinterher weitererzählen sollte.

Wo die Sphinx in eine Kairo-Reise passt

Rechnen Sie mit drei bis vier Stunden für das Plateau selbst, wovon Sphinx und Taltempel eine Stunde einnehmen, am Anfang oder am Ende, je nachdem, welches Tor Sie nehmen. Die verbreitete Kombination ist das Plateau am Morgen und das Große Ägyptische Museum, etwa zwei Kilometer entfernt, für die Mitte des Tages, wenn die Hitze draußen am schlimmsten ist und die Klimaanlage drinnen zum eigentlichen Argument wird. Das ist für sich genommen ein voller Tag. Wer noch einen Basarbesuch anhängt, sieht am Ende drei Orte schlecht.

Haben Sie einen zweiten Tag, verbringen Sie ihn südlich in Sakkara und Dahschur — und legen Sie diesen Tag nach Möglichkeit nach vorn. In Sakkara steht die Stufenpyramide des Djoser, die allgemein als das früheste große Steinbauwerk der Welt gilt, dazu Mastaba-Gräber mit reliefierten und bemalten Wandszenen, die Gizeh nicht bietet. In Dahschur stehen Snofrus Knickpyramide und Rote Pyramide, an denen die Geometrie durch Versuch und Irrtum gefunden wurde. Wer danach nach Gizeh zurückkommt, liest die Sphinx als Schlusspunkt einer Entwicklung statt als Fotohalt.

Eine Anmerkung zur Reihenfolge, die nichts kostet. Die meisten Programme setzen die Sphinx an den Anfang, weil sie dem unteren Tor am nächsten liegt. Damit landen Sie zum vollsten Zeitpunkt am vollsten Ort des Plateaus, in einem Licht, das für das Gesicht noch nichts tut. Entweder Sie sind zur Öffnung da und gehen sofort hin, oder Sie heben sie sich auf, bis die Pyramiden hinter Ihnen liegen, und kommen dann herunter. Beides funktioniert. Die Voreinstellung funktioniert nicht.

Häufige Fragen

Kann man direkt an die Sphinx herantreten oder sie berühren?+

Nein. Besucher sehen sie von der Terrasse davor und vom Weg entlang ihrer Nordseite. Der Boden der Grube und der Bereich zwischen den Pranken sind normalerweise gesperrt, und es gibt kein Inneres, das man betreten könnte. Die Zugangsregeln auf dem Plateau ändern sich von Jahr zu Jahr — klären Sie die aktuelle Lage am Tag selbst vor Ort, statt sich auf ältere Berichte zu verlassen.

Wie groß ist die Große Sphinx von Gizeh?+

Rund 73 Meter lang und etwa 20 Meter hoch. Das ist nach jedem Maßstab groß und kleiner, als fast alle erwarten. Zwei Dinge erzeugen die Enttäuschung: Sie liegt in einer ausgehauenen Grube statt auf einem Sockel, sodass Sie leicht auf sie herabblicken, und sie steht in Sichtweite der Pyramiden, die in einer ganz anderen Größenordnung spielen. Für sich allein wäre sie überwältigend; neben der Cheopspyramide ist sie es nicht.

Ist die Sphinx älter als die Pyramiden?+

Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, und sie ist vermutlich etwas jünger als die Große Pyramide. Die übliche Zuschreibung setzt sie in die Regierungszeit Chephrens, also nach die Pyramide seines Vaters Cheops und neben seine eigene. Behauptungen, die sie Jahrtausende früher ansetzen, stützen sich auf Verwitterungsmuster in der Grube und werden von den meisten Geologen und Ägyptologen abgelehnt, die die Stätte untersucht haben. Wirklich offen ist die Frage, welcher König der 4. Dynastie es war, nicht welches Jahrtausend.

Woraus besteht die Sphinx, und warum ist sie in so schlechtem Zustand?+

Sie ist aus dem Kalkstein des Plateaus geschnitten, und der ist geschichtet und ungleich hart. Der Kopf steckt in einem zäheren oberen Band, weshalb das Gesicht überdauert hat, der Körper im weicheren Stein darunter, weshalb die Flanken seit der Antike geflickt werden. Den größten Schaden richtet Salz an, das im Inneren des Gesteins auskristallisiert, unterstützt von Wind, Sand und Wasser, das in der Grube steht. Vieles am unteren Körper, den Sie fotografieren, ist Restaurierungsmauerwerk und keine ursprüngliche Arbeit.

Gibt es verborgene Kammern unter der Sphinx?+

Messungen haben Hohlräume und Anomalien im Fels rund um sie erfasst, was in ausgebrochenem Kalkstein wenig überrascht. Nichts davon stützt die im Netz kursierenden Behauptungen über eine „Halle der Aufzeichnungen“. Es gibt bekannte kleine Schnitte und Schächte im und am Körper, die vor langer Zeit untersucht wurden. Nichts bisher Gefundenes verändert die wahrscheinliche Datierung oder den Zweck des Monuments.

Braucht man für die Sphinx ein eigenes Ticket?+

Normalerweise nicht: Sie ist vom allgemeinen Ticket für das Plateau von Gizeh gedeckt und wird nicht gesondert verkauft, während das Innere der Pyramiden und einzelne Gräber eigene Karten kosten. Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil jede Zahl binnen eines Jahres veraltet wäre. Was geöffnet, abgesperrt oder gesondert bepreist ist, ändert sich in Gizeh ohne Vorwarnung. Kaufen Sie am Tag selbst an der Kasse und fragen Sie dort nach.

Wann am Tag besucht man die Sphinx am besten?+

In den ersten beiden Stunden nach Öffnung. Das Gesicht zeigt genau nach Osten, die frühe Sonne trifft es also frontal und arbeitet die Formen heraus; am Nachmittag liegt es im eigenen Schatten, und Sie fotografieren gegen die Sonne. Das frühe Fenster schlägt außerdem die Busgruppen und, auf der Fahrt aus dem Zentrum Kairos, den größten Teil des Verkehrs. November bis Februar ist die angenehme Jahreszeit, von Mai bis September ist es schon am späten Vormittag hart.

Lohnt die abendliche Ton- und Lichtshow?+

Für die meisten nicht. Text und Inszenierung laufen seit Jahrzehnten und wirken angestaubt, der Kommentar ist zäh, und Winterabende auf dem Plateau sind kalt. Das einzige Argument dafür ist, Sphinx und Pyramiden nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet zu sehen. Wenn Ihre Zeit in Kairo knapp ist, bringt Ihnen eine zusätzliche Stunde im Museum oder ein früher Start am nächsten Morgen mehr.

Was schaut die Sphinx eigentlich an?+

Genau nach Osten, dem Sonnenaufgang entgegen und heute auf den Rand von Nazlet el-Samman, dem Ort, der bis an den Fuß des Plateaus herangewachsen ist. Die Wüste liegt hinter ihr, im Westen. Gut, das vorher zu wissen: Die Sphinx sitzt auf der Grenze zwischen Kairo und der Wüste, nicht in leerem Sand, und Sie nähern sich ihr durch die moderne Stadt.

Warum hat die Sphinx einen Löwenkörper und einen Menschenkopf?+

Weil sie eine Aussage über das Königtum ist. Der Löwe trägt im ägyptischen Denken Bezüge zu Kraft und zur Sonne, und der Kopf trägt das Nemes, das plissierte Königskopftuch, also die Tracht eines Herrschers und nicht eines Gottes. Beides zusammen ergibt eine königliche Gestalt mit der Macht eines Löwen, gesetzt an den Rand der Nekropole und dem Sonnenaufgang zugewandt. Kein Text des Alten Reiches erklärt die Absicht, das ist also eine Lesart der Bildsprache und keine überlieferte Tatsache.

Lohnt sie sich noch, wenn man schon einen Vormittag an den Pyramiden verbracht hat?+

Ja, und sie kostet kaum zusätzliche Zeit, denn der Weg vom Plateau führt an ihr vorbei. Sie leistet außerdem etwas, was die Pyramiden nicht leisten. Sie hat ein Gesicht und eine dokumentierte Geschichte von Menschen, die sie verschütteten, ausgruben, verstümmelten und wieder instand setzten. Genau dieses Protokoll dessen, was spätere Ägypter aus ihrer eigenen Vergangenheit machten, ist der Grund, dort zu stehen.

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Programme als Ausgangspunkt

Kairo, Luxor und das Rote Meer
Ägypten

8 Tage · Nil & Rotes Meer

Kairo, Luxor und das Rote Meer

Kein Schiff auf dieser Reise. Gizeh und das Große Ägyptische Museum, eine Nacht in Luxor für beide Ufer, zwei Nächte am Roten Meer und dann zurück nach Kairo für die Zitadelle, das koptische Kairo und die Königsmumien.

ab US$2.040 / pro Person

Kairo und eine Nilkreuzfahrt
Ägypten

10 Tage · Klassisches Ägypten

Kairo und eine Nilkreuzfahrt

Fünf Nächte in Kairo, verteilt auf die Zeit vor und nach einer Fahrt über vier Nächte von Luxor nach Assuan. Die Tage in Kairo sind privat, nur Ihre Gruppe und eine Reiseleitung; die Besichtigungen vom Schiff aus teilen Sie sich mit einer kleinen Gruppe.

ab US$2.635 / pro Person