Ägypten Guide
Wie warm ist es in Ägypten? Kairo, Luxor, Rotes Meer, Monat für Monat

Reisezeit

Wie warm ist es in Ägypten? Kairo, Luxor, Rotes Meer, Monat für Monat

Wie warm es in Ägypten ist, lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, weil das Land in derselben Woche zwei sehr verschiedene Klimata hat. Kairo liegt bei typischen Tageshöchstwerten zwischen 19 °C im Januar und 35 °C im Juli und August. Luxor liegt zwischen 23 °C und 41 °C. Das Wasser am Roten Meer bewegt sich zwischen 22 °C und 31 °C. Diese Seite geht alle zwölf Monate durch und sagt dazu, was die Zahlen nicht abbilden.

Die kurze Antwort, in drei Zahlenreihen

Alle Werte auf dieser Seite sind typische Tageshöchstwerte, keine Durchschnitte und keine Nachtwerte, und die Wassertemperatur gilt für Hurghada. Es sind Näherungswerte, und wir sagen das dazu, statt so zu tun, als ließe sich ein Monat auf ein Grad genau angeben.

Kairo: 19 °C im Januar, 21 im Februar, 24 im März, 28 im April, 32 im Mai, 34 im Juni, 35 im Juli, 35 im August, 32 im September, 29 im Oktober, 24 im November, 20 im Dezember.

Luxor: 23 °C im Januar, 25 im Februar, 29 im März, 35 im April, 39 im Mai, 41 im Juni, 41 im Juli, 41 im August, 38 im September, 34 im Oktober, 28 im November, 24 im Dezember. Das Wasser am Roten Meer: 22 °C im Januar, 22 im Februar, 23 im März, 25 im April, 27 im Mai, 29 im Juni, 30 im Juli, 31 im August, 30 im September, 28 im Oktober, 26 im November, 23 im Dezember.

Drei Reihen statt einer, weil Ägypten für Reisende aus drei Teilen besteht. Kairo steht stellvertretend für den Norden, also auch für Gizeh, Sakkara und, mit ein paar Grad Abzug, für Alexandria. Luxor steht für ganz Oberägypten, also auch für Assuan, Kom Ombo, Edfu und Abu Simbel; Assuan liegt dabei eher am oberen Rand dieser Werte. Die Wassertemperatur steht für jede Reise, bei der Baden oder Tauchen vorkommt. Wer nur eine dieser Reihen liest, liest die falsche Hälfte des Landes.

Das Grundmuster sehen Sie, wenn Sie die Reihen nebeneinanderlegen: Das Landesinnere und das Meer erreichen ihre besten Werte nicht gleichzeitig. Das Wasser folgt der Luft mit mehreren Wochen Verzögerung, und genau diese Verzögerung ist der Grund, warum eine Tempelreise und ein Badeurlaub in Ägypten verschiedene Kalender haben. Nur im Oktober, November, März und April sind beide Hälften zur selben Zeit gut.

Winter: Dezember, Januar, Februar

Der Dezember bringt Kairo 20 °C, Luxor 24 °C und 23 °C im Wasser. Der Januar ist der kühlste Monat des Jahres und zugleich der vollste: Kairo 19 °C, Luxor 23 °C, Wasser 22 °C. Der Februar behält die angenehmen Temperaturen und verliert den Weihnachts- und Silvesteraufschlag: Kairo 21 °C, Luxor 25 °C, Wasser 22 °C.

Das ist das beste Wetter, das Ägypten für Tempel zu bieten hat. Karnak bei 23 °C zu erlaufen statt bei 40 °C verändert, was ein Tag hergibt, und das Tal der Könige ist mittags erträglich statt quälend. Wer im Dezember oder Januar reist, plant nicht um die Hitze herum.

Der Haken sind die Nächte und das Meer. Sobald die Sonne weg ist, fallen die Temperaturen in Oberägypten in den einstelligen Bereich, und ein Schiffsdeck oder ein Wüstencamp um sechs Uhr morgens ist wirklich kalt; in der Westlichen Wüste geht es nachts Richtung Gefrierpunkt. Mit 22 bis 23 °C ist das Wasser schwimmbar, aber nicht warm. Wenn Ihr Schwerpunkt am Strand liegt, ist der Winter der falsche Zeitraum.

Innerhalb des Winters gibt es eine Rangfolge, die mit der Temperatur wenig zu tun hat. Zwischen Dezember und Februar liegen nur zwei Grad, zwischen den Preisen liegen Welten. Weihnachten und Silvester sind die vollsten und teuersten zwei Wochen des ägyptischen Jahres, der Februar bietet fast dasselbe Wetter ohne diesen Aufschlag. Wer die Wahl hat und auf das Thermometer schaut, schaut auf die falsche Größe.

Eine zweite Einschränkung des Winters steht in keiner Temperaturtabelle: die Tageslänge. Im Dezember und Januar haben Sie weniger nutzbare Stunden zwischen Sonnenaufgang und Dämmerung als im Mai, und auf dem Westufer von Luxor merken Sie das deutlich. Gutes Wetter und viel Tageslicht bekommen Sie in Ägypten nicht im selben Monat; Sie entscheiden sich für eines von beidem.

Frühjahr: März, April, Mai

Der März ist der Monat, den wir nennen, wenn jemand nur nach einem fragt: Kairo 24 °C, Luxor 29 °C, Wasser 23 °C. Luxor bei 29 °C ist warm genug, um sich nach Urlaub anzufühlen, und kühl genug für einen ganzen Vormittag auf dem Westufer. Die eine Unbekannte ist der Chamsin, ein heißer Südwind, der ab Ende März ein bis zwei Tage am Stück Sand mitbringen kann.

Der April ist der Übergang: Kairo 28 °C, Luxor 35 °C, Wasser 25 °C. Das Meer erreicht damit eine Temperatur, die wirklich warm ist, während Luxor mit 35 °C noch machbar bleibt, wenn Sie früh anfangen und mittags aufhören. Für eine Reise aus Nil und Rotem Meer passt der April besser als fast jeder andere Monat, weil beide Hälften funktionieren.

Der Mai kippt landeinwärts: Kairo 32 °C, Luxor 39 °C, Wasser 27 °C. 39 °C ohne Schatten im Tal der Könige sind keine Besichtigung mehr, sondern Ausdauersport, und ab Mitte Mai ist die Mittagszeit in Luxor nicht mehr zu gebrauchen. An der Küste dagegen ist der Mai ausgezeichnet und günstig.

Zwischen März und Mai liegen in Luxor zehn Grad, und das ist der steilste Anstieg im ganzen Jahr. Praktisch heißt das: Wer im März reist, braucht keine Hitzestrategie, wer im April reist, braucht einen frühen Start, und wer im Mai reist, muss den Nachmittag abschreiben. Dieselbe Route fühlt sich in diesen drei Monaten wie drei verschiedene Reisen an, obwohl auf dem Papier nur ein Vierteljahr dazwischenliegt.

Sommer: Juni, Juli, August

Juni: Kairo 34 °C, Luxor 41 °C, Wasser 29 °C. Juli: Kairo 35 °C, Luxor 41 °C, Wasser 30 °C. August: Kairo 35 °C, Luxor 41 °C, Wasser 31 °C. Das ist das wärmste Wasser des Jahres und die härteste Luft.

Bei diesem Wetter besichtigt man in Oberägypten nicht mehr, jedenfalls nicht nach zehn Uhr morgens. Das Tal der Könige ist ein baumloser Kalksteinkessel, der sich wie ein Backofen verhält, und jeden Sommer erwischt es dort Menschen mit Hitzeerschöpfung. Auch das Plateau von Gizeh ist ab dem späten Vormittag hart, ohne jeden Schatten und mit Blendung vom Stein.

Wenn der Sommer Ihr einziges Fenster ist, ist die Küste die vernünftige Reise und das Niltal die schwierige. Der Markt ist dann am Boden, und das zeigt der Preis von allem: Schiffe, Hotels, Reiseleitungen. Wer seine Tage um die Hitze herum bauen kann, macht ein echtes Geschäft, und wer das nicht kann, sollte die Reise verschieben.

Die 41 °C aus der Tabelle sind dabei der Wert für die Stadt, nicht für die Stätte. Im Tal der Könige werden im Sommer über 45 °C erreicht, und an Abu Simbel überschreitet die Temperatur von Juni bis September die vierzig Grad lange vor Mittag. Wer den Sommer plant, sollte mit diesen Zahlen rechnen und nicht mit den Stadtwerten, die jede Wettervorhersage anzeigt.

Der August hat außerdem ein Paradox, das viele überrascht. Die Badeorte am Roten Meer füllen sich mit europäischem Ferienverkehr, während Luxor und Assuan so leer sind wie in keinem anderen Monat. Die Preise laufen in den beiden Landeshälften also in entgegengesetzte Richtungen: an der Küste hoch, am Nil auf dem Tiefpunkt. Wer die Bedingungen aushält, hat die Gräber weitgehend für sich.

Herbst: September, Oktober, November

September: Kairo 32 °C, Luxor 38 °C, Wasser 30 °C. Oktober: Kairo 29 °C, Luxor 34 °C, Wasser 28 °C. November: Kairo 24 °C, Luxor 28 °C, Wasser 26 °C.

Der Oktober und der November sind für viele die beste Kombination des Jahres, weil beide Hälften einer Ägyptenreise funktionieren: Die Tempel sind machbar, und mit 28 beziehungsweise 26 °C ist das Wasser noch warm. Der November liegt bei den Lufttemperaturen schon fast auf Winterniveau, hat aber ein deutlich wärmeres Meer als der Januar.

Der September ist die Verlängerung des Sommers und wird oft unterschätzt. Mit 38 °C in Luxor gelten dort dieselben Regeln wie im August: früh raus, mittags drinnen.

Beim September lohnt sich der Blick auf die Monatshälften. Die erste Hälfte ist fordernd, die letzten zehn Tage bringen annähernd Oktoberbedingungen, während die Preise noch auf Sommerniveau liegen. Die Raten hinken dem besser werdenden Wetter regelmäßig zwei bis drei Wochen hinterher, und in dieser Lücke liegt der stärkste einzelne Terminhebel im ganzen Jahr. Er kostet nichts außer zwei Wochen Flexibilität.

Wie warm ist es nachts in Ägypten?

Die Antwort, die den meisten fehlt: deutlich kühler, als die Tageswerte vermuten lassen, und im Winter sogar richtig kalt. Trockene Wüstenluft hält keine Wärme. Sobald die Sonne weg ist, gibt der Boden die Hitze in wenigen Stunden ab, und der Unterschied zwischen Tageshöchst- und Nachttiefstwert ist in Ägypten größer als in fast jedem europäischen Klima.

Konkret heißt das im Winter: Assuan kann nach Einbruch der Dunkelheit auf rund 8 °C fallen, Kairo tiefer, und in der Westlichen Wüste geht es im Januar Richtung Gefrierpunkt. Das sind keine Ausnahmen, sondern die normale Januarnacht. Ein Tag mit 23 °C in Luxor und eine Nacht mit einstelligen Werten gehören in diesem Land zusammen und stehen nicht im Widerspruch zueinander.

Zwei Orte machen das besonders spürbar. Auf dem Sonnendeck einer Nilkreuzfahrt ist es nach Sonnenuntergang frisch, und genau dort wollen Sie abends sitzen. Im Wüstencamp sind die kalten Nächte der eigentliche Punkt der Reise, aber sie verlangen einen richtigen Schlafsack statt einer Decke. Auch an der Küste gilt es: Im Januar kann es in Hurghada abends kühl genug für eine Jacke sein, was das Wort Badeurlaub nicht nahelegt.

Im Sommer entspannt sich das nur teilweise. Die Nächte sind dann warm, aber die Abkühlung nach Sonnenuntergang ist trotzdem der Grund, warum in Oberägypten der späte Nachmittag und der frühe Abend die brauchbaren Stunden sind. Wer im Juli eine Stätte sehen will, die abends geöffnet ist, hat dafür ein echtes Zeitfenster, das es zur Mittagszeit nicht gibt.

Wie warm ist es in welcher Region?

Oberägypten ist die heißeste Hälfte des Landes. Luxor, Assuan und Abu Simbel liegen im Sommerblock bei rund 41 °C, und Assuan ist dabei die heißeste und trockenste der drei Nilstädte: Sommernachmittage liegen weit über 40 °C, und selbst im Winter ist es dort mittags in der prallen Sonne warm. Wer den Schwerpunkt weit im Süden hat, hat das engste Terminfenster des ganzen Landes.

Kairo ist durchgehend ein paar Grad kühler als Luxor, aber das Sommerproblem der Stadt ist nicht nur die Zahl. Juli und August liegen regelmäßig über 38 °C, und dazu kommt starker Smog; Verkehr und Luftqualität machen dieselbe Temperatur unangenehmer als auf dem Land. Dafür liegen Kairos wichtigste Ziele drinnen, und das Große Ägyptische Museum ist klimatisiert, sodass eine reine Städtereise auch im Hochsommer machbar bleibt.

Alexandria und die Nordküste sind der mildeste Teil Ägyptens. Alexandria ist ein paar Grad kühler als Kairo, bekommt Wind vom Mittelmeer und ist zugleich der einzige Ort, an dem es im Winter nennenswert nass wird. Im August ist die Stadt deshalb eine ernsthafte Alternative, wenn Sie im Land sind und Oberägypten aus Hitzegründen ausfällt.

Die Küste des Roten Meeres hat als einziger Teil Ägyptens keine echte geschlossene Saison. Im Winter liegen die Tage bei rund 20 bis 23 °C, das Meer im Februar bei etwa 22 °C, und abends braucht man eine Jacke. Am angenehmsten sind März bis Mai und September bis November mit Tageswerten in den hohen Zwanzigern bis niedrigen Dreißigern. Sinai und Westliche Wüste folgen dem Muster Oberägyptens, mit noch kälteren Nächten: Wüstencamping im Hochsommer ist zu keinem Preis vernünftig.

Wie warm ist es an den einzelnen Stätten?

Die Zahl, die Sie in einer Wettervorhersage sehen, ist ein Stadtwert, gemessen im Schatten. Ägyptens wichtigste Stätten liegen unter freiem Himmel und ohne Schatten, und dort gelten andere Werte. Das ist kein Detail für Pedanten, sondern der Unterschied zwischen einem guten und einem verdorbenen Besichtigungstag.

Das Tal der Könige ist der härteste Ort des Landes. Im Sommer werden dort über 45 °C erreicht, in einem baumlosen Kalksteinkessel, der die Hitze speichert und zurückwirft. Die Gräber selbst bringen keine Erleichterung: Sie haben keinen Luftzug und halten die Wärme, ein Abstieg in eine Grabkammer ist also keine Pause, sondern oft der wärmste Teil des Vormittags.

An Abu Simbel ist nichts überdacht. Parkplatz, Weg, die Terrasse vor den Kolossen und die Schlange am Eingang liegen alle in der vollen Sonne, und von Juni bis September überschreitet die Temperatur die vierzig Grad lange vor Mittag. Die Innenräume sind der einzige kühle Ort, und sie sind dunkel und voll. Die Blendung durch den hellen Sandstein ist dabei schlimmer als die Hitze selbst, weshalb Sonnenbrille und Hut mit Krempe hier keine Stilfrage sind.

Auf dem Plateau von Gizeh steht nichts, was Schatten wirft, und der Stein strahlt zurück. Karnak bietet in den Säulenhallen wenigstens streckenweise Schatten, ist aber so groß, dass Sie dort ohnehin Stunden in der Sonne verbringen. Die Regel für alle vier Orte ist dieselbe: Rechnen Sie an Besichtigungstagen die Hitze eine Stufe höher als die Zahl in der Vorhersage, und legen Sie die Stätte ohne Schatten auf den Vormittag.

Trockene Hitze, Feuchtigkeit und gefühlte Temperatur

Ägyptens Hitze ist trockene Hitze, und das hilft, aber nicht so sehr, wie man hofft. 40 °C in Luxor sind erträglicher als 35 °C in einem schwülen Klima, weil Schweiß tatsächlich verdunstet und kühlt. Genau das ist zugleich das Risiko: Sie verlieren Flüssigkeit, ohne es an durchnässter Kleidung zu merken, und trinken deshalb zu wenig.

An der Küste des Roten Meeres verschiebt sich das Bild. Dort ist die Luft feuchter als im Niltal, aber der beständige Wind macht dieselbe Temperatur angenehmer. Ein Augusttag mit 35 °C am Strand fühlt sich anders an als ein Augusttag mit 35 °C in Kairo, und beide haben mit 41 °C im Tal der Könige nichts gemein.

Der zweite große Faktor ist die Sonneneinstrahlung. Dieselbe Lufttemperatur fühlt sich auf einer beschatteten Hotelterrasse und auf offenem Kalkstein völlig verschieden an, weil im zweiten Fall die Strahlung der Sonne und die Rückstrahlung des Bodens dazukommen. Deshalb funktionieren in Ägypten Kleidungsregeln, die anderswo unlogisch wirken: Ein langes, leichtes, helles Hemd ist bei 40 °C angenehmer als ein T-Shirt, weil es die Strahlung abhält.

Der dritte Faktor ist der Wind, und er wirkt in beide Richtungen. Am Meer nimmt er der Hitze die Spitze. Im Winter dagegen macht er einen ohnehin kühlen Abend an Deck ungemütlich, und bei Chamsin-Lagen bringt er heiße Luft und Staub statt Abkühlung. Eine Zahl allein sagt Ihnen deshalb nie, wie ein Tag sich anfühlen wird.

Regnet es in Ägypten, und wann weht der Wind?

Regen ist in fast ganz Ägypten vernachlässigbar. Kairo kommt im Jahresmittel auf rund 20 Millimeter, Luxor und Assuan können Jahre ohne nennenswerten Niederschlag bleiben. Für die Reiseplanung heißt das: Regentage müssen Sie nicht einkalkulieren, und Schlechtwetterprogramm braucht in Oberägypten niemand.

Die Ausnahme ist die Nordküste. In Alexandria und entlang des Mittelmeers kommen zwischen November und Februar ein paar nasse Tage zusammen. Das reicht nicht, um eine Reise zu prägen, aber es erklärt, warum der Winter dort anders aussieht als am Roten Meer. Das eine Wetterrisiko, das echten Respekt verdient, sind Sturzfluten in Wüstenwadis nach einem seltenen schweren Gewitter.

Wichtiger als Regen ist Wind. Der Chamsin ist ein heißer, staubiger Südwind, der im Frühjahr aus der Wüste kommt, meist ab Ende März und bis in den April hinein. Er dauert typischerweise ein bis zwei Tage, ist unberechenbar und ruiniert selten eine Reise, kann aber die Sicht flach drücken und Fotos verderben. Wenn er auftritt, ist das der Tag für ein Museum statt für die Pyramiden.

Am Roten Meer zählt der vorherrschende Nordwind oft mehr als die Temperatur. Er bläst im Frühjahr am stärksten, und ein starker Tag legt die Boote nach draußen lahm; der Tagesausflug zu weiter entfernten Riffen ist der erste, der ausfällt. Wer eine Tauchwoche plant, lässt Luft im Programm. Dasselbe gilt für Ballonfahrten über dem Westufer von Luxor: Sie brauchen ruhige Morgen, fallen bei Wind aus, und gehören deshalb früh in den Aufenthalt und nicht auf den letzten Morgen.

Wie warm ist das Wasser, und was heißt das für Neopren?

Die Wassertemperatur am Roten Meer schwankt im Jahresverlauf um neun Grad, von 22 °C im Januar und Februar bis 31 °C im August. Das klingt nach wenig und entscheidet trotzdem, ob eine Reise als Badeurlaub funktioniert. Die Faustregel: Wenn Schwimmen ein Hauptpunkt Ihrer Reise ist, brauchen Sie April bis November.

Im Winter ist das Wasser schwimmbar, aber nicht warm. Wer in dieser Zeit taucht, trägt eher einen langen Neoprenanzug als einen Shorty. Im Norden der Küste sinkt das Wasser im Februar und März auf gut 20 °C, und dann ist ein dickerer Anzug mit Kopfhaube keine Frage des Komforts mehr, sondern Pflicht. Der tiefe Süden der Küste ist ganzjährig etwas wärmer als Hurghada, für das die Werte auf dieser Seite gelten.

Am anderen Ende hat der Hochsommer sein eigenes Thema. 31 °C im August kommen Badewannentemperatur nahe, und beim Tauchen ist das nicht jedermanns Sache. Dafür bietet der Sommer an vielen Stellen die beste Sicht des Jahres. Für Taucher ist die Wassertemperatur ohnehin weniger saisonentscheidend als für Schwimmer, weil Sicht und Riffleben weniger stark am Kalender hängen.

Wenn Sie einen einzelnen Kompromissmonat suchen, ist der Mai stark: 27 °C im Wasser, Nebensaisonpreise an der Küste und noch kein Ferienandrang. Für eine Reise, die Tempel und Meer verbindet, sind April, Oktober und November die Monate, in denen das Wasser warm genug ist, ohne dass Oberägypten Sie dafür bestraft.

Was die Zahlen nicht sagen

Erstens: Es sind Tageshöchstwerte. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist in Ägypten groß, und im Winter fallen die Nächte in Oberägypten in den einstelligen Bereich. Viele packen für ein heißes Land und ärgern sich dann. Ein Fleece und eine lange Hose gehören von November bis Februar in jeden Koffer, auch wenn die Tagestabelle das Gegenteil nahelegt.

Zweitens: Schatten kommt in keiner Tabelle vor. 34 °C auf einer Terrasse und 34 °C auf dem Plateau von Gizeh sind nicht dasselbe, weil dort nichts steht, was Schatten wirft, und der Stein zurückstrahlt. Rechnen Sie an Besichtigungstagen die Hitze eine Stufe höher als die Zahl.

Drittens: Wind und Staub. Der Chamsin kann im Frühjahr ein bis zwei Tage lang Sand bringen und die Sicht flach machen. Am Roten Meer gibt es windige Phasen im Norden das ganze Jahr, und sie können Bootstage kurzfristig kippen, besonders um Sharm und Hurghada. Viertens: Die Wassertemperatur gilt für Hurghada. Der tiefe Süden der Küste ist ganzjährig etwas wärmer, und im Norden sinkt das Wasser im Februar und März auf gut 20 °C, was einen dickeren Anzug mit Kopfhaube zur Pflicht macht.

Fünftens: Es sind Näherungswerte für einen typischen Monat, keine Messreihen und keine Vorhersage. Einzelne Tage weichen in beide Richtungen ab, und Jahre unterscheiden sich voneinander. Die Reihen auf dieser Seite taugen dafür, einen Monat auszuwählen und einen Koffer zu packen. Für die Frage, ob es am übernächsten Dienstag in Assuan 38 oder 41 °C hat, taugen sie nicht, und keine Jahrestabelle tut das.

Sechstens: Die Zahl sagt nichts über die Länge des Tages. Ein angenehmer Dezembertag ist kurz, ein brutaler Junitag ist lang. Was Sie an einem Reisetag tatsächlich schaffen, hängt von beidem ab, und die beiden Größen laufen in Ägypten gegeneinander.

Was ziehen Sie bei welcher Temperatur an?

Bis etwa 25 °C, also im Hochwinter in Oberägypten und fast das ganze Winterhalbjahr in Kairo, reicht tagsüber leichte Sommerkleidung. Entscheidend ist die zweite Schicht für den Abend. Der häufigste Packfehler in Ägypten ist zu wenig Warmes: Das Land wird als heiß erinnert, und tagsüber stimmt das auch, aber nach Sonnenuntergang fällt die Temperatur in der trockenen Luft schnell. Eine richtige Jacke statt einer dünnen Lage, dazu eine lange Hose, und der Januarabend an Deck ist gelöst.

Zwischen 25 und 35 °C, also im Frühjahr und Herbst in Oberägypten, zählt vor allem Sonnenschutz. Kopfbedeckung mit Krempe, Sonnenbrille, leichte lange Ärmel statt nackter Schultern, feste Schuhe. Letztere zählen mehr, als die meisten erwarten: Im Tal der Könige und in Karnak laufen Sie über unebenen Stein und Sand, oft mehrere Stunden am Stück, und Sandalen werden dort schnell zum Ärgernis.

Über 35 °C ändert sich nicht die Kleidung, sondern die Menge Wasser und die Uhrzeit. Nehmen Sie mehr Wasser mit, als vernünftig erscheint, und behandeln Sie Schatten als Pflicht statt als Annehmlichkeit. Alles andere ist Tagesplanung und keine Ausrüstungsfrage.

Für die Wüste gilt ein eigener Satz Regeln, weil dort beide Extreme an einem Tag vorkommen. Ein Januartag in der Weißen Wüste bringt angenehme Wärme am Nachmittag und eine Nacht Richtung Gefrierpunkt. Hier brauchen Sie tatsächlich beides im selben Gepäck, und ein richtiger Schlafsack ersetzt keine Decke und umgekehrt.

Wie planen Sie den Reisetag nach der Temperatur?

Der praktische Unterschied zwischen den Saisons liegt weniger im Thermometer als in der Form Ihres Tages. Unter etwa 30 °C hat der Tag eine europäische Form: Sie beginnen nach dem Frühstück, sind den Vormittag unterwegs, essen mittags in Ruhe und haben nachmittags noch Reserve. Sie brauchen keinen Plan gegen die Hitze, weil es keine Hitze gibt, gegen die geplant werden müsste. Das ist der eigentliche Luxus der Hochsaison.

Zwischen 30 und 38 °C verschiebt sich der Start nach vorn. Ab April wird der frühe Aufbruch auf dem Westufer von der Kür zur Pflicht, und ab Mitte Mai ist die Mittagszeit in Luxor nicht mehr zu gebrauchen. Wer das in die Route einplant, verliert nichts; wer es erst vor Ort merkt, verliert die Hälfte des Programms.

Über 38 °C zerfällt der Tag in zwei Teile mit einem Loch dazwischen. Sie stehen vor Sonnenaufgang auf, sind zur Öffnungszeit an der Stätte, kommen gegen elf zurück und gehen erst am späten Nachmittag wieder hinaus. Das ist kein Notbehelf, sondern die Art, wie in Ägypten im Sommer ohnehin gelebt wird, und es funktioniert gut, solange alle Beteiligten es vorher wissen. Eine Reiseleitung, die Ihnen im Juni neun Uhr für das Tal der Könige vorschlägt, tut Ihnen keinen Gefallen.

Die wichtigste Entscheidung in heißen Monaten ist nicht die Uhrzeit, sondern der Umfang. Streichen Sie lieber Stätten, als die Zeit an jeder einzelnen zu kürzen. Drei Stätten in einem heißen Vormittag bedeuten drei halbe Besuche und einen erschöpften Nachmittag; zwei bedeuten zwei ganze. Der Kalender bestimmt in Ägypten, wie viel ein Tag hergibt, und das lässt sich nicht durch Tempo ausgleichen.

Wann wird die Hitze zum Problem?

Hitzeerschöpfung ist in Oberägypten ein reales und kein theoretisches Risiko, und jeden Sommer trifft es im Tal der Könige Menschen. Die typische Verkettung ist immer dieselbe: zu spät gestartet, zu wenig getrunken, keinen Schatten gehabt und den Abstieg in ein Grab für eine Pause gehalten, obwohl die Gräber keinen Luftzug haben und die Wärme speichern.

Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Mitreisende und alle, die Hitze schlecht vertragen. Für diese Gruppen schließt der Zeitraum von Mai bis September Oberägypten praktisch aus, und das ist keine Übervorsicht, sondern die ehrliche Auskunft. Wenn Ihre Gruppe so aussieht, verschieben Sie die Termine, statt die Reise durchzustehen.

Die trockene Luft ist dabei der tückische Teil. Weil Schweiß sofort verdunstet, merken Sie den Flüssigkeitsverlust spät. Rechnen Sie an einem heißen Besichtigungstag mit deutlich mehr Wasser, als Sie zu Hause trinken würden, und nehmen Sie es mit, statt darauf zu vertrauen, dass es vor Ort verkauft wird.

Umgekehrt gibt es ein unterschätztes Kälterisiko. Wer im Januar in einem Wüstencamp ohne warme Schicht übernachtet, verbringt eine unangenehme Nacht, und wer im Dezember an Deck im T-Shirt sitzt, geht früher ins Bett als geplant. Beides ist harmlos und beides ist vermeidbar, und beides passiert regelmäßig, weil die Tagestabelle etwas anderes verspricht.

Welche Temperatur passt zu welcher Reise?

Für eine Reise mit Schwerpunkt auf Tempeln und Gräbern ist Oktober bis April das Fenster. Innerhalb davon sind März, Oktober und November die angenehmste Mischung aus Wärme, Andrang und Preis. Dezember und Januar haben das beste Tempelwetter und die höchsten Preise des Jahres in denselben Wochen.

Für eine Reise mit Schwerpunkt Rotes Meer funktioniert das ganze Jahr, mit einer Einschränkung an jedem Ende: Im Januar und Februar sind 22 °C schwimmbar und nicht warm, im Juli und August sind 30 bis 31 °C großartig und die Luft an Land brutal.

Für die Kombination aus beidem sind April, Oktober und November die Monate, in denen keine Hälfte die andere trägt. Wenn Sie Ihren Reisezeitraum ohnehin nicht wählen können, ist die Zahl nicht das Problem, sondern die Tagesplanung: Frühstarts, Mittagspause drinnen, und lieber Stätten streichen als die Zeit an jeder einzelnen kürzen.

Für eine Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan ist November bis März das beste Fenster. Sie sind auf dieser Route täglich mehrere Stunden an Land in der Sonne und die übrige Zeit an Deck, und beides ist bei 25 °C angenehm und bei 40 °C nicht. Der Wasserstand spielt wegen des Hochdamms keine Rolle, die Schiffe fahren in jedem Monat.

Für eine Wüstenreise mit Übernachtung im Camp ist der Winter die Saison, und zwar genau wegen der kalten, klaren Nächte: Dunst ist dann am geringsten. Für eine Städtereise nach Kairo ist der Winter am angenehmsten zum Gehen, der Sommer aber machbar, weil die wichtigsten Ziele drinnen liegen. Je weiter südlich Ihr Schwerpunkt liegt, desto enger wird Ihr Terminfenster.

Die häufigsten Irrtümer über Ägyptens Temperaturen

Der erste Irrtum ist, Ägypten als ein einziges Klima zu behandeln. Kairo, Luxor und die Küste des Roten Meeres haben ihre besten Monate nicht gleichzeitig, und eine Reise, die alle drei enthält, braucht ein Fenster, in dem keine Etappe leidet. Wer im Januar ans Meer will und im August die Tempel, hat in beiden Fällen die schwächere Hälfte des Kalenders erwischt.

Der zweite ist, die Nächte zu unterschätzen. Es ist bemerkenswert, wie viele Reisende im Dezember an Deck frieren, weil sie für ein heißes Land gepackt haben. Der dritte ist, den Stadtwert für den Wert an der Stätte zu halten; zwischen der Vorhersage für Luxor und dem, was im Tal der Könige herrscht, liegen im Sommer mehrere Grad und der ganze Unterschied.

Der vierte Irrtum ist, den Monat nach dem Flugpreis zu wählen. Die Ersparnis im Juli ist real, aber Sie bezahlen sie mit Hitze und verlorenen Tagesstunden, und auf einer kurzen Reise ist das der teuerste Posten überhaupt. Rechnen Sie den Preis pro nutzbarer Besichtigungsstunde statt pro Nacht, dann sieht der November plötzlich günstig aus.

Der fünfte ist, die beweglichen Termine zu ignorieren. Ramadan verschiebt sich jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn, Ostern wandert und verschiebt den April, und die eigenen Schulferien verschieben Preise und Andrang stärker als eine Handvoll Grad. Prüfen Sie diese Daten für Ihr Reisejahr und nicht für das letzte.

Häufige Fragen

Wie warm ist es in Ägypten im Sommer?+

Kairo erreicht typische Tageshöchstwerte von 34 °C im Juni und 35 °C im Juli und August. Luxor liegt in allen drei Monaten bei 41 °C. Das Wasser am Roten Meer ist dann am wärmsten, mit 29 °C im Juni, 30 im Juli und 31 im August. Für die Küste ist das eine gute Zeit, für Tempeltage in Oberägypten ist es die schwierigste.

Wie kalt wird es in Ägypten im Winter?+

Tagsüber gar nicht kalt: Kairo liegt im Januar bei 19 °C und im Dezember bei 20 °C, Luxor bei 23 beziehungsweise 24 °C. Die Nächte sind der unterschätzte Teil. In Oberägypten fallen die Temperaturen nach Sonnenuntergang in den einstelligen Bereich, und in der Westlichen Wüste geht es nachts Richtung Gefrierpunkt. Ein Schiffsdeck im Januar am frühen Morgen ist wirklich kalt.

Kann man im Winter im Roten Meer schwimmen?+

Ja, aber warm ist es nicht. Das Wasser liegt im Januar und Februar bei 22 °C und im Dezember bei 23 °C, also schwimmbar, und an der Küste kann es abends kühl genug für eine Jacke werden. Taucher brauchen in dieser Zeit im Norden einen dickeren Anzug. Wenn der Strand der Zweck der Reise ist, liegen die besseren Monate zwischen Mai und Oktober.

Wann ist das Wasser am Roten Meer am wärmsten?+

Im August, mit 31 °C in Hurghada. Juli und September liegen bei 30 °C, Juni bei 29 °C. Der tiefe Süden der Küste ist ganzjährig etwas wärmer als Hurghada, für das diese Werte gelten. Am kältesten ist es im Januar und Februar mit 22 °C.

Welcher Monat ist in Ägypten am angenehmsten?+

Der März ist der Monat, den wir nennen, wenn jemand nur nach einem fragt: Kairo 24 °C, Luxor 29 °C. Warm genug, dass es sich nach Urlaub anfühlt, kühl genug für einen ganzen Vormittag auf dem Westufer. Oktober und November sind die stärkste Wahl, wenn Sie das Rote Meer mitnehmen wollen, weil das Wasser dann noch bei 28 beziehungsweise 26 °C liegt.

Sind das Durchschnittstemperaturen?+

Nein. Es sind typische Tageshöchstwerte, und die Wassertemperatur gilt für Hurghada. Es sind Näherungswerte und keine Messreihen. Nachtwerte liegen deutlich darunter, besonders im Winter in Oberägypten, und Schatten kommt in keiner Tabelle vor: Dieselbe Zahl fühlt sich auf dem Plateau von Gizeh anders an als auf einer Hotelterrasse.

Welcher Ort in Ägypten ist der heißeste?+

Assuan ist die heißeste und trockenste der drei Nilstädte, mit Sommernachmittagen weit über 40 °C und sehr wenig Schatten an den Sehenswürdigkeiten. Noch extremer wird es an einzelnen Stätten: Im Tal der Könige werden im Sommer über 45 °C erreicht, und an Abu Simbel überschreitet die Temperatur von Juni bis September die vierzig Grad lange vor Mittag.

Ist die Hitze in Ägypten trocken oder feucht?+

Im Niltal und in der Wüste ist sie trocken, und das macht 40 °C erträglicher als dieselbe Zahl in einem schwülen Klima. Der Haken: Schweiß verdunstet sofort, Sie merken den Flüssigkeitsverlust also spät und trinken zu wenig. An der Küste des Roten Meeres ist die Luft feuchter, aber der beständige Wind nimmt der Hitze die Spitze.

Regnet es in Ägypten?+

Kaum. Kairo kommt im Jahresmittel auf rund 20 Millimeter, Luxor und Assuan können Jahre ohne nennenswerten Regen bleiben. Die Ausnahme ist die Nordküste: In Alexandria kommen zwischen November und Februar ein paar nasse Tage zusammen. Das einzige Wetterrisiko, das Respekt verdient, sind Sturzfluten in Wüstenwadis nach einem seltenen schweren Gewitter.

Wie warm ist es in Ägypten im Dezember?+

Kairo liegt im Dezember bei typischen 20 °C, Luxor bei 24 °C, das Wasser am Roten Meer bei 23 °C. Das sind die besten Bedingungen des Jahres für Tempel und Gräber, und sie fallen mit den höchsten Preisen des Jahres zusammen. Die Abende sind wirklich kühl, besonders an Deck und in der Wüste, wo es nachts Richtung Gefrierpunkt gehen kann.

Offizielle Quellen

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Kein Schiff auf dieser Reise. Gizeh und das Große Ägyptische Museum, eine Nacht in Luxor für beide Ufer, zwei Nächte am Roten Meer und dann zurück nach Kairo für die Zitadelle, das koptische Kairo und die Königsmumien.

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