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Nilkreuzfahrt ab Kairo: warum fast kein Schiff diese Strecke fährt

Kairo und der Nil

Nilkreuzfahrt ab Kairo: warum fast kein Schiff diese Strecke fährt

Eine Nilkreuzfahrt ab Kairo ist der Wunsch, mit dem viele in die Planung gehen, und er trifft auf eine unbequeme Antwort: Auf der Strecke zwischen Kairo und Luxor verkehrt praktisch kein Kreuzfahrtschiff im Linienbetrieb. Die klassische Nilkreuzfahrt liegt weiter südlich, zwischen Luxor und Assuan, gut 200 Kilometer, drei bis sieben Nächte. Kairo bleibt trotzdem im Programm, nur eben nicht als Hafen. Die Frage, die Sie eigentlich beantworten müssen, lautet deshalb nicht, welches Schiff ab Kairo fährt, sondern wie die beiden Hälften Ihrer Reise aneinandergehängt werden.

Die kurze Antwort zur Nilkreuzfahrt ab Kairo

Die Nilkreuzfahrt, die in Prospekten, auf Vergleichsportalen und auf dieser Seite gemeint ist, fährt zwischen Luxor und Assuan. Das ist ein Abschnitt von etwas mehr als 200 Kilometern, an dem die Tempel entweder direkt am Anleger stehen oder wenige Minuten davon entfernt. Kairo liegt mehrere hundert Kilometer nördlich davon, und der Fluss dazwischen wird von den Kreuzfahrtschiffen nicht regelmäßig befahren.

Das heißt nicht, dass Ihre Reise nicht in Kairo beginnen kann. Sie tut es fast immer. Es heißt, dass Sie zwischen Kairo und dem Schiff einen Ortswechsel haben, und dieser Ortswechsel ist keine Schiffsfahrt, sondern ein Flug, ein Nachtzug oder eine lange Autofahrt. Wer das vorher weiß, plant anders — und ärgert sich später nicht über einen Tag, mit dem er nicht gerechnet hat.

Wir nennen hier bewusst keine Kilometerzahl für die Strecke Kairo–Luxor und keine Zahl an Schiffen, die den Abschnitt befahren. Wir haben dafür keine belastbare eigene Quelle, und eine geschätzte Zahl wäre auf einer Seite, die genau diese Verwechslung aufräumen soll, besonders schädlich.

Praktisch läuft alles Weitere auf drei Entscheidungen hinaus: mit welchem Verkehrsmittel Sie zwischen Kairo und dem Süden wechseln, in welche Richtung Sie die Kreuzfahrt fahren, und wie viele Tage Sie der Kombination insgesamt geben. Diese drei Punkte behandelt der Rest dieser Seite der Reihe nach, zusammen mit den Fragen, die daran hängen: was in Kairo hineinpasst, wie ein Tag an Bord aussieht und woran Sie ein Angebot erkennen, das die Sache verkürzt darstellt.

Warum die Kreuzfahrt ausgerechnet zwischen Luxor und Assuan liegt

Der Grund ist die Dichte der Stätten. Auf den gut 200 Kilometern zwischen Luxor und Assuan liegen die Tempel so nah am Wasser, dass ein Schiff sie ohne Umweg erreicht: Esna, Edfu und Kom Ombo unterwegs, die Anlagen von Luxor am einen und die von Assuan am anderen Ende. Ein Schiff, das Hotel und Transportmittel zugleich ist, ergibt genau dort Sinn, wo die Ziele am Ufer stehen. Nördlich davon stehen sie das nicht mehr.

Deshalb ist die Strecke, die alle meinen, kurz. Ein Kreuzfahrtschiff fährt sie in drei Nächten flussabwärts, vier flussaufwärts oder sieben als Rundfahrt, und die Fahrzeit zwischen den Stopps ist ausdrücklich Teil des Produkts. Der Abschnitt weiter nördlich böte das nicht: mehr Fluss, deutlich weniger, was vom Deck aus erreichbar wäre, und ein Zeitbedarf, der aus einer Woche eine Expedition machen würde.

Für Ihre Planung heißt das etwas Beruhigendes. Sie verpassen nichts, wenn Sie die Strecke Kairo–Luxor nicht auf dem Wasser zurücklegen. Sie überspringen einen Abschnitt, der ohnehin kaum Besichtigungsziele am Ufer hat, und gewinnen dafür den Tag zurück, den die Fahrt gekostet hätte. Der Flug ist hier keine Notlösung, sondern die Variante, die Ihnen am meisten Zeit für die Tempel lässt.

Wie Sie tatsächlich von Kairo an den Nil kommen

Der übliche Weg ist der Flug. Kairo nach Luxor dauert etwa eine Stunde, und in der Praxis ist das der halbe Vormittag mit Transfer und Wartezeit, nicht der ganze Tag. Auf der klassischen Achttagesreise steht dieser Flug am dritten Tag, und das Mittagessen wird schon an Bord genommen.

Der Nachtzug ist die zweite Möglichkeit. Er braucht rund zwölf Stunden zwischen Kairo und Luxor oder Assuan, spart dafür eine Hotelnacht. Er ist einfach ausgestattet und häufig verspätet. Behandeln Sie ihn als Budgetentscheidung, nicht als romantische.

Die Straße ist die dritte und die schlechteste. Sie kostet fast einen ganzen Tag und zeigt Ihnen sehr wenig. Es gibt Gründe, sie zu nehmen, aber Landschaft gehört nicht dazu.

Nach Assuan gelten dieselben drei Optionen mit verschobenen Zahlen: Der Flug dauert eher anderthalb Stunden, der Zug länger als nach Luxor, die Straße entsprechend noch einmal deutlich länger. Wer die Kreuzfahrt flussabwärts fährt, also in Assuan einsteigt, rechnet mit dem längeren Anflug hin und dem kürzeren Rückflug ab Luxor. An der Grundrechnung ändert das nichts.

Der Inlandsflug im Detail: der Tag, an dem am meisten schiefgehen kann

Die ägyptischen Inlandsstrecken sind dünn bedient, und das hat drei Folgen, die Sie bei der Planung spüren. Die Tarife steigen im Winter und kurz vor Abflug steil, ohne Wettbewerb, der das abfedert. Wer spät bucht, bekommt außerdem vor allem die unbequemen Uhrzeiten. Und Abflugzeiten verschieben sich: Ein früher Slot kann wandern, weshalb ein Programm, das denselben Nachmittag schon wieder voll verplant, wenig Reserve hat.

Der zweite Punkt betrifft das Ticket. Steht der Inlandsflug auf demselben Ticket wie Ihr internationaler Flug, ist der Anschluss das Problem der Fluggesellschaft. Steht er auf einem separaten Ticket, ist er Ihres: Sie gehen durch die Einreise, holen Ihr Gepäck und checken neu ein. Kairo hat mehr als ein Terminal, und der Wechsel dazwischen kostet echte Zeit. Rechnen Sie hier in Stunden, nicht in Minuten. Bei Charterflügen gilt das besonders, weil es dort keine Interline-Abkommen gibt: kein durchgecheckter Koffer und kein Schutz, wenn eine Verspätung den Anschluss zerstört.

Daraus folgt die einzige Regel, die auf diesem Tag wirklich zählt: Legen Sie den Anreisetag niemals so, dass am selben Abend ein Schiff ablegt. Ein Schiff wartet nicht. Wer direkt nach Luxor oder Assuan einfliegt, statt über Kairo zu gehen, spart zwar einen Tag, trifft dafür auf dünnere Flugpläne, die kurzfristig zusammengelegt werden — also mit einem Tag Puffer ankommen, wenn am nächsten Morgen eingeschifft wird.

Der Nachtzug: was er wirklich ist und für wen er taugt

Der Nachtzug ab Kairo fährt das Tal hinunter nach Luxor und weiter nach Assuan, mit Zweibett- und Einzelabteilen, abschließbarer Tür und einer Mahlzeit, die ans Abteil gebracht wird. Er spart eine Hotelnacht und einen Reisetag, und das ist das ganze Argument dafür. Dagegen stehen schmale Betten, eine laute Fahrt und Abfahrten, die sich gern verspäten.

Was er nicht ist: eine Panoramafahrt. Sie verschlafen den größten Teil der Strecke, und was Sie wach erleben, ist Dunkelheit vor dem Fenster. Wer den Zug wegen der Landschaft nimmt, ist hinterher enttäuscht. Wer ihn nimmt, weil ihn Züge interessieren oder weil das Budget eng ist, bekommt genau das, was er erwartet hat.

Mit kleinen Kindern raten wir ab. Erwachsene stecken eine unruhige Nacht in einer kleinen Kabine weg, Kinder kommen fertig an und bleiben es den ganzen Tag. Rechnen Sie außerdem ein, dass der Ankunftsvormittag kein vollwertiger Besichtigungsvormittag ist. Wenn Ihr Programm für diesen Tag schon wieder ein volles Pensum vorsieht, ist die eingesparte Hotelnacht teuer bezahlt.

Wie eine Reise ab Kairo mit Nilkreuzfahrt aufgebaut ist

Die Form ist über die Anbieter hinweg erstaunlich einheitlich. Zwei Nächte in Kairo für Gizeh, die Sphinx und das Große Ägyptische Museum. Dann der Flug nach Luxor und die Einschiffung. Vier Nächte an Bord über Karnak, das Westufer mit dem Tal der Könige, Edfu und Kom Ombo bis Assuan mit Philae. Dann der Rückflug ab Assuan nach Kairo und der Heimflug.

Acht Tage sind dafür die übliche Länge, und sie sind nicht knapp bemessen: Kairo und der Nil gehen sich darin in Ruhe aus. Was in acht Tagen nicht mehr hineinpasst, ist Abu Simbel oder das Rote Meer. Dafür brauchen Sie zehn Tage oder zwei Wochen.

Wenn Sie in einem Angebot lesen, dass die Reise ab Kairo geht, ist damit fast immer diese Form gemeint: Kairo als Startstadt der Reise, nicht als Abfahrtshafen des Schiffes. Das ist keine Irreführung, sondern eine Verkürzung — sie führt nur regelmäßig zu der Erwartung, man werde von den Pyramiden aus ablegen.

Der Aufbau hat einen praktischen Vorzug, den man erst auf der Reise bemerkt: Sie packen genau zweimal aus. Einmal im Hotel in Kairo, einmal in der Kabine. Alles, was zwischen Luxor und Assuan an Tempeln kommt, erreicht Sie, ohne dass Sie noch einmal einchecken müssten. Genau das ist der Grund, warum diese Form sich über Jahre durchgesetzt hat, und nicht ein Marketingeinfall.

Was die zwei Nächte in Kairo hergeben

Zwei volle Tage sind für Kairo das ehrliche Minimum: einer für Gizeh und das Große Ägyptische Museum, einer für das islamische und das koptische Kairo. Beim Museum gilt eine Regel, gegen die viele Programme verstoßen: Es braucht mindestens vier Stunden, einen ganzen Tag, wenn Sie die Beschriftungen lesen — und es gehört nicht auf denselben Nachmittag wie das Plateau von Gizeh. In den Tutanchamun-Sälen ist die gesamte Grabausstattung zum ersten Mal zusammen zu sehen.

Die Pyramiden besuchen Sie zur Öffnung. Das Plateau heizt sich auf, und die Busgruppen treffen am späten Vormittag ein. Ein halber Tag reicht für das Gelände einschließlich des Aussichtspunkts am Südrand, an dem Cheops, Chephren und Mykerinos in einer Reihe stehen. Wer einen dritten Tag hat, sollte ihn nach Sakkara und Dahschur geben: die Stufenpyramide des Djoser, die Mastaba-Gräber mit ihren bemalten Reliefs und die Knickpyramide, die auf halber Höhe den Winkel wechselt.

Und rechnen Sie Wege in Kairo nach der Abfahrtszeit statt nach Kilometern. Von Gizeh in die Innenstadt sind es rund 20 Kilometer: eine halbe Stunde früh am Morgen, knapp zwei Stunden zur falschen Zeit. Der Verkehr baut sich am späten Vormittag auf und noch einmal vom Nachmittag bis in den Abend. Planen Sie zwei Stationen am Tag im selben Stadtteil statt vier über die ganze Stadt verteilt, und legen Sie die langen Fahrten nach vorn.

Was das für die Richtung Ihrer Kreuzfahrt bedeutet

Flussaufwärts von Luxor nach Assuan ist die klassische Richtung und dauert meist vier Nächte. Sie beginnt mit den schwersten Kalibern, Karnak und dem Tal der Könige, wird über Edfu und Kom Ombo ruhiger und endet in Assuan, der gelassensten der drei Städte. Flussabwärts von Assuan nach Luxor sind es normalerweise drei Nächte, weil die Strömung die Arbeit macht, und diese Richtung ist auf demselben Schiff in derselben Woche die günstigere.

Für eine Reise, die in Kairo anfängt und dort wieder endet, ist beides möglich, weil Sie an einem Ende hin- und am anderen zurückfliegen. Die Richtung entscheidet dann darüber, wo Sie mehr Zeit haben und was Sie anhängen können: Wer in Assuan endet, erreicht Abu Simbel als Tagesausflug, von Luxor aus geht das nicht.

Wer nach der Kreuzfahrt ans Rote Meer weiterfährt, dreht die Rechnung um. Dann ist ein Ende in Luxor praktischer, weil die Küste von dort rund vier Autostunden entfernt liegt. Kairo taucht in dieser Variante nur noch am Anfang der Reise auf.

Wie ein Tag an Bord abläuft

Die Tage sind vorn beladen. Weckruf zwischen fünf und sieben, ein Tempel vor der Hitze, Frühstück davor oder danach, dann zurück an Bord, während das Schiff ablegt. Später Vormittag und früher Nachmittag sind Fahrzeit, dazwischen das Mittagsbuffet. Am späten Nachmittag ein zweiter Ort, Tee an Deck, Abendessen gegen acht. Zwei geführte Besichtigungen am Tag sind das übliche Maximum, und an mindestens einem Tag jeder Fahrt ist es nur eine.

Was Sie kaufen, ist Vollpension plus geführte Besichtigungen. Die Kabinen haben eigenes Bad und Klimaanlage, die meisten Schiffe einen kleinen Pool auf dem Sonnendeck, gegessen wird am Buffet. Getränke sind fast nie enthalten, Trinkgeld ebenso wenig — beides ist in Ägypten ein echter Kostenpunkt und kein Rundungsfehler. Die Schiffe haben einen flachen Boden, und der Fluss zwischen Luxor und Assuan ist ruhig; Seekrankheit ist also kein Thema.

Die Abende sind der schwächste Teil. Die meisten großen Schiffe fahren dasselbe Programm: ein Galabeya-Abend, an dem die Gäste in landestypische Kleidung gebeten werden, eine Bauchtänzerin, ein Derwischtanz. Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie das Sonnendeck vorziehen. Das WLAN ist unzuverlässig, und der Mobilfunk kommt und geht zwischen den Orten — sagen Sie zu Hause vorher Bescheid, dass Sie streckenweise nicht erreichbar sind.

Welche Tempel direkt am Schiff liegen und welche nicht

Kom Ombo rechtfertigt das ganze Format. Der Tempel steht an einer Flussbiegung direkt über dem Anleger, abends beleuchtet, zwei Minuten von der Gangway entfernt. Edfu ist das Gegenteil. Der Horus-Tempel liegt landeinwärts, der Stopp bedeutet also an beiden Enden eine Pferdekutsche oder einen Kleinbus, meist sehr früh. Es ist der vollständigste erhaltene Tempel der Strecke und den umständlichen Transfer wert.

Alles Übrige liegt an den beiden Enden. Karnak, der Luxor-Tempel, das Tal der Könige und die Terrassen der Hatschepsut sind Ausflüge ab Luxor, vor oder nach der Fahrt. In Assuan erreicht man Philae mit einem kurzen Motorboot auf die Insel — der Tempel wurde Stein für Stein auf die Insel Agilkia versetzt, als der Hochdamm seinen ursprünglichen Standort überflutete. Abu Simbel ist ein eigener Tag, rund drei Stunden Fahrt pro Richtung oder ein kurzer Flug, und selten standardmäßig enthalten.

Zwei Dinge prägen den Ablauf mehr als die Ausstattung des Schiffes. Zwischen Luxor und Edfu wartet das Schiff an der Schleuse von Esna, was eine Stunde oder einen Abend dauern kann. Und an belebten Anlegestellen liegen die Schiffe zu zweit, zu dritt oder zu viert nebeneinander: Wer außen liegt, geht über fremde Schiffe an Land, wer innen liegt, schaut aus dem Fenster in eine fremde Kabine. Die Liegeplätze vergibt der Hafen, nicht der Veranstalter — niemand kann Ihnen eine Aussicht zusagen.

Die Fahrten, die es südlich von Assuan gibt

Wer nach einer Kreuzfahrt sucht, die nicht die Standardstrecke ist, sollte nicht nach Norden schauen, sondern nach Süden. Auf dem Nassersee, südlich des Assuan-Staudamms zwischen Assuan und Abu Simbel, fahren Schiffe drei oder vier Nächte. Die Tempel dort wurden Stein für Stein versetzt, als der See sich füllte, und man kommt vom Wasser her an, nicht von einem Parkplatz.

Nur wenige Schiffe befahren den See, die Abfahrten sind entsprechend begrenzt, und meist wird die Fahrt an eine klassische Kreuzfahrt angehängt, statt sie zu ersetzen. Als Ersatz für die fehlende Strecke ab Kairo taugt sie nicht, als Ergänzung schon.

Die zweite Alternative ist die Dahabeya: ein flaches Segelschiff für rund ein Dutzend Passagiere, das an Sandbänken und Dörfern anlegt, die die großen Schiffe nicht nutzen können. Sie fährt denselben Abschnitt zwischen Luxor und Assuan, nur langsamer und in kleinerer Gesellschaft, und sie kostet pro Person deutlich mehr. Nehmen Sie sie wegen des Flusses und der Gesellschaft, nicht wegen der Besichtigungen — in derselben Zahl von Nächten legt sie weniger Strecke zurück.

Was zwischen Kairo und Luxor überhaupt liegt

Die Frage kommt sofort danach: Wenn dort kein Schiff fährt, gibt es dann nichts zu sehen? Doch, aber es liegt abseits des Flusslaufs und wird über die Straße erschlossen. Die beiden lohnendsten Ziele sind Dendera und Abydos, beide nördlich von Luxor, beide einen Vormittag wert und beide von Luxor aus als Tagesausflug organisierbar. Sie tauchen auf der Standardroute der Kreuzfahrtschiffe nicht auf.

Weiter nördlich wird es anspruchsvoller. Beni Hassan und Amarna auf dem Weg Richtung Kairo erfordern oft Genehmigungen, Begleitung und ein langsameres Tempo, als eine kurze Reise verträgt. Das ist kein Grund, sie auszuschließen, aber es ist der Grund, warum sie auf einer Achttagesreise nicht vorkommen.

Für Ihre Planung bedeutet das: Wenn Sie den Abschnitt zwischen Kairo und Luxor wirklich sehen wollen, planen Sie ihn als Landprogramm mit Fahrer und mehr Tagen, nicht als Kreuzfahrt. Wenn Sie dagegen die klassischen Stätten in einer normalen Reiselänge sehen wollen, fliegen Sie über den Abschnitt hinweg und hängen sich Dendera oder Abydos ab Luxor an, falls Zeit übrig ist.

Wenn ein Angebot doch eine Fahrt ab Kairo verspricht

Dann fragen Sie nach drei Dingen, und zwar schriftlich. Erstens: In welchem Hafen wird eingeschifft und in welchem ausgeschifft? Zweitens: Wie kommen wir zwischen Kairo und diesem Hafen hin und zurück, mit welchem Verkehrsmittel und an welchem Tag? Drittens: Wie heißt das Schiff, mit Namen, nicht mit Sternekategorie?

Diese drei Antworten lösen fast jede Unklarheit auf. In den allermeisten Fällen wird sich zeigen, dass die Reise in Kairo beginnt und die Kreuzfahrt in Luxor oder Assuan, und dass zwischen beidem ein Inlandsflug steht. Das ist völlig in Ordnung. Sie sollten es nur wissen, bevor Sie unterschreiben, und nicht erst, wenn Sie den Reiseplan lesen.

Lassen Sie sich außerdem sagen, was passiert, wenn das Schiff wechselt. Umbuchungen kommen vor, und dieselbe Kategorie heißt nicht ähnliches Schiff.

Das Schiff beurteilen, bevor Sie zusagen

Sternekategorien auf Nilschiffen sind lokale Kategorien, gemessen an anderen Nilschiffen, nicht an europäischen Hotels. Die nützlichste Frage lautet deshalb, in welchem Jahr das Schiff zuletzt renoviert wurde: Ein frisch überholtes Vier-Sterne-Schiff ist die bessere Woche als ein müdes Fünf-Sterne-Schiff. Die Unterschiede zwischen den Schiffen sind real, aber es sind Unterschiede im Zustand, nicht in der Art.

Danach fragen Sie nach dem Deck und nach der Lage der Kabine im Schiff. Das unterste Deck liegt dicht an der Wasserlinie mit kleinen, hoch sitzenden Fenstern, und Kabinen am Heck tragen Maschinengeräusch. Ein ab-Preis bezieht sich üblicherweise auf die günstigste Kabine auf dem günstigsten Deck in der günstigsten Woche, bei doppelter Belegung — jede Abweichung davon kostet Aufschlag, und Alleinreisende trifft es am härtesten.

Zwei Nachfragen sparen am Ende am meisten Ärger: Welche Eintritte sind namentlich enthalten, und stehen Ladenbesuche im Programm? Billige Rundreisen werden vor Ort häufig durch Stopps bei Papyrus-, Alabaster- und Parfümläden quersubventioniert, an denen die Reiseleitung mitverdient. Eine Reise ganz ohne das kostet vorne mehr und am Ende oft weniger.

Wann Sie diese Kombination fahren sollten

Oktober bis April ist die Saison. Dezember und Januar sind am vollsten und teuersten, die Abende an Deck kühl genug für eine Jacke. Februar und März bieten das beste Verhältnis von Hitze und Andrang. Ab Mai baut sich die Hitze auf, und von Juni bis August liegen Luxor und Assuan regelmäßig über 40 °C, was den Tagesablauf verändert: Ausflüge im ersten Licht, Nachmittage in der Kabine, Preise deutlich unter dem Wintertarif.

Der Sommer ist nicht automatisch ein schlechter Kauf. Die Anlagen sind leerer, und dieselbe Kabine kostet einen Bruchteil des Winterpreises. Mit kleinen Kindern ist es eine schlechte Idee, ebenso für alle, denen Hitze zu schaffen macht. Kairo ist in dieser Rechnung etwas gnädiger als Oberägypten, aber auch dort ist ein Pyramidenvormittag im Juli Arbeit.

Zum Vorlauf: Für Reisen zwischen Oktober und April sind drei bis sechs Monate realistisch, für Dezember, Januar, Weihnachten und Neujahr eher mehr. Die Beschränkung ist im Winter das Angebot und nicht der Preis — was spät übrig bleibt, ist meist das schlechtere Schiff und nicht das günstigere. Der Ramadan wandert jedes Jahr durch den Kalender und wirkt sich auf Öffnungszeiten und die Stimmung an Land aus; prüfen Sie vor der Buchung, wie er zu Ihren Daten liegt.

Wie viele Tage die Kombination braucht

Unter einer Woche geht die meiste Zeit für Flughäfen und Transfers drauf. Wenn Kairo und eine Nilkreuzfahrt beide vorkommen sollen, sind acht Tage die untere vernünftige Grenze, und sie sind gleichzeitig die häufigste Wahl.

Zehn Tage kaufen Ihnen Abu Simbel und einen ruhigeren Aufenthalt in Assuan, ohne dass daraus eine Rundfahrt vor Sonnenaufgang wird. Zwei Wochen kaufen zusätzlich das Rote Meer, und dann ist die Reise nicht mehr eine Nilkreuzfahrt mit Kairo davor, sondern eine Reise mit drei klar getrennten Teilen.

Wenn Sie eine Nacht übrig haben und nicht wissen, wohin damit: Hängen Sie sie vor der Einschiffung in Luxor an. Das Westufer verdient einen eigenen Vormittag, und den bekommt es im Standardablauf selten.

Wenn das Rote Meer noch dazukommt

Das ist die Kombination, die deutsche Reisende am häufigsten buchen: zuerst die klassischen Stätten, danach eine Woche Nichtstun an der Küste. Sie funktioniert, weil Hurghada von Luxor rund vier Autostunden entfernt liegt, etwa 300 Kilometer über Safaga und Qena. Die Straße ist gut, die Fahrt langweilig. Sie beenden also die Kreuzfahrt in Luxor, wechseln an einem Vormittag an die Küste und fliegen am Ende ab Hurghada nach Hause, ohne weiteren Inlandsflug.

Das hat eine Folge für die Richtung der Kreuzfahrt, die man früh bedenken sollte: In dieser Variante wollen Sie flussabwärts fahren und in Luxor enden, nicht in Assuan. Abu Simbel fällt damit praktisch weg, denn es ist ein Tagesausflug ab Assuan. Wer beides will, Abu Simbel und das Meer, braucht die vollen zwei Wochen. Umgekehrt funktioniert es ebenfalls: erst die Küste anfliegen, dann für vier oder fünf Tage an den Nil — nach Hurghada gibt es deutlich mehr Direktverbindungen aus Europa als nach Luxor.

Was Sie vor der Buchung noch klären sollten

Erstens die Puffer. Rechnen Sie bei einer Reise mit Kairo, Nil und womöglich Küste zwei bis drei Tage allein fürs Umziehen zwischen den Orten — nicht als verlorene Tage, sondern als Tage, die zu einem Teil aus Transfer bestehen. Zwei Wochen fangen das auf, acht Tage sind darauf schon knapp kalkuliert. Ein einziger Puffertag im Plan sorgt dafür, dass ein verspäteter Inlandsflug nicht das Tal der Könige kostet.

Zweitens die Übergaben. Die praktisch wichtigste Frage an einen Anbieter lautet, wer Sie an jedem Übergabepunkt in Empfang nimmt: am Flughafen Kairo, am Flughafen Luxor, an der Gangway, in Assuan. Je mehr Teile eine Reise hat, desto mehr hängt an diesen Übergaben, und genau hier trennt sich ein Veranstalter, der die Reise vor Ort selbst durchführt, von einem Wiederverkäufer, der sie weiterreicht.

Drittens die Erreichbarkeit. Transferzeiten verschieben sich, ein Inlandsflug wird umgelegt, ein Guide wartet an einem anderen Tor als verabredet. Solche Dinge klären sich in zwei Nachrichten, wenn Sie online sind, und kosten einen halben Vormittag, wenn nicht. Auf einer Reise aus mehreren Etappen ist eine funktionierende Datenverbindung deshalb kein Komfort, sondern Ablaufsicherheit.

Häufige Fragen

Gibt es eine Nilkreuzfahrt von Kairo nach Assuan?+

Im regulären Angebot praktisch nicht. Die Kreuzfahrtschiffe befahren den Abschnitt zwischen Luxor und Assuan, gut 200 Kilometer, in drei bis sieben Nächten. Zwischen Kairo und Luxor verkehren sie nicht im Linienbetrieb. Wenn ein Angebot etwas anderes sagt, lassen Sie sich Einschiffungs- und Ausschiffungshafen schriftlich geben.

Fängt meine Reise dann trotzdem in Kairo an?+

Fast immer. Die übliche Form sind zwei Nächte in Kairo für Gizeh und das Große Ägyptische Museum, danach ein Flug nach Luxor und die Einschiffung. Kairo ist die Startstadt der Reise, nicht der Abfahrtshafen des Schiffes. Genau diese Verkürzung steckt hinter der Formulierung ab Kairo in vielen Angeboten.

Wie komme ich von Kairo nach Luxor?+

Mit dem Flugzeug in etwa einer Stunde, das ist der Normalfall. Der Nachtzug braucht rund zwölf Stunden und spart eine Hotelnacht, ist dafür einfach und häufig verspätet. Die Straße kostet fast einen ganzen Tag und zeigt Ihnen sehr wenig.

Wie viele Tage brauche ich für Kairo und eine Nilkreuzfahrt?+

Acht Tage sind die übliche und die untere vernünftige Länge: zwei Nächte Kairo, Flug nach Süden, vier Nächte an Bord, Rückflug. Zehn Tage erlauben zusätzlich Abu Simbel und mehr Ruhe in Assuan. Unter einer Woche geht zu viel für Flughäfen und Transfers drauf.

Gibt es überhaupt Kreuzfahrten außerhalb der Strecke Luxor–Assuan?+

Ja, aber weiter südlich. Auf dem Nassersee zwischen Assuan und Abu Simbel fahren Schiffe drei oder vier Nächte zu Tempeln, die beim Aufstauen versetzt wurden. Es fahren nur wenige Schiffe, die Abfahrten sind begrenzt, und die Fahrt wird meist an eine klassische Kreuzfahrt angehängt statt sie zu ersetzen.

Was soll ich fragen, wenn ein Anbieter eine Fahrt ab Kairo anbietet?+

Drei Dinge, schriftlich: In welchem Hafen wird ein- und ausgeschifft? Wie und an welchem Tag kommen wir zwischen Kairo und diesem Hafen hin und zurück? Und wie heißt das Schiff namentlich? Damit klärt sich fast jeder Fall, und meist zeigt sich, dass zwischen Kairo und der Kreuzfahrt ein Inlandsflug steht.

Sehe ich den Nil dann überhaupt in Kairo?+

Ja, er fließt mitten durch die Stadt, mit der langgestreckten Insel Gezira darin und dem Viertel Zamalek auf deren nördlicher Hälfte. Ein Spaziergang an der Corniche gehört für viele zum ersten Abend, wenn der Flug früh genug gelandet ist. Was dort nicht passiert, ist die Einschiffung auf ein Kreuzfahrtschiff: Der Fluss in Kairo ist Stadtkulisse, nicht Ihr Abfahrtshafen.

Kann ich die Kreuzfahrt auch in Assuan beginnen?+

Ja, und das ist die günstigere Variante. Flussabwärts von Assuan nach Luxor sind es normalerweise drei Nächte statt vier, weil die Strömung die Arbeit macht. Sie fliegen dann von Kairo nach Assuan, was eher anderthalb Stunden dauert, und ab Luxor zurück. Diese Richtung ist auch die richtige, wenn Sie danach ans Rote Meer weiterfahren — dafür wird Abu Simbel schwieriger, weil es ein Tagesausflug ab Assuan ist.

Offizielle Quellen

Einreisebestimmungen, Öffnungszeiten, Sicherheitshinweise und Wechselkurse ändern sich. Prüfen Sie sie an der Quelle, nicht hier.

Geschrieben und geprüft von die Redaktion von Ägypten Guide · Zuletzt geprüft am . Einreisebestimmungen, Preise und Öffnungszeiten ändern sich — prüfen Sie alles Entscheidende bei den auf dieser Seite verlinkten offiziellen Stellen nach.

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Wer reist mit?

Kabinen auf den Nilschiffen werden paarweise vergeben und Kinder zahlen andere Preise. Wer mitreist, verändert das Angebot also stärker, als Sie erwarten würden.

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Programme als Ausgangspunkt

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Drei Nächte flussabwärts von Assuan nach Luxor, mit Philae, Kom Ombo, Edfu, dem Tal der Könige und zum Schluss Karnak. Vollpension an Bord, und die Besichtigungen laufen als gemischte Gruppe von rund fünfzehn Personen.

ab US$840 / pro Person

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Vier Nächte flussaufwärts von Luxor nach Assuan: Karnak- und Luxor-Tempel am ersten Nachmittag, das Tal der Könige, Edfu, Kom Ombo und Philae. Durchgehend Vollpension, die Besichtigungen in einer gemischten Gruppe von rund fünfzehn Personen.

ab US$1.095 / pro Person