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El Gouna in Ägypten: Wie die gebaute Lagunenstadt wirklich ist

Rotes Meer

El Gouna in Ägypten: Wie die gebaute Lagunenstadt wirklich ist

El Gouna in Ägypten ist eine privat gebaute Ferienstadt am Roten Meer, rund zwanzig Minuten nördlich von Hurghada, angelegt über einem Netz künstlicher Lagunen und kleiner Inseln. Sie ist sauberer, ruhiger und besser instand gehalten als der Streifen von Hurghada, und sie kostet dafür mehr. Sie ist außerdem keine ägyptische Stadt im gewöhnlichen Sinn, was manchen Besuchern mehr ausmacht als anderen.

Was genau ist El Gouna?

El Gouna wurde gebaut, nicht besiedelt. Die Entwicklung begann Ende der 1980er-Jahre an einem leeren Küstenabschnitt am Roten Meer, und die Lagunen, die Sie sehen, sind gegrabene Kanäle, die mit Meerwasser geflutet wurden; die Inseln bestehen aus dem, was dabei herauskam. Der Ort gehört und untersteht bis heute weitgehend der Firma, die ihn geschaffen hat, weshalb die Straßenbeleuchtung funktioniert, die Mülleimer geleert und die Straßen gekehrt werden.

Dieser private Besitz zeigt sich innerhalb einer Stunde nach Ankunft. Es gibt ein Krankenhaus, eine Marina, Schulen, einen Ableger einer deutschen Universität, eine eigene Wasseraufbereitung und einen eigenen Sicherheitsdienst. Ein großer Teil des Ortes ist Wohngebiet statt Hotel, mit Apartments und Villen rund um die Lagunen und einer Bevölkerung, die das ganze Jahr hier lebt. Der Preis dafür ist, dass eine einzige Firma die Standards, die Regeln und weitgehend auch die Preise setzt.

Wie ist die Stadt aufgebaut?

Drei Bereiche zählen. Downtown liegt landeinwärts um einen Platz mit Restaurants und Läden und hält den größten Teil des ganzjährigen Lebens. Die Abu Tig Marina am südlichen Ende ist der Yachthafen mit der dichtesten Reihe an Bars und Restaurants. Am nördlichen Ende liegen der große Strand am offenen Meer und die Kitestationen. Die Hotels verteilen sich auf die Inseln dazwischen, die meisten mit Blick auf eine Lagune statt aufs Meer.

Die Wege sind kurz, in der Sommerhitze aber nicht zu Fuß zu machen. Tuk-Tuks sind das übliche Verkehrsmittel, ein Bus dreht seine Runde, und kleine Boote fahren zwischen Anlegern. Wo Sie wohnen, zählt mehr als die Sternezahl. Ein Zimmer an der Lagune bedeutet ruhiges, flaches Wasser ohne Wellen, aber kein Schwimmen im Meer. Fragen Sie, welchen Strand ein Hotel tatsächlich nutzt und ob es einen Shuttle dorthin gibt.

Welcher Ortsteil passt zu Ihnen?

Die Entscheidung fällt in El Gouna weniger zwischen Hotels als zwischen Lagen. Downtown passt zu Gästen, die abends etwas um sich herum haben wollen: Der Platz füllt sich nach Sonnenuntergang, Läden und Cafés liegen beieinander, und es ist der Teil des Ortes, der auch außerhalb der Hauptsaison nicht leer wirkt. Die Abu Tig Marina ist das Gegenstück am Wasser, mit den Booten vor der Tür und der dichtesten Reihe an Lokalen. Wer spät essen und danach noch etwas trinken will, wohnt hier am kürzesten. Wer um zehn Uhr Ruhe will, hört im Zweifel noch Musik.

Der Norden ist der ruhigste und zugleich sportlichste Teil: Dort liegen der große Strand am offenen Meer und die Kitestationen, und dort ist der Weg ins Wasser am kürzesten. Dafür sind es von hier die weitesten Wege zum Abendessen. Die Hotels auf den Inseln dazwischen sind die Mitte in jeder Hinsicht — ruhig, an einer Lagune, mit Shuttle zu Strand und Downtown. Prüfen Sie vor der Buchung zwei Dinge, die auf Fotos nicht zu sehen sind: ob das Hotel einen eigenen Meerstrand nutzt oder einen fremden, und wie oft der Shuttle dorthin fährt. Ein Haus an einer stillen Lagune ist schön und liegt trotzdem eine Fahrt vom Schwimmen im Meer entfernt.

Wie Sie sich vor Ort fortbewegen

Einen Mietwagen brauchen Sie hier nicht, und die meisten Gäste kommen eine ganze Woche ohne aus. Tuk-Tuks stehen überall und sind das übliche Verkehrsmittel; der Preis wird vor der Fahrt vereinbart, und dafür brauchen Sie kleine Scheine. Ein Bus dreht seine Runde zwischen den Ortsteilen, und zwischen einigen Anlegern fahren kleine Boote, was die angenehmste Art ist, sich zu bewegen, wenn der Weg es hergibt. Karten funktionieren in Hotels und größeren Restaurants; alles Kleine läuft in bar.

Zu Fuß ist El Gouna in Abschnitten begehbar und als Ganzes nicht. Innerhalb von Downtown oder entlang der Marina laufen Sie problemlos. Von einer Hotelinsel zum Abendessen zu laufen, ist von Mai bis September keine gute Idee, auch nach Sonnenuntergang nicht, weil die Luft warm bleibt und die Wege länger sind, als sie auf dem Ortsplan aussehen. Rechnen Sie damit, jeden Abend ein Tuk-Tuk zu nehmen, und legen Sie das Kleingeld dafür bewusst beiseite. Geldautomaten gibt es im Ort, sie sind gelegentlich leer — heben Sie also ab, bevor Sie es dringend brauchen.

Lohnt sich der Aufpreis gegenüber Hurghada?

Für die meisten ja. Der Unterschied ist kein Marketing: Die Gehwege sind fertig, die Bepflanzung wird gegossen, Boote fahren, wenn sie es angekündigt haben, und niemand läuft Ihnen hinterher, um Ihnen einen Kamelritt zu verkaufen. Hurghada schwankt enorm von Hotel zu Hotel, und der Streifen außerhalb der Tore kann rau sein. Rechnen Sie in El Gouna mit einem deutlichen Aufschlag für einen vergleichbaren Zimmerstandard und vergleichen Sie vor der Buchung die aktuellen Preise beider Orte.

Hurghada gewinnt beim Geld und bei der Auswahl. Es hat weit mehr günstige Hotels, billiges einheimisches Essen und den Flughafen selbst. Die echte Schwäche von El Gouna liegt unter Wasser: Ein nennenswertes Hausriff gibt es nicht. Der Meeresboden vor den Stränden ist Sand, richtiges Schnorcheln oder Tauchen heißt also eine Bootsfahrt von etwa einer halben bis einer Stunde. Wenn der Riffzugang direkt vom Strand der Zweck Ihrer Reise ist, schauen Sie weiter südlich.

Strände, Lagunen und das Wasser

Das Wasser kommt in El Gouna in zwei Sorten, und der Unterschied entscheidet über den Urlaub. Die Lagunen sind ruhig, flach und wellenlos, durch die Bauweise des Ortes vom offenen Meer abgeschirmt. Zum Planschen, für erste Schwimmversuche und für Gäste, denen Brandung unangenehm ist, gibt es kaum etwas Besseres. Es ist aber kein Meer im eigentlichen Sinn: wenig Bewegung, wenig zu sehen, und an windstillen Sommertagen wird es sehr warm.

Das offene Meer liegt im Norden. Der Grund davor ist Sand, weit hinaus flach, ohne Steine und ohne Korallen — angenehm zum Hineingehen und zugleich der Grund, warum es vor dem Strand nichts zu schnorcheln gibt. Die Wassertemperaturen folgen der Küste am Roten Meer insgesamt: im Sommer warm bis sehr warm, im Februar um die 22 Grad, also schwimmbar und für empfindliche Gäste kühl. Der vorherrschende Nordwind macht Strandtage im Frühjahr frisch und sandig. Wer in dieser Zeit still liegen will, sucht sich eine windgeschützte Seite oder bleibt gleich an der Lagune.

Wie ist das Kitesurfen wirklich?

Gut, und für viele der Grund herzukommen. Die Bucht liegt zum vorherrschenden Nordwind, und das Wasser vor dem Nordstrand ist über Sand weit hinaus flach und schulterhoch, was ungefähr so nachsichtig ist, wie Lernen sein kann. Der Wind ist vom Frühjahr bis zum Frühherbst am verlässlichsten, im Frühjahr am stärksten. Schulen und Materialverleih liegen an einer Stelle beieinander, ein Vergleich ist also leicht.

Zwei ehrliche Einschränkungen. In der Hochsaison wird der Startbereich voll, und Stunden sind Tage im Voraus ausgebucht – organisieren Sie sie vor der Anreise. Und im Hochwinter weht der Wind unregelmäßig, mit Tagen, die gar nichts hergeben. Wenn Kiten der einzige Grund für die Reise ist, ist der Hochwinter ein Glücksspiel. Derselbe Wind macht Strandtage im Frühjahr kühl und sandig, wenn Sie nicht im Wasser sind.

Schnorcheln, Tauchen und die Bootstage

Alles Interessante unter Wasser beginnt hier mit einer Bootsfahrt, je nach Ziel etwa einer halben bis einer Stunde. Das ist die ehrliche Einschränkung des Ortes, und sie ist kein Beinbruch, wenn Sie sie einplanen. Tauch- und Schnorchelboote fahren täglich zu den vorgelagerten Riffen, und die Bedingungen am nördlichen Roten Meer sind hervorragend: Sichtweiten von routinemäßig zwanzig bis dreißig Metern und ganzjährig warmes Wasser. Wer einmal in der Woche schnorcheln will, merkt von der Entfernung nichts. Wer jeden Morgen direkt vom Strand ins Riff wollte, ist hier falsch.

Für Taucher heißt das: Jeder Tauchgang ist ein halber Tag. Die bekannten Wracks im nördlichen Roten Meer sind als langer Tagesausflug erreichbar, und sie sind zugleich der erste Ausflug, der ausfällt, wenn der Wind auffrischt — lassen Sie in einer Tauchwoche also einen Puffertag im Programm. Tauchen lernen können Sie hier ebenfalls, nur ist Hurghada dafür günstiger und näher am Riff. Fragen Sie eine Basis vor der Buchung dasselbe wie überall an dieser Küste: welche Plätze sie tatsächlich anfährt und wie viele Taucher gleichzeitig ins Wasser gehen. Ein volles Deck ist ein anderer Tag als ein ruhiges, und die Preise verraten den Unterschied nicht.

Was gibt es sonst zu tun?

Golf ist der andere echte Anziehungspunkt. Es gibt einen 18-Loch-Wüstenplatz zwischen den Lagunen und dazu kürzere Übungsangebote, und die Greenfees sind nach europäischen Maßstäben moderat. Spielen Sie früh: Ab Mai ist die Mitte des Tages zu heiß, um Freude daran zu haben. Tennis, Squash, Gokart, Wakeboarden und Reiten gibt es ebenfalls, allerdings als Einrichtungen und nicht als Reisegründe.

Tauchboote fahren täglich zu vorgelagerten Riffen, und die bekannten Wracks im nördlichen Roten Meer sind als langer Tagesausflug erreichbar. Landeinwärts führen halbtägige Wüstentouren in die Hügel hinter der Küste. Ein Termin, den Sie in jedem Fall prüfen sollten: Der Ort richtet jeden Herbst ein Filmfestival aus, das die Hotels füllt und die Preise für etwa eine Woche nach oben zieht. Legen Sie die Reise darum herum oder rechnen Sie mit mehr Betrieb.

Essen, Einkaufen und die Abende

Essen gehen ist in El Gouna ein echter Teil des Tages und nicht nur die Hotelkantine — einer der stärksten Gründe, hier statt in einer abgeschlossenen Anlage an der Küste zu wohnen. Die Auswahl konzentriert sich auf Downtown und die Marina, beide in sich fußläufig, und Sie können eine Woche lang jeden Abend woanders essen, ohne ein Taxi zu nehmen. Der Preis dafür steht auf der Karte: Die Marina ist auf ein Besucherpublikum kalkuliert und erreicht fast südeuropäisches Niveau, besonders bei importiertem Wein und Spirituosen.

Wer das dämpfen will, mischt. Supermärkte im Ort decken Frühstück, Wasser und Snacks günstig ab, und viele Gäste mieten genau deshalb ein Apartment statt eines Hotelzimmers. Einfaches ägyptisches Essen bleibt auch hier bezahlbar, ist aber deutlich seltener als an einer gewöhnlichen ägyptischen Straße; wer es sucht, findet es eher in Hurghada. Alkohol wird im ganzen Ort offen ausgeschenkt, in Hotels ebenso wie an der Marina und in Downtown. Und wie überall in Ägypten gilt: Leitungswasser ist nicht zum Trinken, auch in El Gouna nicht. Flaschenwasser gibt es überall und kostet wenig.

Ist El Gouna eine echte ägyptische Stadt?

Nein, und das gehört klar gesagt. Die Architektur ist eine gut gemachte Erfindung: Kuppeln, ockerfarbene Wände und ein mediterran-nubischer Stil, den es sonst nirgendwo an dieser Küste gibt. Karten und Schilder sind auf Englisch. Es gibt keine Altstadt, keinen Markt, der sich nicht an Besucher richtet, kein gewöhnliches Straßenleben, das um Sie herum stattfindet. Die einen finden das erholsam. Die anderen nach drei Tagen dünn.

Organisierte Ausflüge füllen diese Lücke nicht. Das nächste gewöhnliche ägyptische Leben spielt sich in den Seitenstraßen von Hurghada ab, und El Gouna gibt Ihnen wenig Anlass, dorthin zu fahren. Die ehrliche Lösung ist, das hier als Strandwoche mit verlässlichem Standard zu nehmen und das Land selbst in einen anderen Teil derselben Reise zu legen: ein paar Tage Kairo oder eine Etappe auf dem Nil, vor oder nach der Küste.

Ein Tag in Hurghada: lohnt sich der Ausflug?

Hurghada liegt rund fünfundzwanzig Kilometer südlich, eine halbe Stunde auf einer guten Straße, und es ist der einfachste Weg, in dieser Woche etwas vom gewöhnlichen Ägypten zu sehen. Hurghada ist eine richtige Stadt und kein Resort. Es zieht sich über rund vierzig Kilometer entlang der Küstenstraße, und die Teile sind sehr verschieden: Dahar, das alte Viertel im Norden, hat den Souk, den Busbahnhof und die günstigen Fischrestaurants. Sakkala südlich davon hat die Marina und den meisten Lärm. Danach wird die Küste zu einer Kette abgeschlossener Resorts.

Unser Urteil: einen halben Tag wert, keinen ganzen. Fahren Sie am späten Nachmittag, laufen Sie durch Dahar, essen Sie Fisch und rechnen Sie damit, dass im Souk deutlich mehr auf Sie eingeredet wird als in El Gouna. Antikes gibt es dort nicht; die Stadt ist ein Standort und keine Sehenswürdigkeit. Wenn Ihre Reise ohnehin Kairo oder den Nil enthält, können Sie sich den Ausflug ohne Verlust sparen. Ist El Gouna Ihre einzige Station in Ägypten, ist er das Mindeste.

Wetter, Wind und die beste Reisezeit

El Gouna ist ganzjährig bereisbar, aber nicht ganzjährig gleich. März bis Mai und September bis November sind die besten Fenster: Tageswerte in den hohen Zwanzigern bis niedrigen Dreißigern, Wasser warm genug ohne dicken Anzug, lange nutzbare Tage. Am angenehmsten sind davon Oktober und November sowie März und April, weil sich Hitze und Wind beide in Grenzen halten. In diesen Wochen funktioniert alles zugleich: baden, Boot fahren, Golf am Vormittag, abends draußen sitzen.

Der Hochsommer ist heiß. Im Landesinneren geht es über vierzig Grad; an der Küste macht erst der Wind es erträglich, und die niedrige Luftfeuchtigkeit hilft spürbar. Planen Sie im Juli und August den Tag um die Mittagsstunden herum — Ausflüge und Golf früh, Pool und Lagune mittags. Der Winter ist mild statt warm, tagsüber rund zwanzig bis dreiundzwanzig Grad, die Abende wirklich kühl; eine Jacke gehört ins Gepäck. Der Wind zählt an dieser Küste mehr als die Temperatur: Er weht im Frühjahr am stärksten, ist dann bestes Kitewetter und legt an schlechten Tagen die Boote nach draußen lahm.

Mit Kindern in El Gouna

Für Familien mit kleinen Kindern ist El Gouna einer der einfachsten Orte in Ägypten. Das Lagunenwasser ist flach und wellenlos, die Wege sind kurz, der Verkehr ist gering, und es gibt ein Krankenhaus im Ort statt einer Fahrt in die nächste Stadt. Das nimmt einer Fernreise mit Kleinkindern einen großen Teil der Unsicherheit, und es ist der Grund, warum wir den Ort für diese Reisegruppe häufiger empfehlen als die Hotelzeile weiter südlich.

Drei Dinge sollten Sie trotzdem bedenken. Schatten ist an den Stränden knapp, und die Sonne am Roten Meer ist stärker, als sie sich bei Wind anfühlt. Ganztägige Bootsausflüge sind für kleine Kinder lang; die halbtägigen Varianten sind die bessere Wahl. Und Tuk-Tuks sind offene Fahrzeuge, was mit einem Kleinkind eine bewusste Entscheidung sein sollte und kein Automatismus. Für ältere Kinder kippt die Rechnung in die andere Richtung: Kiten, Wakeboarden, Gokart und Tennis liegen alle im Ort, und sie kommen zwischen diesen Dingen allein hin und her, ohne dass jemand fahren muss.

Was El Gouna kostet und wo Sie sparen

Der Aufschlag gegenüber Hurghada ist real und betrifft vor allem zwei Posten: das Zimmer und das Abendessen. Ein vergleichbarer Zimmerstandard kostet hier deutlich mehr, und an der Marina zahlen Sie für Essen und Getränke fast europäische Preise. Fast alles andere bleibt ägyptisch günstig — Tuk-Tuks, Supermärkte, einfaches Essen, Trinkgeld. Wer den Unterschied drücken will, hat drei wirksame Hebel: ein Apartment mit Küche statt eines Hotelzimmers, die Hälfte der Abende außerhalb der Marina, und eine Reisezeit außerhalb der Wochen, in denen der Ort ohnehin voll ist.

Zur Planung gehören ein paar nüchterne Punkte. Die Währung ist das ägyptische Pfund, das sich in den letzten Jahren stark bewegt hat, weshalb Zahlen aus älteren Reiseberichten mit Vorsicht zu genießen sind; vergleichen Sie aktuelle Preise, statt sich auf Erfahrungswerte anderer zu verlassen. Karten funktionieren in Hotels und größeren Restaurants, kleine Scheine brauchen Sie täglich für Tuk-Tuks und Trinkgeld. Das Filmfestival im Herbst zieht die Preise für rund eine Woche spürbar nach oben. Und für Langzeitgäste dreht sich die Rechnung um: Monatsmieten für Apartments über den milden Winter sind der Grund, warum hier überhaupt eine ganzjährige Gemeinschaft lebt.

Zu wem passt El Gouna?

Familien mit kleinen Kindern kommen hier gut zurecht: flaches Lagunenwasser, kurze Wege und sehr wenig Verkehr. Kitesurfer und Golfer haben einen klaren Grund herzukommen. Ebenso Langzeitgäste und Remote-Arbeitende, die über den milden Winter monatsweise Apartments mieten. Es funktioniert auch als drei oder vier flache Tage am Ende einer Nilreise, wenn niemand mehr einen Tempel sehen will.

Lassen Sie es aus, wenn das Budget knapp ist, denn Hurghada, Makadi Bay und Safaga geben Ihnen dasselbe Meer für weniger. Lassen Sie es aus, wenn Sie ein Riff direkt vor dem Strand wollen. Lassen Sie es aus, wenn die antiken Stätten der Zweck des Urlaubs sind, denn alles davon ist eine lange Fahrt entfernt. Und lassen Sie es aus, wenn Ihnen eine verwaltete, abgeschlossene Stadt unbehaglich ist, denn dieses Gefühl legt sich nicht.

Wie passt es zum Rest von Ägypten?

Der Flughafen Hurghada liegt etwa eine halbe Stunde entfernt, was El Gouna zu einer einfachen ersten oder letzten Station macht. Nach Luxor sind es rund vier Stunden pro Richtung. Der Tagesausflug wird überall verkauft, und wir raten in der Regel davon ab: Sie fahren vor Sonnenaufgang los, sehen die Hauptstätten zur heißesten Stunde und sitzen acht Stunden im Fahrzeug. Eine Übernachtung in Luxor kostet kaum mehr und ist ein völlig anderes Erlebnis. Kairo ist ein kurzer Flug und keine Fahrt.

Wie Sie El Gouna in eine Ägyptenreise einbauen

Die Reihenfolge, die am besten funktioniert, ist fast immer dieselbe: zuerst das Programm, danach das Meer. Ein bewährter Zuschnitt für zwei Wochen sind ein paar Tage Kairo mit Gizeh und dem Museum, ein Flug nach Luxor, eine Nilkreuzfahrt über Karnak, das Westufer mit dem Tal der Könige und Hatschepsut, weiter über Edfu und Kom Ombo nach Assuan mit Philae, dann über Land an die Küste — rund vier Stunden durch die Wüste — und zum Schluss eine Woche am Roten Meer. Nach Hause fliegen Sie direkt ab Hurghada, ohne den Umweg zurück nach Kairo. Genau dieser Zuschnitt ist der Grund, warum sich die Kombination aus Nilkreuzfahrt und Badeurlaub bei deutschen Reisenden so gut verkauft.

Umgekehrt geht es auch, ist aber selten die bessere Wahl. Tempel bei Hitze sind Arbeit, und die meisten sind nach mehreren Besichtigungstagen für ruhige Tage am Meer dankbarer als andersherum. Wenn Sie nur zehn Tage haben, kürzen Sie die Nilstrecke und nicht die Küste, sonst wird der Schluss hektisch. Und wenn El Gouna ohnehin nur der Abschluss ist, reichen drei bis vier Tage völlig: Sie liegen flach, essen gut und fliegen ausgeruht nach Hause. Wer dagegen die Küste zum Hauptzweck macht, sollte ehrlich prüfen, ob ihm ein Riff vor der Tür wichtiger ist als eine gepflegte Stadt drumherum — dann ist weiter südlich der bessere Platz.

Häufige Missverständnisse über El Gouna

Vier Annahmen führen hier regelmäßig zu Enttäuschung. Die erste: El Gouna sei ein kleiner Ort, in dem man alles zu Fuß macht. Die einzelnen Teile sind fußläufig, der Ort als Ganzes ist es nicht, und im Sommer schon gar nicht. Die zweite: eine Lagune sei dasselbe wie das Meer. Sie ist ruhiger, wärmer und wellenlos, und sie ist eben nicht das Meer. Die dritte: es gebe ein Hausriff. Es gibt keines, und daran ändert auch das schönste Hotelfoto nichts.

Die vierte ist die grundsätzliche. El Gouna ist ein gut gemachter, privat verwalteter Ferienort und kein Stück des Landes, in dem er liegt. Wer das weiß und genau deshalb bucht, bekommt eine sehr verlässliche Woche mit Standards, die in dieser Preisklasse in Ägypten selten sind. Wer Ägypten erwartet und El Gouna bekommt, fährt mit dem Gefühl nach Hause, das Land nicht gesehen zu haben — und hat damit recht. Die Lösung ist nicht, den Ort schlechter zu finden, als er ist, sondern ihn mit ein paar Tagen Kairo oder einer Nilstrecke zu kombinieren.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Transfer vom Flughafen Hurghada?+

Etwa dreißig Minuten, manchmal eher fünfundvierzig, weil der Flughafen auf der abgewandten Seite von Hurghada liegt. Die Straße ist gut und die Fahrt eher langweilig als schwierig. Die meisten Hotels organisieren einen Transfer, und ein vorbestellter Wagen lohnt sich nachts, wenn Taxiverhandlungen am Flughafen mühsam sind.

Wann ist die beste Reisezeit?+

Oktober bis November und März bis April sind am angenehmsten, mit warmem Meer und beherrschbarer Hitze. Juli und August sind sehr heiß, wobei die Luftfeuchtigkeit niedrig ist und der Wind hilft. Von Dezember bis Februar sind die Tage mild und die Abende wirklich kühl, nehmen Sie also eine Jacke mit. Im Frühjahr weht es am stärksten, gut fürs Kiten und weniger gut fürs Stillliegen.

Gibt es Alkohol, und was zieht man an?+

Alkohol wird im ganzen Ort offen ausgeschenkt, in Hotels, an der Marina und in Downtown. Badekleidung ist am Strand und an den Pools normal, und niemand kommentiert sie. Abseits des Wassers ist gewöhnliche Kleidung die höfliche Wahl, vor allem weil das Personal und die Anwohner um Sie herum Ägypter sind und der Rest des Landes deutlich konservativer ist.

Wie viele Tage lohnen sich?+

Drei bis fünf für die meisten, ergänzt um eine Reise, die auch Kairo oder den Nil enthält. Eine ganze Woche ergibt Sinn, wenn Sie kiten, golfen oder mit kleinen Kindern reisen, die jeden Tag denselben Pool wollen. Darüber hinaus wirkt der Ort schnell klein, es sei denn, Sie richten sich für einen Monat oder eine Saison ein.

Ist der Alltag günstiger als in Europa?+

Teilweise. Transport, Supermärkte und einfaches ägyptisches Essen bleiben günstig. Restaurants und Bars an der Marina sind auf ein Besucherpublikum kalkuliert und erreichen fast südeuropäisches Niveau, besonders bei importiertem Wein und Spirituosen. Planen Sie fürs Essen und Trinken hier mehr ein als anderswo in Ägypten und halten Sie kleines Bargeld für Tuk-Tuks und Trinkgeld bereit.

Braucht man in El Gouna einen Mietwagen?+

Nein. Tuk-Tuks, der Ortsbus und kleine Boote decken den Alltag ab, und ein Mietwagen stünde die meiste Zeit herum. Sinnvoll wird er nur, wenn Sie die Küste auf eigene Faust erkunden oder mehrfach nach Hurghada wollen. Für einzelne Ausflüge ist ein Fahrer über das Hotel in der Regel die einfachere Lösung, und Sie sparen sich das Parken und die Verhandlung.

Kann man in El Gouna tauchen lernen?+

Ja, Tauchbasen sind vor Ort, und die Bedingungen am nördlichen Roten Meer verzeihen viel: warmes Wasser und verlässlich gute Sicht. Der Haken ist die Lage. Ohne Hausriff beginnt jede Einheit im Meer mit einer Bootsfahrt, was den Kurs zeitlich streckt. Wenn der Tauchschein der Hauptzweck der Reise ist, sind Hurghada oder Orte weiter südlich günstiger und näher am Riff.

Was gilt für die Einreise nach Ägypten?+

Die Einreisebestimmungen ändern sich, und veraltete Angaben in Reiseberichten und Foren sind ein häufiges Problem. Prüfen Sie die Regeln vor der Buchung bei den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts und noch einmal in der Woche Ihres Abflugs. Nichts auf dieser Seite ersetzt diese amtliche Quelle.

Offizielle Quellen

Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.

Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.

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